Ist Zweitakt wirklich besser? Zu ner Vespa gehört der Zweitakter dazu, klar, aber von meiner Yamaha RD, die ich vor 10-12 Jahren mal hatte, war ich irgendwie nicht so überzeugt.
Die Karre hatte 63 PS, was zwar ganz ordentlich, aber eigentlich ja auch nicht so richtig viel war. Auf jeden Fall waren es die versoffensten 63 Pferde, die mir je unter gekommen sind. Mehr als 10 Liter zu verbrauchen, war einfacher, als mit unter 7 auszukommen, dazu hat sie sich jede Menge feinstes Zweitaktöl gegönnt.
Wenn ich mit ein paar Kumpels eine Motorradtour gemacht habe, musste ich immer hinten fahren, denn die Karre hat beim Gasgeben fette blaue Wolken rausgehauen. Wenn man einige Stunden unterwegs war, haben auch die Klamotten gemufft.
Thermisch war sie nicht so wirklich stabil. Am schlimmsten war es, wenn man nach einer wilden Autobahnheizerei in den Berufsverkehr gekommen ist, dann lag die Kühlwassertemperatur voll im roten Bereich. Deswegen habe ich mir auch nie getraut, länger als 10 Minuten Dauervollgas zu geben, aber hätte man das versucht, wäre vermutlich ohnehin nach einer halben Stunde der Tank leer gewesen.
Optisch hat das Ding auch nicht viel her gemacht. Andere Motoren hatten dicke Zylinder, wild geschwungene Abgaskrümmer und feine Kühlrippen, der RD-Reaktor sah dagegen aus, wie ein verkohltes Toastbrot und war immer irgendwie siffig. Der Soung lag irgendwo zwischen Rennmofa und Kettensägenmassaker.
Von daher: Vespa und Zweitakt gerne, aber bei Auto oder Moppe dürfen es auch gerne zwei Takte mehr sein.