Kommt garantiert einer. Auch wenn der Champ das GSF nicht verklagen wird, ist es ja immer noch "geklautes" Material. Liebes Tagebuch, heute war wieder ein toller Tag. Nachdem ich durch den strömenden Regen mit der HP4 geeiert bin und, im Gegensatz zu meiner Tochter, nicht regensicher eingepackt war, stehe ich da so im Wohnzimmer rum und tropfe alles naß. Während die Kurze sich über ihr Käsebrot beschwert ziehe ich mich aus und hänge die tropfnassen Sachen über Stühle vor die Heizung. Da werde ich plötzlich eines hysterisch- hektischen Krächzens gewahr, was wie die Mischung aus Flugsaurier mit Krupphusten und hyperventilierendem Ara klingt. In dem kurzen Moment der Verwirrung hält sogar die mosernde Kleine mal den Rand. "Papa, da ist ein Vogel im Treppenhaus." fasst es ganz gut zusammen... aber irgendwie passt da was nicht. "Der... der ist bestimmt krank." Ja, das geht in die richtige Richtung. Hektisches Gepolter treppabwärts und eine zugeknallte Wohnungstüre später folgt dann, der durch zwei Wohnungstüren gedämpfte, krächzende Urschrei eines verendenden Viehs. Markerschütternd, gellend, abgebrochen durch Röcheln und gefolgt von hyperventilierendem Gebelle oder Krächzen. In der Nachbarwohnung fallen Dinge auf den Boden, es scheppert und klimpert, poltert und klirrt, die Nachbarstochter brüllt irgendwas, die komischen Urlaute werden hysterischer. Okay, ein großer Vogel... so Gewichtsklasse Condor? Kind ins Schlafzimmer, eindringlich gewarnt nicht raus zu kommen, Papa muß da mal nachgucken. "Ja aber..." Nein, jetzt nicht. Kind wird blaß, Augen werden feucht. Nein, ich guck nur mal kurz nach, da ist bestimmt nichts passiert. Du bleibst hier bis ich dich rufe. Und du lässt die Türe zu, klar? Schlotternder Protest, nebenan wird es lauter und leiser und viel lauter und es kracht und rumpelt. "Hör was der Papa sagt, die Türe bleibt zu!" In die Hose gehüpft, in die Stiefel gehüpft, den 60er Knüppel an der Haustüre gegriffen und die Haustüre aufgerissen. Im Flur Chaos, überall, bis unten an der Haustüre: Schuhe. Der ganze Schuhschrank leergefegt oder ausgekippt. Blumenvase umgefallen. Okay, hinter mir zu machen, ruhig bleiben. Die Haustüre gegenüber geöffnet, Blick in den Flur, dasselbe Bild, überall liegen Dinge verstreut, eine Kommode abgeräumt. Der große, freche Kläffer liegt zitternd hinter der Couch. Die Nachbarstochter redet irgendwo um die Ecke beruhigend auf ihre Mutter ein. "Äh... Mädels, alles klar?" Es folgt ein "Jaja..." der Tochter und ein "Nein!" der Mutter. Au Huur, watt denn jetzt? "Braucht ihr Hilfe?" "Ich weiß nicht, ich glaube schon...." die Mutter wieder. "Nein Mama, pssst..." Es folgt eine kurze Diskussion der beiden, ob man denn jetzt aus dem Badezimmer kommen könnte oder nicht, Tochter dagegen, Mutter dafür. Sie kommt um die Ecke, Strumpfhose zerrissen, Makeup verschmiert von offensichtlicher Heulerei. Leicht hektisches, flaches Atmen und der unruhige Blick eines zu Tode gehetzten Kaninchens auf der Suche nach dem Fuchs. Stammelnd versucht sie mir zu erkären was los ist und zeigt ins Treppenhaus. Ja gut, Chaos, das sehe ich. Aber immer noch keine Räuber oder marodierenden Verrückten in Sicht. Ja nein, in der Küche... Da dasselbe, Chaos, aber kein Blut, keine Leichen, keine Mörder, keine Pentagramme oder eingeworfene Scheiben, nicht mal Fußspuren... also watt jetzt? Die Katze, die Katze... Liegt nicht in der Küche, nicht im Flur, nirgends Blut... hä? Das hysterische Geschluchze wird mir zuviel, ich werde laut. "Watt geht hier ab?!" Sie fängt sich halbwegs und erklärt das Disaster. Sie geht in den Flur, nimmt sich ihre blöden Wildlederstiefelchen, stiefelt ein und tritt auf ne Maus. Die war aber noch am Leben, also ging dann der Punk ab. Wildes Gehüpfe um das zappelnde Ding samt Stiefel vom Fuße zu bekommen, angeekeltes Gekreische und dabei fliegt der ganze Scheiß die Treppe runter. Die Maus, in blanker Panik um ihr Leben wieselnd, hechtet in den Flur in Richtung Badezimmer. Da sind aber die Türen zu, also zurück, auf die hysterisch krächzende Frau zu, die in ihrer Panik erst rafft, das die Maus drinnen ist, als die Haustüre zu ist. Also hüpf und tanzt sie über den Flur und reißt dabei alles zu Boden um dem armen Vieh den Garaus zu machen. Das Vieh macht sich dann ab durch die Mitte und versteckt sich, oh Überraschung, unter den Küchenschränken. Ob ich da denn nicht... ähm.... Nein, kann ich nicht. Sperr die doofen Katzen solange in der Küche ein, bis die das Scheißvieh haben. Am besten ziehste vorher die Schränke von der Wand. Ich gehe wieder rüber und werde mein Kind beruhigen. "Es tut mir so *schluchz* leid, es tut mir *schluchzschluchz*..." Äh ja, klar, kein Problem. Meine Tochter saß derweil mit der Maus spielend vor dem Rechner und hat die Dose mit dem Butterspekulatius leer gekramt. "Hat die Monika wieder Blööödsinn gemacht?" Genau.