Fände es auch schade, wenn das Topic sinnlos würde, profitieren ja hoffentlich viele zukünftliche Fahrer. Da ja grad aktuell in der Kaufberatung nach Tourenrollern gefragt wurde, und ich mich nach der Tour hier noch gar nicht wieder gemeldet habe, kann ich ja mal berichten, was bei uns kaputt ging, und was gebraucht wurde. Wir hatten ja auch überlegt, was wir mitnehmen wollten- 3 Wochen Fahrt und begrenzter Platz. Unsere Tour führte uns von Münster zur niederländischen Küste, von dort per Fähre nach Newcastle, um dann nordwärts nach Schottland zu fahren. Quer durch die Highlands bis zur Isle of Skye. Dann westwärts die schottische Küste runter, um dann wieder per Fähre nach Nordirland überzusetzen. Von Nordirland dann die Küste runter nach Irland (Dublin) selbst. Ansich sollte Südirland auch noch erfahren werden, aber das Wetter zwang uns zum Aufenthalt in Dublin (was auch ok war). Von dort wieder per Fähre nach Nordwales. Durch Wales südöstlich durch die Midlands in Richtung London. Über Dover per Fähre nach Frankreich und direkt über Belgien, die Niederlande zurück nach Deutschland. Die genaue Tour mit Bildern ist unter Reiseberichte zu finden. Da das ja alles westeuropäische Länder sind, sollte man ja davon ausgehen, dass man grad in England als Rollerland recht schnell an E-Teile kommt. Grundsätzlich mag das auch stimmen..., aber man muss auch immer bedenken, wo man sich grad aufhält. In London findet man schnell Ersatz, aber in den einsamen Gegenden von Schottland zB , wo man mitunter über etliche Minuten kein Haus sieht...geschweige denn andere Menschen sieht das schon anders aus. So wurde im Vorfeld ja auch gesagt," ...bei ner Panne...ab zum nächsten Bauern..." .., das ist aber zT gar nicht möglich, oder man schiebt 2 Stunden und hofft auf menschliche Ansiedlungen. So gesehen sind einige Teile, die vielen überflüssig erscheinen durchaus wichtig. Kommt auch immer drauf an, ob man Zwangspausen von mehreren Tagen einplanen möchte. Nun aber mal zu den Pannen , welche Murphys Gesetz folgend fast nur bei mir auftraten, obwohl wir beide Roller zeitgleich und zusammen überholt hatten. Bei meiner muss ich sagen, dass ich diese erst anfang des Jahres mit Schäden übernahm, und erst kurz vor der Tour fertig bekam. Probefahrten (auch mit Gepäck) wurden zwar unternommen, aber das ein oder andere ergab sich erst während der Tour. Erste Panne war bei mir ein unrunder Reifen. Dieser war natürlich neu, Felge war auch ok und Schlauch war vorab auch neu gekommen. Aber während der Fahrt kurz vor Edinburgh merkte man einen unrunden Lauf. Kein Platten, sondern entweder irgendwas mit der Felge (Schlag während der Fahrt), oder der Reifen ist verrutscht-keine Ahnung. Also schon am 2. Tag der Tour den Ersatzreifen angebaut. Damit war Ruhe. Benötigtes Werkzeug- 13er Nuss/Knarre + E-Reifen Dann schliff der Reifen teilweise seitlich am Kupplungsdeckel, so dass man es schon stark roch. Ursache war das blöde kleine Gummi in der unteren Stoßdämpferaufnahme. Das hatte ich vor der Tour mit einem original Teil erneuert. Nur ist dieses O-Teil kürzer, so dass mit Beladung der Stoßdämpfer "kippte", eben weniger Halt hatte. Das konnte man mit U-Scheiben (unterwegs organisiert) zwischen Trommel und Felge lindern. Inzwischen gibt es ja die Gummis als Repro in länger (wie ursprünglich original), was man dann auch nehmen sollte. Benötigtes Werkzeug :13er Nuss/Knarre + U-Scheiben Dann im Nationalpark von Glasgow zufälligerweise bemerkt, dass meine Hinterachstrommel minimal lose war. Splint war alles noch drin, aber es reichte , dass Getriebeöl rauskam. Da ich Splinte, wie auch ne große Knarre mit passenden Nuss dabei hatte, war diese Reperatur ruckzuck erledigt. Hätte ich diese Teile nicht dabei gehabt, hätte diese 3 min Reperatur wieder einiges an Zeit usw gekostet. Zudem die verschiedenen Schlüsselweiten Metrisch/Zoll, was nicht jede Werkstatt hat. Benötigtes Werkzeug: Knarre, Nuss, Splint, Seitenschneider In Nordirland und Irland erwischte uns die ganze Freundlichkeit des irischen Wetters- Dauerregen wie wir ihn noch nie erlebt hatten. So fing meine Kiste zu stottern an. Ab zur Tanke und bemerkt, dass das Gummi über den Kontakten der Blackbox zwar optisch heile war, aber wohl dennoch Wasser an die Kontakte ließ. Der Einfachheit halber Ersatzbox drangeschraubt( passende Schlüsselweiten waren dabei) und die Nasse trocken gelegt. Zudem mit Kabelbindern die wir mithatten eine Tüte um die Box fixiert. Zudem noch reichlich Dirko um die Gummitülle geschmiert. Danach ging es wieder, bis das Navi ausfiel. Batterie hat nicht mehr geladen (wir hatten die Elektrik von ohne Batterie auf Batterie mit anderem Spannungsregler usw vorab umgerüstet). Benötigtes Werkzeug: Kabelbinder, Knarre/Nuss für Blackbox, Dirko,Tüte, Blackbox In Dublin dann einen kleinen Rollerladen gefunden (mehr ne Schrauberhölle..aber vielmehr gibt es da nicht). Dort meinen Ersatzspannungsregler verbaut (bzw erstmal geschaut woran es lag). Dabei zudem bemerkt, dass mein vorab schon verstärkter Gepäckträger einen Haarriss hatte. Also von Colin dem Schrauber den Tip bekommen, bei einem anderen Shop, bzw Schrauberwerkstatt vorbeizuschauen.., da er kein Schweißgerät habe. Bei Carl (zweite Bude nun) den Gepäckträger demontiert und neben dem bemerkten Riss einen weiteren entdeckt und schweißen lassen. Benötigtes Werkzeug waren die Maulschlüssel (+ Knarre zum kontern) für den Gepäckträger, Nuss für Batteriekasten, Kreuzschraubendreher, Spannungsregler In England dann wieder Probleme mit der Zündung. Es war feucht , aber es waren keine richtigen Aussetzer..mehr eine elektronische Drossel, die stellenweise kam. Ich vermutete den Pickup, kannte das Problem vorher nicht. Also in einer offenen Scheune Polrad mit Abzieher ab, Ersatz-Lima drauf und zusätzlich nochmal die Blackbox gegen die nun trockene alte getauscht. Wieder mit Dirko alles abgedichtet und Ruhe für den Rest der Reise. Benötigtes Werkzeug: Polradabzieher, 19er Maul, Kreuzschraubendreher, Schlitzschraubendreher, kl.Maul für Blackbox, Dirko, Lima Dann wieder England: leichtes Wippen von hinten. Nix gesehen. Bei der Rast auf dem Motorway dann gesehen, dass erneut ein ganzes Stück Gepäckträger fehlte. Hing zum Glück in den Sturzbügeln der Traveller fest. Mit Spanngurten zusätzlich alles gesichert und in den nächsten Ort gefahren. Dort eine kleine Werkstatt gefunden, der das wieder schweißte, plus zusätzliche Streben einschweisste. Benötigtes Werkzeug: s.o. Dublin Deutschland- Autobahn: Kerzenstecker abgeflogen und am Standstreifen nur schnell wieder drauf gesteckt. Zum rauskramen eines Ersatzes war es da zu gefährlich. Und mehrmals mussten wir den Ersatzkanister benutzen. Jeder hatte einen 5 liter Kanister dabei, der grad oben in Schottland von Nöten war. Wir konnten bis auf die Schweißarbeiten alles selbst schnell erledigen. Das ein oder andere wie das blöde Gummi hätte man hier vorab ggf merken können, aber dem war leider nicht so. Mein Gepäckfach war quasi mit allen Werkzeugen und E-Teilen voll. Quasi alles, um einen Motor komplett in der Pampa am Strassenrand zu zerlegen. Ich hatte im Endeffekt dabei (aus dem Gedächtnis jetzt): -Maulschlüssel: 7, 8, 10, 11, 13,14,17,19, und den dicken für die Traversenschraube...22 oder 24? zum kontern -Nüsse + Knarre (gr+kl) nahezu identisch wie die Maulschlüssel + Verlängerungen -Abzieher für Polrad, Kupplung,Kupplunskompressor -kl. Hammer -Rohrzange, Seitenschneider -Zündkerzenschlüssel in klein (der leider nix hielt) -Kreuz/Schlitz als Nüsse -Elektroschraubendreher -Tüddeldraht -einen Kolben (war bei uns identisch) -Schmirgelpapier -Kabelbinder -Gaffatape -ein Stück Kabel -Lichtmaschine -Spannungsregler -Blackbox -Zündkerzen -Kerzenstecker + Kabel -Dirko -Dichtsatz -Simmerringe -Splinte -eine Kupplung -Vorderbirne/Rücklichtbirne/Bremslichtbirne -Ersatzschlauch -(Sicherungen wegen Navi/Batterie-einbau) -Züge+Nippel Im Groben müsste es das gewesen sein. War nicht wenig, aber es passte alles in mein Gepäckfach, eingepackt in verschiedenen Stoffbeuteln. Für eine Tour hier in Deutschland hätte ich ggf auch das ein oder andere hier gelassen- aber ich war froh, dass wir alles dabei hatten. Da wir ja auch was von den Ländern sehen wollten, mussten wir so nicht auf Expresslieferungen oder dergleichen warten. Aber auch jeder Roller ist da verschieden. Vieles wäre hier auch passiert, aber dadurch, dass wir die 3500 am Stück gefahren sind, fällt das mehr auf, als wenn man die Strecke über Monate in Deutschland hier und da abreißt und dann Stück für Stück wieder instand setzt. Zudem hatten wir jetzt enorm Gepäck vorne, hinten und überall am Roller. Das Gewicht merkt man. Auch sind die Straßen zT anders als hierzulande. Schottland war traumhaft schön, aber die Straßen (oder zumindest die meist kleinsten Strassen die wir fuhren) sind extrem rauh. Bei beiden Karren sind die Reifen hinten blank gewesen, als wir wieder zuhaus waren. Rollsplit wie oben schon bemerkt, Cattlegrids usw tun ihr übriges. Auch hatten wir vor der Fahrt überlegt, welche Sitzbank wir nehmen. Die originale mit dem Spannbügel kam nicht in Frage. Es sollte schon eine durchgängige sein ohne Federn. Wir entschlossen uns für 2 Ancilotti Nachbauten. Grundsätzlich eine gute Wahl. Allerdings sind die Nähte nicht dicht, so dass man auch Tage nach dem Regen noch einen nassen Arsch hat. Auch die Polsterung ist nicht unwichtig. Obwohl beide Bänke identisch und neu waren, war meine härter vom Schaumstoff. Gerade bei langen Strecken war das ein Vorteil. Für die nächste Tour würde ich meine sogar nachträglich noch härter polstern lassen und die Nähte von innen abdichten. Weitere Erfahrungen von Tourenfahrern sind immer willkommen