@Lapflop
Ich würde mir das kabellose Fahren trotzdem nochmals genauer durch den Kopf gehen lassen!
Es sind da sicherlich die einen oder anderen Mäher schon recht ordentlich und vielversprechend unterwegs, ich habe aber aus der Praxisbeobachtung doch noch etwas Bedenken.
Unabhängig ob der Mäher jetzt satellitengesteuert oder über Kameras, Sensoren, Abstandsmesser etc. gesteuert wird. Diese Geräte sind deutlich komplexer aufgebaut, als ihre Vorgänger.
Während bei den kabelgebundenen Mäher der bekannten Marken, mit ein wenig handwerklichen
Geschick dieser vollkommen selbständig gewartet und repariert werden können, so ist das bei den Nachfolgemodellen, ohne Kenntnis nicht mehr so einfach zu bewerkstelligen. Dann gilt es auch abzuchecken, wie ist die Ersatzteilversorgung bzw. mit welchen Wartezeiten habe ich bei Reparatur oder Reklamation zu rechnen.
Es kommt ggf. bei der neuen Generation noch etwas dazu, dass z.B. für das Bereitstellen von Softwareupdates, Zusatzmodule mit SIM-Karten oder GPS Empfang etc. etc., in weiterer Folge eine Nutzungsgebühr fällig wird. In der Regel in den 1-3 Jahren kostenlos, danach wird man zur Kasse gebeten.
Ich würde grundsätzlich an deiner Stelle folgende Punkte im Vorfeld mal klären:
1.) Komplexität des Gartens
Je komplexer umso mehr in Richtung vollständig autonomes Fahren bzw. wenn im
Gartenbereich öfters Umgestaltung oder Gruppierungen von Gegenständen erfolgt!
Der sogenannte dynamische Garten!
Bei einfacher Gestaltung ohne weiterer geplanter Abänderungen (statischer Garten), allerdings
nach wie vor die kabelgebundene Ausführung im Auge behalten!
Die Technik ist erprobt und bewährt. Bei ordentlicher Verlegung der Drähte im richtigen Abstand
und Tiefe hast du ein Konzept das immer funktioniert (außer die Drähte werden beleidigt).
Ich habe Mäher im Einsatz, die bei entsprechender Wartung, bereits 20 Jahre am Buckel
haben und außer dem obligatorischen Akku- und Messerwechsel nach wie vor tadellos
funktionieren.
2.) Unbedingt im Vorfeld das W-LAN Netz und die Abdeckung im Gartenbereich checken!
Das ist mit Sicherheit einer der wichtigsten Punkte um mit deinem Mäher per App zu
kommunizieren. Natürlich auch die Stabilität deines Internets. Für die meisten zusätzlichen
Einrichtungen (Funksignalverstärker, Module, GPS - Empfänger etc.) sind diese Komponenten
ebenfalls wichtig, weil eine Einbindung ins Netz erforderlich ist.
3.) Platzierung der Ladestation (betrifft alle Varianten)!
Da im Vorfeld genauestens positionieren bzw. auch schon mal diverse Installationsanleitungen
von Infrage kommenden Mähern quer lesen um den besten Standort auszuwählen. Da müssen
die Vorgaben bzw. Abstände penibelst eingehalten werden.
Speziell bei den Modellen mit Begrenzungsdraht.
Besonderer Augenmerk gilt der Kabelführung des Leitkabels.
Der Mäher fährt in der Regel immer links davon. Daher ist da
vor allem auf die genaue Einhaltung der Abstände zum linken Begrenzungskabel Rücksicht zu
nehmen, da ansonsten die Kalibrierung des Mähers zwecks andocken an die Ladestation
Schwierigkeiten machen kann.
Der Bereich vor der Ladestation ist mit Sicherheit einer der frequentiertesten Stellen im Garten,
wenn hier der Mäher auf zu lockeren Boden fährt bzw. oftmalig drehen muss um den geraden
Weg in die Ladestation zu finden, dann sind dort gerne mal diese Stellen massivst abgefahren.
Positionen in schmalen Passagen oder Eckbereichen sollten vermieden werden. Je gerader der
Mähroboter auf die Ladestation trifft umso geringer ist die Abnutzung davor. der Rasenfläche
davor. Auch feuchte bzw. schattige Bereiche sollten eher gemieden werden. Wobei die
dauerhafte Sonneneinstrahlung auf eine Ladestation ohne Dach jetzt auch nicht das Wahre
wäre.
Wenn das mal überprüft wurde kannst du Dir dann den in weiterer Folge den Mäher und dessen genaueres Funktionsprinzip überlegen.
Warum ich, der anfänglich sehr euphorisch war bezüglich der neuen Genration an Mähern wieder eher in Richtung kabelgebundene Systeme tendiere hat mehrere Ursachen.
1.) wie oben schon angesprochen, dass System funktioniert und ist über Jahrzehnte ausgereift.
Die einfachen Mäher funktionieren auch ohne W-Lan anstandslos und sollte ich modernere
Modelle in Erwägung ziehen, dann kann ich die bei ausreichender Abdeckung, ins Netz
integrieren und ansteuern. Service und Wartung ist zu bewerkstelligen. In meinem Fall
beschränkt sich die Aussage auf Modelle von Husqvarna und Gardena. Ersatzteilversorgung ist
bestens gegeben, allerdings haben die Originalteile leider auch ihren Preis.
2.) Bei den Satelliten gesteuerten Mäher waren meistens Problem mit dem GPS Empfang gegeben
und dann musste oft um teures Geld nachgerüstet und verstärkt werden, um eine
flächendeckende Mähleistung zu gewährleisten. Bei speziellen Marken kommt dann noch dazu,
das die Erstinstallation bzw. Flächenfestlegung nur durch Fachfirmen erfolgt und ins Gerät
eingespielt wird. Auch für spätere Abänderungen im Garten muss dann jedes mal die Firma
kontaktiert werden.
3.) Bei den Mähern mit visuellen Einrichtungen und Sensoren war das Problem dann meisten, eine
Verschmutzung, wodurch diese Modelle dann nichts mehr erkennen konnten und in den
Störbetrieb gingen. Auch die Erstinbetriebnahme nicht immer so einfach zu bewerkstelligen.