Ich bin wirklich kein Fan der katholischen Kirche. Das mal vorweg.
Aber ich kenne ein paar katholische Pfarrer und auch ein paar evangelische. Nur um von den katholischen Priestern zu sprechen:
Das bedingt vorweg und i.d.R. ein abgeschlossenes, katholisches Theologiestudium mit u.a. Kenntnissen in Latein, (Alt-)Griechisch und Hebräisch. Das macht man mal nicht einfach so.
Anschließend - in der katholischen Kirche - i.d.R. eine längere Vorbereitungszeit als Kaplan bis man dann endlich zum Priester geweiht wird.
Die Tätigkeit als Pfarrer einer Gemeinde ist eine Mammutaufgabe (!) und in der katholischen Kirche ggf. noch belastender, als in der evangelischen Kirche, weil aufgrund des Zölibats eine Partnerin im Leben fehlt bzw. eine Beziehung nicht gelebt werden darf. Das soll die Leistung eines evangelischen Pfarrers/Pfarrerin keineswegs schmälern.
Die Leitung einer kath. Pfarrei heißt heute i.d.R. mehrere katholische Gemeinden gleichzeitig zu betreuen (weil es nicht mehr genug kath. Pfarrer gibt), nicht nur unter der Woche sondern sich auch an Wochenenden (und gerade da) den Gemeinden und der Gemeindearbeit zu widmen. Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen, seelsorgerische Tätigkeiten, Eheberatung, Gesprächsbetreuung in Altenheimen und Hospizen, Jugendfreizeiten, Leitung des Pfarrgemeinderates, Vorbereitung von Predigten und Messen etc. pp. und das für mehrere Gemeinden, zu denen man fahren muss. Die Tätigkeiten erschöpfend aufzuzählen spare ich mir, weil ich es nicht kann, weil ich gar nicht alle Tätigkeiten kenne.
=> pötpöt weiß es sicher besser als ich
Für diesen abartigen Wahnsinn, den ich selber nur dann machen würde, wenn ich komplett geistig unzurechnungsfähig oder hoffnungslos altruistisch geprägt wäre, ist in etwa ein Anfangsgehalt von grob ca. 3.500 Euro brutto bzw. ein Endgehalt von grob ca. 5.000 Euro brutto realistisch, was in der Endstufe etwa der Beamten-Besoldungsgruppe A13 entspricht (je nach Bundesland). Das ist wahrlich kein schlechter Verdienst, aber auch keiner, mit dem man reich wird. Und wenn man bedenkt, was man dafür leisten muss, ist es nicht sehr viel. Und wenn man bedenkt, dass man es als katholische Pfarrer - auch wenn man sich das selbst ausgesucht hat - ein Leben lang ohne Partnerin leisten muss, ist das mehr als heftig.
Also der "Paffe" wird von der Kirchensteuer und seinem Gehalt nicht unbedingt reicher und fetter. Und nach meinem Dafürhalten eine der am meisten psychisch belastenden Tätigkeiten, was sich in der kath. Kirche aus diesen und den oben genannten Gründen immer weniger Menschen antun wollen.