Ich weiss ja schon ne ganze Weile nicht mehr, ob's Sinn macht, hier ernsthaft etwas zu posten, weil immer jede Meinung mit ner Gegenmeinung sofort widerlegt werden kann. Aber seisdrum: Ich bin nun 23 Jahre in dem Laden Evangelische Kirche beruflich unterwegs und seit 11 Jahren im GSF und fühl mich hier wie dort ziemlich zuhause und wohl, solang die Konzentration unerträglicher Vögel im grünen Bereich bleibt. Dabei fällt mir auf, dass es hier wie dort die gleichen Typen gibt. In meinem Laden gibts Bluenotes, Revolverhelden, Crisus, BFCs., Beos, Digglers, Halbetrabis, Kaskups... Es gibt motivierte Idealisten, frustrierte Sarkasten, romantische Träumer, machtgeile Wichser, ganzganz wenige wirklich Normale, Ironiker, Fundis, Anarchisten, Hausmeister, Visionäre, Ärmelschoner, Korinthenkacker, Wattebäuschenwerfer, ... so ziemlich quer durch. Hier werden Leben gerettet, Leben versaut, Chancen eröffnet, Türen zugeschlagen. Hier lässt man fünfe grade sein und kann nicht auf drei zählen. I ch glaube ich kann das durchaus ganz gut einschätzen: Ich habe Leitungsfunktionen und bin zugleich Mitarbeitervertreter. Ich bin gefördert worden und verarscht. In meinem Laden gibt es alles - sprich, er ist ein ganz guter Querschnitt der Gesellschaft... Dinge, wie Lohndumping gibt es. Es gibt auch welche, die kämpfen dagegen. Machtgehabe gibt es. Wir haben dennoch demokratische Strukturen. Arroganz und Weltfremdheit gibt es. Ich kenne viele, die greifen bis zum Ellenbogen in die Scheiße, um Menschen zu helfen und glauben, damit den lieben Gott zu ehren. Und es tut verdammt gut, trauernden Kindern zu helfen, Obdachlose aufzuwärmen, Zwangsprostituierte zu beraten, Omis zu betütern, Brunnen zu bauen, Zelte in Flüchtlingslagern aufzubauen, Indigene juristisch zu beraten, Unberührbare zu schulen und Straßenkindern die Nase zu putzen. Gottseidank überwiegen meine Erfahrungen mit Kollegen, die so was tun. Ich bleib drin in der Kirche, vielleicht kann ich ja als "Scooterboy" da drin was richten (als Referent zu nem Seniorennachmittag mit der PX vorzufahren, macht jedenfalls n guten Eindruck ).