Vorweg: ich fahre und schraube seit knapp 28 Jahren an PXen und kenne ´keine "trockene Kupplungen" (was auch immer der Topic-eröffner damit meinen könnte)... Nur weil das Ding "Ölbadkupplung" heisst, triefen die Beläge nach dem Ausbau noch lange nicht! a) ich habe mir sämtliche vom Topiceröffner eingestellten Bilder angesehen: So sieht jede PX-Kupplung aus wenn man sie ausbaut! Die sind eben nicht "trockengelaufen", der Ölfilm, bzw. der ölgebadete Zustand zeigt sich ja schon in der etwas dunkleren Färbung der Beläge gegenüber den neuen hellen Korkbelägen und das ist normal so! Bild in Beitrag Nr. 4 zeigt einen glänzenden oberen Kupplungsbelag! Wo ist Problem? Das geht schon bauartbedingt nicht, dass sich dort mehr Öl ansammelt und das dann auch in irgendeiner Form dort sammeln könnte, dass man den Eindruck haben könnte, dass die eben nicht "trocken gelaufen" seien! Vespa baut seit 1946 diese Kupplungen nach diesem Prinzip und die funktionieren alle und zwar mit exakt 250 ml Öl, alles andere ist meines Erachtens Quatsch und unnötig! ich verweise hier mal allerhöflichst auf das Buch "Vespa Motorroller, Technik, Wartung, Reparatur, 14. Auflage" vom Schneider Verlag, S. 84 und S. 85: Dort sind Bilder einer frisch ausgebauten Kupplung abgebildet und die Beläge sehen kein bisschen anders aus wie die vom Topiceröffner, wie auch? Wenn hier jemand mal ein Bild einstellen könnte von einer frisch ausgebauten und triefenden und daher "nicht trockenen" Kupplung, lasse ich mich gerne belehren! Andere Topicteilnehmer haben hier ja schon mehrfach darauf hingewiesen (u.a. von PXler sehr schön beschrieben ), das ist aber immer wieder vom Tisch gewischt worden. b) Wie kommt man zu dem Schluss, dass DAHER ein Rupfen kommt? Man kann im eingebauten Zustand weder in den Motor blicken, noch aus irgendwelchen anderen Gründen darauf schliessen, das das DAHER (Wiederholung: die ausgebauten Kupplungen sind nicht "trocken"!) kommt. Alleine schon deswegen macht das Topic mit dieser Fragestellung an dieser Stelle eigentlich keinen Sinn mehr, weil der Topiceröffner sich daran festbeisst, dass diese Kupplungen trocken seien (als Tatsache!) und dann noch den absoluten Schluss zieht, dass DESWEGEN diese Beläge "rupfen", was auch nicht bewiesen ist, sondern nur als Tatsache festgestellt wird, warum auch immer? Ein "Rupfen" der Kupplung kommt doch überwiegend von verschlissenen Kupplungsbelägen, wobei "verschlissen" nicht heisst, dass der Belag runter ist, sondern verbrannt oder sonst wie in der Konsistenz verändert ist, das ein sanftes Aufeinandergleiten der Beläge und der Scheiben nicht weiter ermöglicht. Ich habe selbst mehrfach super funktionierende Kupplungen (verstärkte Surflex-Kupplung mit verstärkten Federn und Korb/Sicherungsring) auf meinem früheren 207er Polini auf Langhubwelle "aufgeraucht", weil ich mal wieder an einer Ampel gemeint habe, mich mit irgendwelchen Falschtaktern messen zu müssen und dabei die Kupplung bei hohen Drehzahlen zum schnelleren Beschleunigen lange hab schleifen lassen.. Schwups.. an der nächsten Ampel hat die Kupplung gerupft und das blieb dann auch bis zum Austausch so .. beim Ausbau waren die Korkbeläge optisch NICHT runter (edit meint: die waren auch nicht trocken, ganz vergessen !), aber haben beim Einkuppeln einfach dieses Rupfen verursacht.. neue Beläge drauf und das wars... Allein schon deswegen werden bei extrem getunten Motoren wesentlich bessere und belastungsresistentere Beläge verwendet als auf der Straße. Welche Beläge die richtigen für welchen Motor sind muss jeder anhand seines Setups (Leistung etc.) herausfinden, da gibst sicher einige verschiedene Philosophien dazu. Auch die Verarbeitungsqualität der Beläge und der Scheiben ist da wirklich extremst unterschiedlich. Ich habe schon sehr viele ausprobiert, von originalen bis zu den "besten" und teuersten, die haben per Saldo alle gut funktioniert (nicht gerupft!). Einziges Problem das ich kenne, waren rutschende Kupplungen aufgrund zu schwacher Federn bei zuviel Leistung, aber das lies sich mit stärkeren edern beheben. Und sauberes Zusammenbauen, notfalls die Laschen etwas nachfeilen (wer bördelt denn nicht exakt passende Laschen einfach nur um und wundert sich, dass das irgendwann einmal Probleme macht? ) und richtiges Zusammensetzen und Beachten der Lochreihen etc. kann dabei nicht schaden. Ob "über-Nacht-in-Öl-legen" wie von manchen Shops angepriesen die Lösung ist, weiss ich nicht, da ich das noch nie gemacht habe und die Kupplungen trotzdem funktionierten? Achja: In der Vespa-Reparaturbibel steht da nix drüber mit dem "Einlegen", wie auch? Der Kunde stellt morgends seine Vespa in der Werkstatt ab und holt sie Abends mit neuer Kupplung wieder ab Und jetzt los, haut drauf auf meinen Beitrag Jungs und gebt Euer Bestes!