jepp. muss ich wieder vermehrt trinken, dieses jahr dafür verfolgt mich langsam das flugzeugunglück, glaub ich eigentlich hätte alles so schön sein sollen. brav mitter S-Bahn zum flughafen gefahren um der firma geld zu sparen. dort innerhalb von 3 minuten durch die sicherheitskontrolle (gürtelschnalle abnehmbar, brav alle elektronischen geräte raus, flüssigkeiten in den plastikbeutel und die taschen leer). ab ans gate, teechen aus'm lusthansaautomatenund dann schön als letzter (wie immer) erst in den bus, dann ins flugzeug. diesmal hab ich auch brav gewartet, bis boarding completed war und dann die stewardess gefragt, ob irgendwo noch ein doppelsitz frei wäre, auf den ich mich setzen dürfte. und ja, da war einer in der ersten reihe hinter'm cockpit mit fussraumplatz und blick auf den propeller. fein. situiert und die beine ausgestreckt. und dann: möp. der captain startet den rechten motor und das ding klingt als würde ne 8er nuss hinter der lüraabdeckung karussell fahren. motor aus. lichter aus. lüftung aus. polnisches fluchen aus'm cockpit. das einzige was mir verständlich war war "cholera" - hier soviel wie "scheisse". der farbige franzose in der sitzreihe neben mir schaut mich in der dunkelheit mit großen weissen augen an und bildet ein paar negerschweissperlen auf der stirn aus. dann hörte man den captain weiterfluchen und den motor nochmal starten. vogel fährt sich wieder hoch. lichter an. lüftung an. 8er nuss fährt karussell. propeller aus. flugzeug aus. polnisches fluchen aus dem cockpit. der negerschweiss läuft in einem kleinen bach. man sieht von den seiten so warnwestenhiwis kommen, die sich vorsichtig dem flugzeug nähern. der propeller steht zwar, aber die jungs müssen sicher irgendeinen abstand einhalten. auf energisches polnisch aus dem cockpit hin, machen sich warnwestenheinis daran, sich dem motor zu nähern. großes gewusel entsteht. alles dauert schon viel zu lange um bez. des bevorstehenden flugs kein ungutes gefühl zu entwickeln. der farbige tupft sich hals und nacken mit einem taschentuch, bevor der schweiss in den hemdkragen rinnt. ich beginne abschiedsbriefe in mein tagebuch zu schreiben. vermache die roller dem club, die schnapssammlung dem blauen kreuz und alles andere der LS. entschließe mich, sollte ich doch überleben, einigen hübschen frauen meine liebe zu gestehen. werde von einer netten polin eine reihe weiter hinten angelächelt, als ich mich umsehe. ich lächle zurück. draußen versucht der pilot zusammen mit einem der kofferkulis diverse riemen am triebwerk durch bereitwillig von den stewardessen zur verfügung gestellte nylonstrümpfe zu ersetzen. der copilot schlägt ein munter liedchen pfeifend mit seinem schuh auf einzelne bauteile ein und fabriziert kleine dellen an diversen luftleitblechen. zudem fallen lose muttern und schrauben auf's vorfeld. der neger sieht das auch, schwitzt noch heftiger und beginnt leise zu wimmern. die polin (nicht unhübsch) lächelt aufmunternd. ich habe mein testament nochmal geändert und vermache jetzt doch noch die fickfilmchensammlung auf super8 dem schullandheim in pottenstein. pilot, copilot und kofferkuli feilen mittlerweile neue kanäle in den zweitaktturbo. dazu haben sie sich einige aus dem handgepäck alter damen entnommenen nagelfeilen organisiert. eine der stewardessen nutzt einen unbeobachteten moment und nimmt einen tiefen schluck aus ihrer taschenflasche. ich beschließe die polin zu fragen, ob sie mit mir die momente bis zum aufschlag auf der flugzeugtoilette verbringen will. sie kommt mir zuvor indem sie durch spreizen ihrer hübschen schenkel einen blick darauf frei gibt, dass sie wohl aus ärmlichen verhältnissen stammt und sich keine unterwäsche leisten kann. ich werde hart, der farbige eher weich. er singt frère jacques in sein taschentuch - oder zumindest klingt es so - kann aber auch ein französisches vater unser sein. sein hemd ist nass wie die polin in der reihe hinter ihm. nachdem pilot und copilot die lust am puzzlen verloren haben und der kofferkuli damit beschäftigt ist an seinem blutenden daumen zu saugen, macht die stewardess mit der taschenflasche eine durchsage auf polnisch woraufhin sich alle polen daran machen ihre klitaschen zusammenzuraffen und das flugzeug über den hinterausgang zu verlassen. anscheinend wir der vogel aufgegeben. die polin schließt ihre schenkel und der geradeeben noch pitschnasse mann afrikanischer abstammung ist auf einmal so trocken wie ein martini und schickt sich ebenfalls zum gehen an. wir werden an einem haufen flugzeugmotorenteile die allesamt recht verbeult, zerkratzt und unansehnlich unterhalb des flügels umeinherliegen vorbei in einen bus gepfercht und zu gate 4711 gefahren, wo wir angeblich nur vorübergehend ohne wasser und brot kaserniert werden. informationen sickern spärlich durch. ein japaner meint gehört zu haben, dass der pilot "was organisieren" will. die erneute verschlechterung unserer situation und die anlandung in einem off-gate lassen die polin wieder lächeln und zugänglicher werden. sie nimmt den sitzplatz neben mir und nestelt an meinem hosenlatz - auch wenn das flugzeug uns nie von münchen wegbringt, scheint der fortbestand der rasse gesichert. der augen des farbigen suchen in der menge der gestrandeten auch nach einem adäquaten weibchen. werden aber nicht fündig. er schwitzt wieder stärker. die stewardess nimmt sich ein herz, einen weiteren schluck aus der taschenflasche und sich seiner an. ein zusätzlicher geöffneter blusenknopf an ihrer uniform lässt bereits die halbe brust frei - der maximalpigmentierte franzose schwitzt schon wieder - diesmal vor vorfreude. dann eine durchsage: man hätte wohl noch ein pasendes stück gartenschlauch gefunden um die spritleitung zu erneuern und könne in wenigen minuten mit boarding 2.0 beginnen. die hübsche polin wischt sich den mundwinkel und lässt ab. die stewardess schließt den blusenknopf wieder und der farbige intoniert die marseillaise mit schnalz- und klicklauten - er stammt wohl aus einer ehemaligen französischen kolonie. mittelfranken oder so. man boardet erneut. neben unserer maschine steht ein flugzeug der augsburg airways. ich bin froh, dass ich mit LOT fliege, weil wir haben wenigstens zwei triebwerke. auch wenn eins davon nur mit tüddeldraht und kaugummi am flügel hängt und jemand mit edding irgendwas durchgestrichen und krakelig "LOT - fly the polish way" darübergeschrieben hat. boarding ist completed. der neger meint schwitzend und ich küsse die polin nochmal mit zunge bevor ich wieder meinen schönen sitzplatz in erster reihe einnehme um beruhigt einzuschlafen.erst das rumpeln des aufsetzens auf der landebahn in poznan reisst mich aus einem unruhigen schlaf. es scheint alles nur ein traum gewesen zu sein. der franzose schwitzt nichtmal. die polin liest in der bibel. die stewardess wünscht sehr nüchtern einen schönen aufenthalt - jedenfalls glaube ich dass swinia sowas in der richtung heisst. ich muss nur am montag kaugummi kaufen gehen - die sind seltsamerweise alle weg, obwohl ich mir sicher war welche gekauft zu haben. außerdem sind irgendwie die 3 meter guten deutschen gartenschlauchs, die ich einem kollegen in polen für seine datscha mitbringen sollte, in der abfertigung am münchner flughafen verlorengegangen. mist. hauptsache ich bin gut angekommen geplanter abflug MUC: 21:25 Uhr tatsächlicher abflug MUC: 23:30 Uhr gute nacht ... die woche wird sicher wieder hart, vor allem der montag. b