Ich weiß nicht, ob ich es schon jemals getan habe, aber ich würd dann doch gern mal meine ganz persönlichen Entscheidungsgründe, warum ich mich sofort impfen lassen habe, darlegen.
vielleicht hilft diese Perspektive ja dem ein oder anderen - denn ich finde, unsere Gesellschaft verrennt sich in zahlen, Diskussionen, Statistiken - die MOMENTAN (!) eigentlich völlig obsolet sind…
(ACHTUNG: ab hier folgt Purer Egoismus…)
betrachten wir noch mal die Grippe. Hier weiß man sehr genau, welche Gruppen gefährdet sind und wer sogar daran sterben könnte. Ich selbst gehöre nicht zu dieser Gruppe, lass mich aber trotzdem dagegen impfen weil ich keinen Bock hab flach zu liegen. Meine Entscheidung. Punkt. Gibt auch viele die sich grad anders entscheiden - deren Sache - auch Punkt. Fertig.
jetzt Corona: wer sind die gefährdeten? Tjaaaaa… warum kommt in Italien ein 101 jähriger fit wie ein Turnschuh aus dem Krankenhaus nach überstandener Krankheit während fast gleichzeitig in Frankreich die erste 13 jährige an Corona stirbt, die vorher kerngesund war???
ganz einfach: WEIL WIR ES NICHT WISSEN!
sind wir doch mal ehrlich: die ganze Einschätzung zu Risikogruppen ist leider ein allgemeines Blabla - ähnlich spezifisch wie der Schriftzug „rauchen kann tödlich sein“ auf der Zigarettenschachtel. (Nur, dass ich freiwillig rauche, ein Virus hol ich mir ja nicht freiwillig.)
schlussendlich ist die Einschätzung, wer denn gefährdet ist nur eine allgemeine Weisheit. „Ältere mit nachlassendem immunsystem oder chronisch kranke mit geschwächtem“. Wow. Welch Erkenntnis. Leider aber schon zig tausendfach (wenn nicht millionenfach) Wiederlegt - sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung.
kerngesunde aller Altersklassen erkranken schwer oder sterben, während alte oder chronisch kranke das ganze überstehen wie eine triefende Nase…
kurzum: die Wissenschaft weiß ganz einfach bis heute NICHT wer die Risikogruppen sind. Punkt, aus, fertig.
und vor diesem hintergrund kommt jetzt wieder der Egoismus ins Spiel:
Wenn ich - im Gegensatz zur Grippe - nicht weiß ob ich Risikogruppe bin, dann ist es mir einfach gar nicht möglich, hier auch eine freie Entscheidung zu treffen.
fest steht: durch die Impfung reduziere ich mein Risiko daran zu sterben oder schwer zu erkranken. Klar, jetzt kommen die Wahrscheinlichkeiten - aber was nutzen mir denn die, wenn ich keinerlei Angaben als Entscheidungsgrundlage habe, dass es nicht AUSGERECHNET MICH trifft???
ich kann das gar nicht entscheiden, mir fehlen dazu die Grundlagen. Ist einfach so.
und so lange mir kein Wissenschaftler, Virologe, Arzt oder sonst was sagen kann, ob ich Risikogruppe bin oder nicht - so lange wird das auch so bleiben. Und so lange bleibt mir auch gar keine andere Wahl, als mich impfen zu lassen. Ob’s mir jetzt passt oder nicht - scheissegal.
sobald die Risikogruppen freilich identifiziert sind schaut’s dann anders aus. Dann wird das ganze wie die grippeimpfung. Dann hat man eine Grundlage, auf der man sich frei entscheiden kann. Werd auch ich für mich dann persönlich neu bewerten - wird wahrscheinlich eher wieder pro Impfung gehen. Is aber ja dann meine Sache…
und erst dann macht es auch überhaupt Sinn, sich mit Wahrscheinlichkeiten, den Krankheitsbildern (auch auf die lange Bahn) und dem ganzen Zeug zu beschäftigen. Vorher ist das einfach mumpitz. Da gilt es nur, die drecks Rüsselseuche NICHT zu bekommen.
bis dahin gilt für mich: ICH könnte der sein, den es erwischt. Mit allem von dem Zeug.
und die einzige Möglichkeit, meine Chancen zu verbessern ist, mich impfen zu lassen. Rein egoistisch. Ohne Blick auf die Gesellschaft, ältere, Kinder, Politik, Kirchen, rechtsradikale, Eimer aufm Kopf Träger oder sonst irgendwas oder irgendwen…
vorläufiges Ende der Gedankenspiele. jede weitere Synapse, die zu dem Thema angestrengt wird hat zum jetzigen Zeitpunkt schon zu viel gearbeitet.
wie gesagt:
das ist meine völlig persönliche Meinung und Perspektive auf die ganze Sache.
mehr nicht.
aber vielleicht dient es dem ein oder anderen ja bei der Entscheidungsfindung.
schöne Grüße,
jan