Da bist Du doch schon richtig gut unterwegs mit Deiner Liste!
Zu den Fragen:
1.) Zündschloss: richtet sich danach, ob es ein Batteriemodell (Zündschloss) oder kein Batteriemodell ist (fälschlicherweise manchmal immer noch als 1. und 2. Serie bezeichnet). Beide sind in Deutschland problemlos ohne Umbauten zuzulassen, weil sie damals in D, mangels Import, nie typisiert wurden. Der Grund für die verschiedenen Ausführungen lag in der StVO der einzelnen Exportländer. Da, wo Standlicht vorgeschrieben war (z.B. Grossbritannien) liefen Hupe und Licht über Batterie auch mit abgestellten Motor. Für die anderen Länder, z.B. Schweden tat es dann auch die normale GL/Sprint Zündung. Motor aus: alles tot. Kein Zündschloss. Schnarre statt Hupe, erkennbar auch an den beiden verschiedenen Abdeckungen: schön für Hupe, schlicht für Schnarre. Mit der Schnarre kannst Du auf Entenjagd gehen (Drehzahlgesteuert quengelnd), die Hupe hat den normalen, leicht singenden Dauerton, den Du von der PX kennst. Batterie- und Nicht-Batteriemodell wurden über die gesamte Produktionsspanne 64-68 parallel gebaut und dann in die einzelnen Märkte verschickt (= keine 1./2. Serie wie bei GS160, die kamen ja tatsächlich nacheinander). Preislich ist zwischen beiden Ausführungen heute kein merkbarer Unterschied, vielen ist es einfach egal.
2.) Schwingenabdeckung war schlicht tiefgezogen mit Mittelfalz, ohne Aufdruck/Einsätze, gibt es problemlos als 100% authentisches Repro für €20
3.) Sitzbank prinzipiell Aquila, bei Engpässen wurde ab und zu auf A. Rejna zurückgegriffen, weitestgehend baugleich, anderes Schild natürlich. Dann gab's natürlich noch verschiedene Sportsitzbänke, aber die waren eben Zubehör.
4.) Chromfelgen sind so nicht original, manchmal nachverchromt, allermeistens sind es Repros, leicht zu erkennen: Alle Repros haben den Nachteil, das sie schmaler sind, kann man so fahren, aber ist nicht wirklich schön. Selbst angefressene Originalfelgen werden i.d.R. aufbereitet/konserviert und dann gefahren, weil sie strukturell immer noch um Längen besser sind als die Repros (Du siehst, bei der Qualität der SS läuft der Hase etwas anders als bei späteren Modellen. Trotzdem muss bei solchen Dingen natürlich gründlich inspiziert werden).
5.) Trittleisten sind eben passend, beim Austausch ist einiges zu beachten, wenn Du's genau haben willst (wie die meisten): Einen guten Satz Trittleisten z.B. von Mauro Pascoli bestellen, Nieten und das richtige (!) Trittleistenprofil und die richtigen (!) Endkappen dazu. Dann mit den Leisten zum Töpfer Deines Vertrauens, den Ofen auf 550°C und gut durchheizen das Ganze. Leisten abkühlen lassen, so bleiben sie für 2-3 Tage schön geschmeidig und lassen sich sehr gut anpassen, bevor sie wieder superhart aushärten. Als nächstes die Bohrungen in den Leisten an die Bohrungen im Rahmen anpassen. Dann die Nieten auf richtige Länge knipsen und bitte nur (!) mit der Vespa-Nietzange anbringen (am allerbesten hier aus dem Forum vom Erfinder oder seinem Vertrieb über SCK, alles andere sind Kopien und damit Ideenklau, unterstützen wir ungern). Über die Mitglieder-Landkarte kannst Du ansonsten. sicher gern auch Members aus Deiner Umgebung anschreiben, einer hat immer eine zu verleihen. Hauptsache keine Hutmutter-Orgien!
Zu beachten sind noch das Rüclicht (Plastik-Gehäuse sind Repros!): Mit Dach bis '66, ohne Dach ab '66, sowie das Emblem, "wappenförmiges" Apfellogo bis Oktober '67, danach hexagonal. Letzteres erwähne ich, weil man so schon Merkwürdigkeiten bei den Papieren (einfach kopiert und Rahmen umgestempelt, da gabs dann in Sizilien einen Zwilling) auf die Schliche gekommen ist.
Halt uns gerne auf dem Laufenden! Und bei Zweifeln lieber einmal öfter fragen, beim Kauf und auch später beim basteln...