Servus!
Hach, ein "Politikthema"! Dachte, das gäbs im GSF nicht wirklich...Aber wenns schon mal da ist:
Wenn es Volkes Wille ist - gut. Dann wird's so gemacht, aus.
Was mich aber stört sind die Stimmen aus England danach. "Ach, ich habe für den Austritt gestimmt weil ich nicht geglaubt habe, dass meine Stimme überhaupt zählt!"
Und die Gründe, für "Austritt" zu stimmen waren gefühlt etwa so zahlreich wie die Wähler selbst. Es ging nicht nur um einige "Kernthemen", jeder hatte seine eigenen kleinen Gründe und Weltbilder.
Da Frage ich mich tatsächlich:
Haben die Menschen wirklich verstanden, welche Tragweite diese Entscheidung hat???
Oder war das ganze eher eine populistisch unterfütterte "Protestwahl" gegen das politische Establishment im Land? Weil man sich "nicht ausreichend vertreten" gefühlt hat - insbesondere im Bereich der EU?
Die grundsätzliche Frage ist wohl: Haben sich die Menschen von populistischen und kurzsichtigen Reden zu einer Entscheidung treiben lassen, oder haben Sie sich vielleicht gar nicht wirklich mit dem befasst, um was es hier eigentlich ging. Letzteres ist eher mein Eindruck - und das finde ich äußerst bedenklich.
Demokratie bringt nun mal eine gewisse Verantwortung mit sich. Man muss sich mit den Dingen befassen - insbesondere wenn man, wie im Falle dieses Volksentscheids, sogar direkt dazu befragt wird. Ich habe nun mal nicht das Gefühl, dass dies in GB in der Form geschehen ist.
Da stellt sich für mich auch die Folgefrage: Was ist unsere hochgelobte Demokratie noch Wert, die wir überall in die Welt hinaustragen wollen, wenn Sie in einem der "Kernländer Europas" schon nicht mehr verstanden wird? Sich keiner seiner eigenen, individuellen Verantwortung bewusst ist?
Lernen von den Schweizern, sag ich nur. Die Ergebnisse eines Volksentscheids mögen zwar öfters unangenehm sein, für die Politiker vielleicht sogar unerwünscht, aber wenn sich die Bürger damit befasst und eine fundierte Entscheidung getroffen haben dann ist es eben so. Letzteres fehlt mir aber irgendwie beim Brexit-Referendum.
Schöne Grüße,
Jan