"Militantes Verhalten" bezieht sich gar nicht so sehr nur darauf was man sagt, sondern auch wie man etwas sagt. Seine Meinung konsequent vertreten, gleichzeitig dem anderen seine Meinung lassen und diese zu tolerieren, nicht zu glauben, dass die Welt nur "schwarz" oder nur "weiß" ist, dass ist das Gegenteil von "militant" sein/zu diskutieren. Militant meint im übertragenden Sinn, quasi "mit der Waffe in der Hand" zu diskutieren/sich zu verhalten. "Gutmensch" ist ein abstrakter und eher negativ besetzter Begriff für jemanden, von dem andere glauben, er handle nur gut und richtig bzw. vielmehr dass dieser Mensch von sich glaube, er handle nur gut und richtig. I.d.R. leben diese Menschen auch nicht anders als viele andere, aber sie glauben, dass sie anders leben, nämlich gut. Fortpflanzen tun sie sich auf die übliche Weise, wenn nicht die Fortpflanzung in ihrer Welt negativ besetzt sein sollte. Ich denke, dass dieses Thema "Fleischkonsum pro/contra" ein Thema ist, bei welchem jeder mitreden kann, denn jeden betrifft die Ernährung ja täglich und es ist deshalb ein sog. "Schlüsselthema". Und darum wird es auch so kontrovers diskutiert und darum auch oft so unversöhnlich (militant). Ich habe in der Vergangenheit beides schon diverse Male erlebt, dass sich Fleischesser vor Veganern/Vegetarier dafür rechtfertigen müssen, warum sie noch Fleisch essen und umgekehrt habe ich das auch schon mehrfach erlebt. Speziell wenn Vegetarierer/Veganer auf sehr alte Menschen treffen, für die Fleisch etwas ganz Wichtiges ist, weil es im Krieg und auch in der Nachkriegszeit etwas Besonderes war. Ich kann nur sagen, was ich selber denke. Und dabei will ich das Essverhalten von anderen im Hinblick auf den Fleischkonsum in keiner Form werten. Ich esse Fleisch und es gibt wenige, seltene Gelegenheiten (auf Treffen/Runs/Grillpartys), da esse ich es auch so, ohne darüber nachzudenken, woher es kommt. Das nervt mich, aber ich tue es noch. Zuhause mache ich mir darüber oft Gedanken und ich esse viel viel weniger Fleisch, als ich das früher getan habe. Und wenn ich es kaufe, versuche ich es dort zu kaufen, wo ich mir einigermaßen sicher sein kann, dass es vernünftig "produziert" (schreckliches Wort) wurde. Ich bekomme gedanklich immer größere Probleme mit der ethischen Seite des Fleischkonsums und der Fleischgewinnung. Massentierhaltung und all die damit verbundenen Nachteile, Quälereien und schrecklichen Zustände und Skandale, machen mich für dieses Thema zunehmend sensibel. Jeder muss für sich selbst entscheiden, was er tun will, was er ändern will und was er nicht ändern will.