Episode 1
Das Spiel ging dann bis Dezember so weiter und pünktlich zum ersten Türchen im Kalender ging es nun endlich los.
Ausmessen und Ausrichten. Ich hab rausgefunden, dass der Rahmen hinten min. 5 cm zu kurz ist und das der Opferrahmen und damit der Bereich oberhalb des Nummernschildes eben um dies 5 cm höher abgetrennt werden muss.
Also erstmal den Bereich raustrennen und oben den Schlitz für den neuen Höcker machen. Es war mir klar, dass ich es nicht ohne machen wollte…Mut dazu hatte ich so gut wie keine. Die kleine Trennscheibe am Dremel war allerdings eine große Hilfe.
Dann das Ganze im oberen Bereich runter gedrückt und versucht, die Abkantung nachzubilden. Der Blechstreifen ist allerdings stabiler als man sich das vorstellen kann. Ich hatte die Hoffnung, den einfach mit den Fingern nach unten zu biegen und solange zu drücken bis ich einen Winkel erreiche, der mir gefällt. Pusteblume…da bewegt sich nix. Vorsichtig mit dem Hammer. Immer noch nix. Etwas mehr mit Gewalt. Immer noch nix. Den Falz mit der Überlappung hatte ich extra zusammengelassen, weil ich in meiner Fantasie hier ja ein schöner Knick entstehe. Auch nix. Also das Blech erstmal schweißgebadet abgetrennt und weiter auf dem Blechstreifen eingeredet und mit ner Zwinge und nem Hammer nachgeholfen.
Ende vom Lied – El Knittero
Ich hab keine Ahnung, wie alle meinen Vorbauer das so galant hin bekommen haben. Da muss ich an dieser Stelle mal meinen Hut ziehen.
Die Linie war jedoch gut vorstellbar und auch wenn ich dachte…OK…das wars…kannst wegschmeißen das Ding…gaben diese Bilder doch Mut zum Durchhalten:
Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie oft ich die Teile probemontiert habe, damit ich neuen Anschwung bekomme.
Jedenfalls sah das für mich schon ziemlich gut aus und jetzt musste ja NUR NOCH der Rest folgen.
Opferrahmen das Spenderheck abgeschnitten. Die 5 cm vorher haben sich übrigens aufgrund der Anpassung der Rahmenlinie vergrößert. Ich meine es waren nachher sogar 7,5 cm.
Das Schneiden geht übrigens nach ein paar Versuchen immer leichter von der Hand und so schwer ist es wirklich nicht mit der Flex umzugehen. Da kann man schon chirurgische Trennungen mit machen.
Schnell war auch klar, dass ich mir ein Schweißgerät ausleihen muss, weil die Bleche immer hin und her wabbern und man nix richtig fixiert bekommt. Jedenfalls nicht mit meiner für den Holzbau ausgestatteten Werkstatt. Der Metaller hätte seine Freude daran gehabt, wie ich mich abgemüht hab. Jeder Schnitt dauerte Ewigkeiten.
Um ein wenig Spannung oben aus dem Streifen zu nehmen, wurde es aufgetrennt und dann weiter gedrückt. Das klappte eigentlich ganz gut, aber es war immer noch knitter. Von den Fehlstellen links und rechts mal abgesehen. In meiner Vorstellung war das irgendwie einfacher. Aber es sah schon mal ganz gut aus und ich war ziemlich stolz über das Ergebnis:
Der Knitterstreifen war jedoch echt doof, sodass ich vom Spender nochmal das Stück abgetrennt habe um es gedanklich erstmal da rein zu spielen. Kann ja nicht sooo schwer sein…denkt man sich.
Mit dem Haufen Puzzleteilen bin ich dann hier bei den Karosseriebauern vorstellig geworden und hab um Hilfe gebeten. Ich dachte…ach so schwer kann das für DIE doch nicht sein, dass wieder zusammen zu basteln. Wieder mal Pusteblume. Entweder keine Lust, keine Zeit oder och nö…Völlige Ratlosigkeit machte sich breit. Also ein paar Tage Erklärbär-Videos geschaut und mich in die Schweiß- und Blechkunst eingearbeitet. Sieht ja alles sooo einfach aus…also ran da.
Messen…Ausrichten…Punkten…Punkten… und nochmals Punkten…..Immer mit der Telefonseelsorge im Hintergrund und abstimmen, warum das Schweißgerät nicht das machen will, wie bei dem Punkt davor oder die erste, die mein Schweißverleiher gemacht hat.
Alles im Allem ist es doch einfacher als ich es mir ausgemalt habe - schweißgebadet vor Stress war ich trotzdem - und die ersten Punkte haben echt Angst gemacht, aber nach einiger Zeit bekommt man Übung und Mut weiter zu machen. Ich kann es jedem nur Empfehlen das mal auszuprobieren. Die Bleche auf Stoß funktionierten dabei auch ziemlich gut. Sobald der Spalt etwas größer war, wurde es komplex und eher Punkt neben Punkt. Dann nochmal mit der Fächerscheibe auseinandergesetzt und mal versucht, was wohl passiert, wenn man die Punkte glatt machen muss. Auch eher nicht ganz so wild. Ein Blech aus dem göttlichen Spenderrahmen geholt und die Ecke Motorseitig aufgefüllt. Die Dinge verloren ganz langsam Ihren Angstfaktor!
Bereit dafür auch noch die Knitterfalte anzugehen. Mit viel Mut und Kaffee und ein paar Trennschnitten ging es dann an das Blech. Erstmal ein Teil der Knitterfalte rausnehmen und das Blech grob zurechtgeschnitten. Den Rest bis zur endgültigen Passung habe ich mit einer Feile gemacht. Dauerte zwar unbeschreiblich lange und es war immer…ein Feillenstrich noch und dann passt das schon. Nein noch einen…nein noch einen usw. Am Ende für mich aber die beste Entscheidung. Es klackte irgendwann rein und saß. Dann nur noch Festpunkten. Unten habe ich es innen reinstehen lassen und von innen festgemacht. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ich die Punkte in der Ecke runterschruppen kann. Mein Telefonseelsorger sagte zwar mit dem Dremel geht es gut und das hab ich bei den 4 Fixierungspunkten auch gemacht, aber ich bin froh, dass ich es nicht über die gesamte Länge machen musste…echte Mistarbeit…
Löcher zu geschweißt und Arsch soweit erstmal Abgeschlossen!
….Fortsetzung folgt…