Achtung: die absolute Luftfeuchtigkeit zählt beim Lüften, nicht die relative! Übliche Hygrometer messen aber nur die relative Feuchtigkeit, nicht die absolute. Für letztere wäre zusätzlich eine Temperaturmessung notwendig. Warme Luft kannn wesentlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. D.h. beim Erwärmen von Luft sinkt deren relative Feuchte (da sie im warmen Zustand eigentlich noch mehr aufnehmen könnte) bzw. beim Abkühlen steigt die relative Feuchte (da sie im kalten Zustand immer weniger aufnehmen kann). Wenn man dann noch mehr abkühlt ist irgendwann 100% relative Feuchtigkeit erreicht und die Feuchtigkeit wird an die Umgebung (Böden, Wände, ...) abgegeben. D.h. Lüften immer nur dann, wenns draußen deutlich kälter ist als drinnen, nie umgekehrt!!! Viele machen den Fehler im Sommer, bei schönem trockenen Wetter zu lüften. Die relative Feuchtigkeit dieser warmen Luft mag auch tats. sehr gering sein, aber wenn sie in den kühlen Keller od. die kühle Werkstatt gelangt, kühlt sie dort ab, wodurch dort die relative Feuchtigeit enorm steigt! Die ehemals trockene warme Außenluft wird zur feuchten kalten Innenluft. Folge: Schimmel! Umgekehrt wird relativ feuchte kalte Außenluft beim Lüften durch Erwärmen im Innenraum zu relativ trockener Luft. Folge: trockene Räume! Beispiel 1: Außenluft -5°C mit relativer Feuchte 60% Keller hat +10°C, d.h. die Luft erwärmt sich beim Lüften von -5°C auf +10°C Die absolute Feuchte bleibt zwar gleich (es handelt sich ja weiterhin um die selbe Luft mit der selben absoluten Menge an gelöster Feuchtigkeit pro m³), die relative Feuchte (die man mit einem Hygrometer misst und für den Schimmel maßgeblich ist) sinkt aber von 60% auf nur noch 21% Beispiel 2: Außen 0°C, rel. Feuchte 50% wird beim Lüften erwärmt auf Kellertemperatur 10 °C rel. Feuchte sinkt dadurch von 50% auf nur noch 25% Faustregel: gezieltes Lüften dann, wenn die Außtentemperatur unter der Innentemperatur liegt. Ca. 4 bis 5 Grad reichen beim Erwärmen im Innenraum schon aus, um die Luft ca. 30% trockener zu machen. Bei sehr hohen Temperaturunterschieden (Außen wesentlich kälter als Drinnen) darfs draußen sogar regnen od. Nebel haben, die Luft wird beim Erwärmen im Innenraum dann immer noch ausreichend trocken! Umgekehrt niemals lüften, wenns draußen wärmer ode gleich warm ist wie drinnen! Wenn man das alles beherzigt, brauchts auch kein Entlüftungsgerät! Das machts natürlich schwieriger nur dann zu lüften, wenns draußen deutlilch kälter ist als drinnen. Erklärt aber warum du das Feuchtigkeitsproblem hast... Buchempfehlung: Lüftungsleitfaden, erschienen im Ernst-Vill-Verlag oder diese Zusammenfassung hier: http://www.die-salzburg.at/data/file/l__ftungsleitfaden.pdf