Genau. Vorwärts, nicht zurück. Gerade schepperts hier im Haus, irgendwo unten. Hoppla. Dann nochmal, dem Klang nach eine Glaspulle die auf Beton umgelaufen wurde... Da wird doch wohl keiner in meine Garage...?! Zur Taschenlampe, Fenster auf, den Fluter angerissen und hektisch die Grundstücksgrenzen abgeleuchtet. Nun, zumindest keine Gang oder Fremdfahrzeuge im Hof. Aber auch sonst nix... Poltern im Kellerflur, Glaspulle fällt um, Grunzen und ... ein Schwein? Hat wieder irgendein Pimel die Kellertüre offen gelassen und wir haben die Wildschweine im Keller?! Klasse, einziger Mann im ganzen Haus. Wer das wohl regeln darf. Pfeffer an den Gürtel, Taschenlampe an den Mann und ab auf die Treppe... Scharren, Grunzen, wühlen im Abfall... meine Fresse, wenn das ne Bache ist, dann ist sowieso alles verloren. Wohnungstüre hinter mir zu, das Kind soll bloß schlafen. Wenn ich die Durchgangstüre zum Keller schließen kann, bevor mich das Vieh umrennt, kann es schön hinten raus und von mir aus vorher den ganzen Müll zerwühlen, hauptsachen kein Streß mit Schweinen. Zur Kellertüre schleichen... warum schlägt der blöde Köter von nebenan nicht an? Bellt doch sonst für jeden Scheiß. Das Scharren und wühlen im Altpapier wird abgelöst von einer schlagenden Türe. Schweine und Türen? Ein Penner? Der Dachs? Doch ein Einbrecher? Fluter an, 800 Lumen blitzen auf, blenden alles und jeden, dazu ein markiger Schrei: "Hey, verpiss dich, du Wixer!" von gaaaanz unten, aus dem Bauch. Meine Nachbarin kreischt, purzelt vornüber in den Keller und jammert irgendwas. Fazit: blauer Fleck, Schreck fürs Leben. Grund: Wäsche in den Keller gebracht, nach zwei Pullen Rotwein bißchen die Koordination verloren und, als das Licht ausging, die Orientierung. Im stockedusteren Keller prombt in ihre Rotweinaltglassammlung gerannt, gerunzt weil sie sich das Schienbein aufgehauen und im besoffenen Kopf an sich gehalten hat, um nicht los zu reiern. Öhm... ja, ich geh dann mal wieder hoch. Nein, ich habe kein Pflaster. Edith: Kind schläft noch, die Schweine latschen wahrscheinlich friedlich durch den Wald, der Dachs frisst irgendwas am Kompost und die Olle nebenan heult ein bißchen wegen Aua. Der Köter pennt übrigens auch, tief und fest.