So gestern nochmal fleissig gewesen. Gleich vorneweg: Die Köpfe sind definitiv unterschiedlich gestaltet, allerdings komme ich mit beiden auf etwa die selbe geometrische Verdichtung und die Quetschspalte von 1.2 lässt sich gut einstellen!
Qualität: Auch das neue Kit hat keine 1a Zylinderlaufbahn (s.u.)
Bei der ganzen Aktion habe ich viel gelernt, vor allem dass man durch unbewusste Messfehler ganz schön auf den Holzweg gelangen kann!
Ich unterscheide meine zwei Kits nach Kaufdatum: Kit 1 ist aus 04/2018 und Kit 2 aus 10/2018. Beide haben den Zylinder mit 2 Nebenauslässen und schraubbarem Auslassstutzen.
Ich habe die Messwerte beider Zylinderköpfe nochmal sehr gewissenhaft aufgenommen und auch ein Auge darauf gehabt, wie wahrscheinlich ein signifikanter (also ein ins Gewicht fallender) Messfehler ist. Beim massstäblichen Nachzeichnen fallen Messfehler aber ziemlich schnell auf!
Ich will damit auf die Wahrscheinlichkeit hinweisen, dass man, je nach dem wer, wie und mit was man misst, leicht variierende Ergebnisse herausbekommt. Gerade beim Auslitern zur Bestimmung des geometrischen Verdichtungsverhältnis, sind kleine Messfehler (bis 0.5ml) sehr wahrscheinlich und führen am Ende zu unterschiedlichen Verdichtungsverhältnissen.
Letztenendes spielt natürlich auch die Qualität der Messwerkzeuge und der Umgang damit eine Rolle: Bei einer Spritze mit 30ml lassen sich 0.5ml schon deutlich schwerer ablesen als bei einer mit 20ml oder 10ml! Eine Genauigkeit von min. 0.5ml ist aber wichtig, denn das macht in diesem Fall schon einen Unterschied von 11,6:1 zu 12,1:1! Liegt man nun zwischen zwei Strichen, kann man die letzten Tröpchen die man in den Kopf drückt, nur noch abschätzen wie im Bild unten. Ideal ist eine lange Spritze mit 20ml und 0.5er Teilung (gibts das?!?). Abgelesen wird an der Spritze nat. am Ende der Flüssigkeitssäule, is eh klar.
Edith meint, dass man vor einer Messung das alte Öl der vorhergehenden Messung natürlich rauswischen muss! Beim Raussaugen verbleiben gerne bis 1ml im Brennraum. Und dass man beim Befüllen mit Öl den Zylinder mit seiner Achse im Winkel von 90-50° hin und her bewegen muss, damit alle Luftblasen entweichen!
Auch bei der Bestimmung der Quetschspalte mittels Lötzinn kommt es stark darauf an, wie weit man mit dem Lötzinn an der Zylinderwand misst!
Bei einer annähernd parallelen Quetschspalte wie im Kit 2 (eigentlich sind es ja zwei Bögen) ist das natürlich wurscht, bei meinem Kit 1 dagegen, bei dem die Spalte aufgehend ist, hat man schnell mal eine um 0.1mm grössere Quetschspalte, wenn man nicht exakt an der richtigen Stelle misst! Zumal das Ende des Lötzinns durch den Spalt zwischen Kolben und Zylinder auf einer Seite immer ein wenig vergnaddelt wird (siehe Bild). Messen tu ich ausschliesslich mit Lötzinn D=2mm, besser 2.5mm quer zum Kolbenbolzen über den gesamten Durchmesser. Nur das macht Sinn! Man sollte wegen des Kolbenspiels ausserdem immer beide Seiten des Lötzinns vermessen.
Gemessen habe ich beide Köpfe auf der Zylinder/Kolben-Kombi des Kit 1 aus 04/2018, weil ich zu faul war, das auch noch umzubauen. Das Kolbendach hat m.M. nach aber bei beiden Kits die selbe Form (Radius), denn beim neuen Kit (10/2018) passt der Radius des Kolbendachs exakt auf den der Quetschfläche des Kopfes => parallele Quetschspalte. Die Kompressionshöhe des Kolbens bleibt aber nachzuprüfen!
Viel Blabla, hier nun die Ergebnisse:
(Edith fügt noch an : Alle Werte wurden tatsächlich ausgelitert)
Kit 1 aus 04/2018:
(225 EUR+V)
geom. Verdichtung
bei QS 1.0/ca 16.5ml -> ca. 11.7:1
bei QS 1.2 /ca 17ml -> ca. 11.4:1
Kit 2 aus 10/2018:
(195 EUR+V)
geom. Verdichtung
bei QS 1.0/ca 16.5ml -> ca. 11.7:1
bei QS 1.2 /ca 17ml -> ca. 11.4:1
Vergleich:
Auf der Laufbahn des Zylinders an Kit 2 fällt ein recht ordentlicher Lunker auf:
Nachtrag:
Hier noch die Portmap