Dass man diese Bilder heute seltener sieht, hat auch Marketingründe. (Ich bin ja aus der Szene): Die Hungerbauch-Bilder aus Biafra hatten eine extreme Schockwirkung und haben die Spendenbereitschaft aus dem reichen Norden geweckt. Viele Hilfswerke haben damals diesen Weg gewählt um im Fundraising das humanitäre Problem zu zeigen. In der Fundraiser-Szene kam man in den 90ern zur Einsicht, dass diese Art von "Elendspornografie" die Würde der Menschen, die man zeigt, herabsetzt. Die Spender waren mittlerweile abgestumpft. Man sah ein, dass es besser ist, Fortschritte und Erfolge zu zeigen, als die elende Ausgangssituation. Plötzlich sah man fröhliche winkende Kinder mit ordentlich Reisbrei im Teller und großen dankbaren Augen. Seit ca. 10 Jahren hat auch das die Spender abgestumpft - "den Negerkindern gehts doch gut, warum soll man da noch spenden?!" Ich beobachte, dass die Bildsprache mittlerweile wieder härter wird, um an die Herzen der Leute wieder ranzukommen. Ich nehme das als Wellenbewegung war