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Marken bashing oder der schwierige Weg, ein guter Mensch zu sein


Christel Mess

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Nun auch noch Weleda.:crybaby: Ausgerechnet Weleda. Ich mag die Produkte, sie stehen jedes Jahr auf meinem Wunschzettel. Aber nach der heutigen Lektüre der TAZ werde ich mir was anderes suchen müssen:

 

https://taz.de/Naturkosmetik/!5973846&s=Weleda/

 

Vor 2 Wochen der harte Abschied von meiner langjährigen Wellnessoase (siehe das "Dumme Menschen Topic"), da die Dame offenbar in der Verschwörungs-Szene gelandet ist. Müller Milch tangiert mich nicht, aber was da sonst noch für Marken dran hängen wusste ich nicht.

Einfach Fisch kaufen geht auch nicht mehr. Da muss vorher gründlich recherchiert werden. Ebenso beim Klamottenkauf (wobei made in Germany nicht bedeutet, dass es nicht unter prekären Bedingungen in Bangladesch von Kinderhänden gefertigt wurde. Lediglich der letzte Handgriff z.B. Knöpfe annähen wurde dann hier gemacht). Also mal eben schnell n Schnapper kaufen geht nicht. Bei Fleisch und Eiern derselbe Eiertanz.selbst das Bio-Siegel garantiert kein Tierwohl. Daher kaufe ich das nur in den Nachbardörfern, in Hofläden, wo ich  mich quasi vor Ort überzeugen kann. (Den höheren Preis gleiche ich durch geringere Mengen aus. Hilft auch gegen Hüftgold!) Bei allen anderen Produkten lese ich selbstverständlich die Liste der Inhaltsstoffe. Konservierungsmittel und Geschmacksverstärker dürfen gern im Regal bleiben.

Ich mach das ja auch alles gern und aus Überzeugung, aber das mit Weleda war eins zuviel. 

Wie konsumiert ihr im Einklang mit Eurem Gewissen?

FB_IMG_1701879819886.jpg

Edited by Christel Mess
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DM oder Laverde hat auch super Produkte, auch wenn das Wollfett Zeug von Weleda schon echt gut im Winter das Gesicht verspachtelt.

 

Ich bin aber bei dir, kauf nix bei Arschlöchern. Vorteil, es bleiben am Ende nur mehr wenig Produkte übrig und man hat nicht mehr die Qual der Wahl.

 

Wobei... es lässt sich halt nicht immer konsequent durchziehen. Gehst du essen, kannst du nicht ausschließen, dass da mal was von der Liste verkocht ist. Tanken bei BP, bevor ich heim schiebe sicherlich.

 

Zahnarzt in Ungarn? Leider hab ich die Kohle nicht für alles Made in Austria und indirekt bekommt der Orban mein Geld.

 

Hach, ein Gewissen und Bewusstsein zu besitzen macht das Leben nicht unbedingt leichter.

 

:cheers: (Prost, aber kein Bier von Heineken und Anheuser)

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@Christel Mess - Meidest du Weleda, weil das Anthroposophen sind? 

Meidest du dann auch Demeter-Produkte?

 

...oder wegen der NS-Zeit-Sache?

-  Soweit ich das richtig auf der Reihe habe fährst du ein Auto aus dem VW-Konzern (Skoda)?

 

Wo fängt man an, wo hört man auf?

...sind Dinge aus China ok?

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Gerade eben schrieb AAAB507:

@Christel Mess - Meidest du Weleda, weil das Anthroposophen sind? 

Meidest du dann auch Demeter-Produkte?

 

...oder wegen der NS-Zeit-Sache?

-  Soweit ich das richtig auf der Reihe habe fährst du ein Auto aus dem VW-Konzern (Skoda)?

 

Wo fängt man an, wo hört man auf?

...sind Dinge aus China ok?

Das ist ja genau die Frage, die ich mir stelle. Und ich bemühe mich ja darum, vernünftig zu handeln. Aber irgendwie taucht fast immer irgendeine Schattenseite auf. 

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vor 2 Stunden schrieb AAAB507:

@Christel Mess - Meidest du Weleda, weil das Anthroposophen sind? 

Meidest du dann auch Demeter-Produkte?

 

...oder wegen der NS-Zeit-Sache?

-  Soweit ich das richtig auf der Reihe habe fährst du ein Auto aus dem VW-Konzern (Skoda)?

 

Wo fängt man an, wo hört man auf?

...sind Dinge aus China ok?

 

Jop. Ich denke das muss jeder für sich selber wissen.

 

Z.B. Firmen mit NS Geschichte gibt es viele und es gibt auch Aufarbeitung. Bei VW tät mich auch die Dieselverarsche stören. Die hören quasi nicht auf, scheiße zu sein. ;-)

Edited by Scumandy
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vor 23 Minuten schrieb Christel Mess:

Das ist ja genau die Frage, die ich mir stelle. Und ich bemühe mich ja darum, vernünftig zu handeln. Aber irgendwie taucht fast immer irgendeine Schattenseite auf. 

 

Bist Du sicher, ein Gutmensch sein zu wollen, statt einem guten Menschen? Die Bedeutungen sind ja nunmal schon arg verschieden.

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  • Christel Mess changed the title to Marken bashing oder der schwierige Weg, ein guter Mensch zu sein

Wenn man das konsequent durchziehen will (geht das überhaupt?), dann ist das schon eine Aufgabe. Ich versuche mal zumindest Fleisch- und Wurstwaren nur beim kleinen Metzger zu kaufen, nicht beim Discounter. Das machen wohl ziemlich viele Leute  so. Getränke: Bier beispielsweise überwiegend von kleinen, regionalen Brauereien. Bei solchen Dingen geht es noch relativ einfach. rot auch von Bäckereien, soweit möglich (obwohl die ja auch oft Teiglinge zukaufen)

 

Schwierig wirds m.E. bei Klamotten, Elektronik usw. Ich glaube da kann man sich nicht 100-ig "korrekt" verhalten, es kommt soviel Ware aus China, Vietnam, Bangladesh, Indien, usw.  Große Marken lassen ja auch dort fertigen (wobei sich das nur am Gewinn, nicht aber am Artikelpreis bemerkbar macht). Hier kann man letztlich nur etwas ausgleichen, indem man die Produkte möglichst lange nutzt (meine Jack Wolfskin Jacke stammt z.B. aus 2007). Bei uns in der Familie kauft man zumindest keine kurzlebigen Trendy-Klamotten welche nach einer Saison in den Müll wandern, wir haben unsere Sachen echt ewig. Bei Elektronik dito.

 

Beim Auto hab ich mittlerweile kein Problem damit nen Japaner zu fahren. Was VW da in der Vergangenheit abgezogen hat (und noch abzieht) spottet jeder Beschreibung. Unseren Seat würde ich heute möglicherweise nicht mehr kaufen (den haben wir aber schon viele Jahre, noch bevor die Diesel-Schweinereien von VW bekannt wurden). Mercedes und BMW sind nicht (mehr) so mein Fall.

 

Letztlich beruhigt sowas aber vermutlich nur das eigene Gewissen, der großen Masse dürfte das ziemlich wumpe sein woher die Produkte kommen.

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vor 4 Stunden schrieb Christel Mess:

Nun auch noch Weleda.:crybaby: Ausgerechnet Weleda. Ich mag die Produkte, sie stehen jedes Jahr auf meinem Wunschzettel. Aber nach der heutigen Lektüre der TAZ werde ich mir was anderes suchen müssen:

 

https://taz.de/Naturkosmetik/!5973846&s=Weleda/

 

Vor 2 Wochen der harte Abschied von meiner langjährigen Wellnessoase (siehe das "Dumme Menschen Topic"), da die Dame offenbar in der Verschwörungs-Szene gelandet ist. Müller Milch tangiert mich nicht, aber was da sonst noch für Marken dran hängen wusste ich nicht.

Einfach Fisch kaufen geht auch nicht mehr. Da muss vorher gründlich recherchiert werden. Ebenso beim Klamottenkauf (wobei made in Germany nicht bedeutet, dass es nicht unter prekären Bedingungen in Bangladesch von Kinderhänden gefertigt wurde. Lediglich der letzte Handgriff z.B. Knöpfe annähen wurde dann hier gemacht). Also mal eben schnell n Schnapper kaufen geht nicht. Bei Fleisch und Eiern derselbe Eiertanz.selbst das Bio-Siegel garantiert kein Tierwohl. Daher kaufe ich das nur in den Nachbardörfern, in Hofläden, wo ich  mich quasi vor Ort überzeugen kann. (Den höheren Preis gleiche ich durch geringere Mengen aus. Hilft auch gegen Hüftgold!) Bei allen anderen Produkten lese ich selbstverständlich die Liste der Inhaltsstoffe. Konservierungsmittel und Geschmacksverstärker dürfen gern im Regal bleiben.

Ich mach das ja auch alles gern und aus Überzeugung, aber das mit Weleda war eins zuviel. 

Wie konsumiert ihr im Einklang mit Eurem Gewissen?

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Manchmal sollte man auch Quellen überprüfen und hinterfragen, bevor man solche Memes aus sozialen Netzwerken weiterverbreitet.

 

Seit 2018 gehört z.B. Nordsee nicht mehr zur Müllergruppe:

Artikel im Spiegel

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Komplett sauber sein ist ein Kraftakt, den niemand durchhält, sofern er/sie/divers nicht ein komplett autarkes Einsiedlerleben führt und sich dafür entwicklungstechnisch mindestens grob 200 Jahre in die Vergangenheit begibt.

 

Mit offenen Augen durch die Welt gehen, sich und seinen Konsum gelegentlich hinterfragen und bewusst(er) einkaufen ist schon ein guter Anfang.

 

Das ganze Thema (politisch, ökologisch, geschichtlich etc. korrekt sein) aber wirklich konsequent durchziehen, nee, das schaffe ich nicht. Meine Klamotten kommen zum guten Teil aus Billiglohnländern, selbst, wenn eine Marke draufsteht. Ist leider so, der Kram wird aber (wie oben schon geschrieben) ziemlich lange getragen. Andererseits kaufe ich auch gerne gebraucht und gebe nicht mehr benötigtes, sofern noch gut, auch wieder in den Kreislauf, d.h. es wird auf den bekannten Plattformen verkauft, selbst wenn's teilweise nur 'nen € bringt. Solange jemand damit noch was anfangen kann, ist es immer noch besser als wegwerfen.

 

Und da ich seit bald 30 Jahren kein Fleisch esse, kann mein Gewissen mit der einen oder anderen Sünde gut leben, die ich an anderer Stelle mal begehe.

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Es gibt so'n paar Marken, die ich so dermaßen kotzig finde, dass ich sie meide. Aber abgesehen davon ist es mir eigentlich ziemlich egal, wer von meinem Konsum profitiert. Sorry, aber ich sehe es nicht als meine Pflicht an, Karma-Punkte zu sammeln, indem ich mich mit der Historie, den Eigentumsverhältnissen und der Gesinnung der Inhaber eines Unternehmens befasse, ehe ich dort kaufe.

In dem oben verlinkten Artikel über die Firma Weleda geht es unter anderem ums Thema Zwangsarbeit. In einem Punkt darf man sich keine Illusionen machen: Jedes deutsche Unternehmen, dass vor 1945 gegründet wurde und bereits damals eine gewisse Größe hatte, hat Zwangsarbeiter beschäftigt. Als man in den 50er Jahren damit begonnen hat, das ganze aufzuarbeiten, haben sich die einstigen Entscheidungsträger gerne als anständige Kaufleute dargestellt, die vom damaligen Regime zum Sklaventreiber wider Willen gemacht wurden. Aber das ist natürlich Blödsinn. Später haben diese Firmen dann "freiwillig" in Entschädigungsfonds eingezahlt, um imageschädigende Gerichtsprozesse zu vermeiden. Dabei hat man viel Wert darauf gelegt, dass das nicht als Schuldeingeständnis zu werten ist. Naja...

Auch "Made in China" ist kaum zu vermeiden. Ich kenne derzeit eine (!) deutsche Fahrradmarke, die im niedrigen bis mittleren Preissegment unterwegs ist, und über einen eigenen Rahmenbau verfügt. Ansonsten kommen Fahrradrahmen üblicherweise vom fernöstlichen "Fertigungspartner". Selbst im Hochpreisbereich ist das eher Regel als Ausnahme. "Made in Germany" bedeutet bei einem Fahrrad lediglich, dass die Endmontage hierzulande erledigt wurde. Die Teile stammen aus Niedriglohnländern.

 

Und es ist auch klar, dass wir Verbraucher von einer Fertigung in China nicht so wirklich profitieren. Gibt man einer Tischlerei den Auftrag, einem einen schicken Schrank zu bauen, wird man sich dort genau überlegen, wieviel Arbeitszeit und Material es dafür braucht. Daraus ergibt sich dann der Preis.

In Industrieunternehmen funktioniert die Sache mit der Preisfindung etwas anders: Da erforscht man, bei welchem Preis man den höchstmöglichen Gewinn erzielt, aber gleichzeitig noch interessant für eine möglichst hohe Zahl von Käufern ist. Die Herstellungskosten spielen eine eher untergeordnete Rolle, man verlangt so viel Geld, wie man kann. Warum kostet eine C&A-Jeans wohl 25 Euro, und eine Levis 501 110 Euro? Weil Levis es sich leisten kann, so viel zu verlangen. Die Produktionskosten dürften bei beiden Hosen in etwa gleich sein.

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Nochmal zu meinem Skoda @Lapflop: den hab ich gebraucht gekauft. Da hat sich mein Gewissen nicht gemeldet. Die Kaufentscheidung hat allerdings 1 Jahr gedauert, da ich eigentlich ein Elektroauto kaufen wollte, ich aber kein passendes gefunden habe. 

Ich halte mich selbst schon für einen kritischen Konsumenten. Das Doofe daran ist, dass mein Speiseplan dadurch immer kleiner wird (und sonstige Artikel).:crybaby:Und dass ich Einkaufen mittlerweile hasse. Am liebsten gehe ich noch in den Baumarkt. Da fühl ich mich am sichersten.

 

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vor 44 Minuten schrieb Christel Mess:

mein Speiseplan dadurch immer kleiner wird

Das muss ja nicht sein, nur weil die ganzen Convenience-Produkte rausfliegen. Was anderes ist das ja im Wesentlichen nicht, was die Marken da oben so anbieten. Hab auch irgendwann angefangen, mir meine Fertiggerichte selbst zu kochen und portioniert einzufrieren. Mein Brot back ich eh schon lange lieber selbst, seit mir mal bei einem Ferienjob in der Großbäckerei für lange Zeit der Appetit vergangen ist, frisch selbst gemachtes Pesto schmeckt eh besser und eine gesündere Nutella-Alternative für die Familie anzurühren ist jetzt auch besser für's Gewissen. 

 

Ich persönlich muss auch ein wenig darauf vertrauen, dass der Öko-Dorfladen um die Ecke schon eine gewisse Vorauswahl trifft. Mir geht's bei den Kaufentscheidungen auch weniger um moralische Perfektion, als darum, im Rahmen meiner geringen Möglichkeiten, den Umsatz bei Unternehmen mit verwerflichen Geschäftspraktiken zumindest um meinen Anteil zu verringern. Wenn das andere Leute auch tun, vertraue ich darauf, dass das Fehlverhalten wenigstens nicht folgenlos bleibt. Damit wäre in meinen Augen schon viel gewonnen. Davon lebt ja die Gewinnmaximierung, die über Leichen geht, nämlich dass es vielen offenbar egal ist, obwohl sie es wissen. 

Das Argument der Inkonsequenz - weil ich nicht perfekt sein kann, darf mir auch gleich alles egal sein - hat mich noch nie überzeugt. 

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vor 8 Minuten schrieb robertundsophie:

Und jetzt?

Da entscheidet bei mir Optik, Haptik und auch das Portemonnaie.

 

vor einer Stunde schrieb Steuermann:

Fertiggerichte selbst zu kochen und portioniert einzufrieren

Ebenso. Ich koche immer mehrere Portionen und friere dann ein. Selbstgemachtes Pesto rockt und ist im Kühlschrank auch einige Wochen haltbar.

Brot gibt's vom echten Bäcker. Parmesan wird vorgeraspelt und eingefroren.

Ich hätte gerne eine Gefriertruhe, aber keinen Platz dafür. So sind die zwei Fächer immer bis oben voll...

 

Aber ich esse eben auch Butter, was mein Ökogewissen arg beuteln sollte, aber nicht tut, weil das etwas ist, worauf ich nicht verzichten will, trotz echt übler CO² Bilanz.

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Solange jeder sein Handeln etwas reflektiert und nicht blind und ohne Rücksicht auf Verluste kauft, solange sehe ich das ganze als nicht hoffnungslos an. Will heißen - verzichtet jeder ein wenig, dann hat das insgesamt gesehen schon Einfluss (meine ich). Man muß schließlich nicht alles tun und kaufen, was theoretisch möglich wäre.

 

 

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Bekleidung: hier kannst Du mit Einkauf bei trigema punkten!

 

Du läufst dann zwar herum wie Deine Eltern in den frühen Neunzigern,

aber Herkunft der Materialien und Arbeitsbedingungen in Burladingen sind sehr transparent

und der Chef vons ganze, Wolfgang Grupp der Ältere poltert genug medienwirksam öffentlich in Deinem Sinne herum, liebe Christel. Da z.B. Klick

 

Wird mal Zeit, dass der Alte sein Amt abgibt (das plant er für 202X), dann kann man die "Mode" von der Firma vielleicht auch wieder öffentlich tragen.

Edited by skrotum
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vor 14 Stunden schrieb robertundsophie:

Passt vielleicht gut zum Thema: Man steht vorm Gemüseregal. Links die Bio-Möhre, rechts die Möhre aus der Region. Und jetzt?:lookaround:

 

Ein regelmäßiges Dilemma. Wir haben uns für regional entschieden. Auch weil ich dem Bioanbau z.B. in Marokko weniger vertraue wie der konventionellen Landwirtschaft hier vor Ort. Letztendlich bleibt es eine Bauchentscheidung.

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vor 2 Stunden schrieb benji:

 

Ich denke mal, bei vielen ist eine ausgeprägte Ambiguitätstoleranz am Start.

 

Dsa mag sein. Letztlich hat der Kunsument aber meist auch nicht das Wissen, wie/was/woher kommt. Die Quellen  sind nicht immer  100%ig glaubhaft bzw. es vermengt sich Glauben und Wissen. In Zeiten von social Media wird das auch eher schlechter als besser (meine Meinung). Durch teils inflationäre Mengen an Information (ob richtig oder falsch sei dahingestellt) und die entsprechende Darstellung des contents kann hier leicht ein falscher Eindruck entstehen. das ist aber ja nicht nur beim oben benannten Thema so, sondern auch bei vielen anderen.

 

Letztlich bleibt aus meiner Sicht eigentlich nur ein Weg übrig: ich selbst muß mich ernsthaft fragen was ich denn eigentlich will bzw. welches Ziel ich habe.

 

Nur, weil es mir grade so einfällt: ich kenne Menschen, die kaufen bei bestimmten Dingen nur Markenware (z.B. Melitta, Zewa, Dr. Oetker, usw.). Bei Fleisch und Wurstwaren kommen dann aber die preisgünstigen Eigenmarken der Discounter zum Zuge wie Euroshopper, Gut&Günstig, usw. Nun weiß man zwar, daß möglicherweise hinter Eigemarken große Konzerne stehen können, aber ich persönlich finde diese Vorgehensweise beim Einkauf schon merkwürdig. Unter einem bestimmten Kaufpreis ist es m.E. quasi unmöglich etwas zu produzieren, was z.B. Tierwohl, vernünftige Bezahlung, Umweltschutz, Energiesparen, sinnvolle Verpackung,... etc. unter einen Hut bringt. Aber da bin ich mit meinen Einwänden bisher abgeblitzt. Gut, muß ja auch jeder letztlich selbst entscheiden.

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vor 15 Stunden schrieb robertundsophie:

Passt vielleicht gut zum Thema: Man steht vorm Gemüseregal. Links die Bio-Möhre, rechts die Möhre aus der Region. Und jetzt?:lookaround:

 

Bio macht vor allem bei Lebensmitteln Sinn, die nicht pflanzlichen Ursprungs sind. In der "Kleingruppenhaltung" müssen einer Henne mindestens 750 Quadratzentimter Platz zur Verfügung stehen. Das ist zu wenig! In der Bio-Haltung dürfen maximal sechs Hühner auf einem Quadratmeter gehalten werden. Außerdem müssen die Tiere tagsüber raus dürfen, pro Huhn sind vier Quadratmeter Auslauf Pflicht. Genauso ist es in der Milchvieh-Haltung. Da sind reine Anbindeställe mit 100% Spaltboden tabu, die Kühe müssen Auslauf haben. Kälbchen werden nicht direkt nach der Geburt von der Mutter getrennt, sondern eine Zeitlang mit ihr zusammen gehalten. Die Anforderungen an die Futterqualität sind höher usw.

Man darf sich natürlich keine Illusionen machen: Das sind Nutztiere, also auch da steht die Kosteneffizienz im Vordergrund. Aber den Tieren geht es erheblich besser, als in der konventionellen Landwirtschaft.

Ein Kumpel von mir ist Bio-Milchbauer. Da siehts halt noch so aus, wie man sich einen Bauernhof vorstellt. Mit Kühen die Hörner haben und auf der Weide stehen usw.

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Das sind die Momente wo ich denke: "gar nicht schlecht wenn man eigene Hühner hat" :inlove:

 

Den Viechern gehts bei uns gut, die haben zu zehnt einen riesen Auslauf, sie haben nen großen Stall, man kann altes Brot und ähnliches verwerten und muß es nicht in die braune Tonne schmeißen usw..

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vor 2 Stunden schrieb *Wolfgang*:

 

Dsa mag sein. Letztlich hat der Kunsument aber meist auch nicht das Wissen, wie/was/woher kommt. Die Quellen  sind nicht immer  100%ig glaubhaft bzw. es vermengt sich Glauben und Wissen. In Zeiten von social Media wird das auch eher schlechter als besser (meine Meinung). Durch teils inflationäre Mengen an Information (ob richtig oder falsch sei dahingestellt) und die entsprechende Darstellung des contents kann hier leicht ein falscher Eindruck entstehen. das ist aber ja nicht nur beim oben benannten Thema so, sondern auch bei vielen anderen.

 

Letztlich bleibt aus meiner Sicht eigentlich nur ein Weg übrig: ich selbst muß mich ernsthaft fragen was ich denn eigentlich will bzw. welches Ziel ich habe.

 

Nur, weil es mir grade so einfällt: ich kenne Menschen, die kaufen bei bestimmten Dingen nur Markenware (z.B. Melitta, Zewa, Dr. Oetker, usw.). Bei Fleisch und Wurstwaren kommen dann aber die preisgünstigen Eigenmarken der Discounter zum Zuge wie Euroshopper, Gut&Günstig, usw. Nun weiß man zwar, daß möglicherweise hinter Eigemarken große Konzerne stehen können, aber ich persönlich finde diese Vorgehensweise beim Einkauf schon merkwürdig. Unter einem bestimmten Kaufpreis ist es m.E. quasi unmöglich etwas zu produzieren, was z.B. Tierwohl, vernünftige Bezahlung, Umweltschutz, Energiesparen, sinnvolle Verpackung,... etc. unter einen Hut bringt. Aber da bin ich mit meinen Einwänden bisher abgeblitzt. Gut, muß ja auch jeder letztlich selbst entscheiden.

 

Warum zitierst du mich da jetzt eigentlich, wenn bis auf das fett Markierte nichts von deinem Post mit meinem zu tun hat? 

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vor 2 Stunden schrieb kuchenfreund:

 

Bio macht vor allem bei Lebensmitteln Sinn, die nicht pflanzlichen Ursprungs sind. 

Bis auf o.g. Punkt stimme ich Dir voll zu.

Allerdings ist mir auch wichtig, dass Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte frei von Neonikotinoiden, Glyphosat oder sonst was sind. Ich möchte, dass Feldhamster, Regenwürmer, Insekten und anderes Getier eine Daseinsberechtigung hat und nicht ausgemerzt wird. Es gibt Studien darüber, das der Verzicht nicht automatisch den Ertrag mindert. Da ist viel Lobbyismus im Spiel. Ein Biolandwirt braucht halt andere Maschinen (z.B. Striegel) , um die Wildkräuter mechanisch zu entfernen. Er muss Fruchtfolgen beachten, evtl. Mischkulturen anbauen, die sich gegenseitig begünstigen und sich um seinen Boden kümmern.  

Meine Tochter lernt das gerade. Sehr spannend. 

Wusstet ihr, das im ersten Pipistrahl eines Neugeborenen bereits Neonikotinoide nachgewiesen wurden? Dazu das Verschwinden der Insekten und der Artenvielfalt allgemein. Ein Weiterso kann da nicht die Lösung sein.

Edited by Christel Mess
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vor einer Stunde schrieb Christel Mess:

Ein Weiterso kann da nicht die Lösung sein.

 

Aber so lange das Weiterso genug Geld in die Kassen spielt, interessiert es leider kein Schwein und ist nur aufgesetzte Heuchelei, bei allen die auch nur irgendetwas zu entscheiden haben. Oder warum wird all der Dreck, der hier aufgelistet und privat gemieden wir, nicht einfach rigoros verboten? Egal ob jetzt für die Umwelt oder Gesundheit..... richtig, weil es Geld bringt. Und ab da spielt der Rest keine Rolle mehr.... traurig, aber Realität. 

 

Es wird keine Lösung geben, es sei denn es macht Bumm, oder der Planet rafft uns einfach dahin.....der lächerliche Corona Versuch ist ja gescheitert :-D

 

Trotzdem natürlich lobenswert, das der Eine mehr oder der Andere weniger versucht, etwas daran zu ändern oder für sich seinen Weg findet, damit umzugehen :thumbsup:

 

Im übrigen weiß ich, das gerade der erste Absatz stark vereinfacht und Plakativ ist.... das Thema ist aber auch nix für eine schriftliche Diskussion und endet dann nur im falschen Hals und missverstanden. Im schlimmsten Fall politisch :cheers:

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Am 6.12.2023 um 17:45 schrieb Christel Mess:

Wie konsumiert ihr im Einklang mit Eurem Gewissen?

 

https://www.hilfswerft.de/poster/

 

Hier gibt es Poster, die die Auswahl leichter machen.

 

Auszug:

Zitat

Das Poster zeigt Die Nachhaltigen 222 in Deutschland – Unternehmen und Dienstleister die als Leuchtturmprojekte für ein besseres und nachhaltigeres Wirtschaften stehen, sorgfältig in einem aufwändigen zweistufigen Prozess ausgewählt und übersichtlich nach Sektoren und Branchen sortiert.

Das Poster macht es besonders leicht für nahezu alle Lebensbereiche perfekt nachhaltige Kauf- und Konsumentscheidungen zu treffen.

  • Schreibwaren
  • Jeans
  • Strom
  • Rucksäcke & Taschen
  • Versicherungen
  • Kindermode
  • Körperpflege & Kosmetik

…und viel mehr…

 

 

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