Dann versuch ichs mal... Bin zwar in keinster Weise Blech-Profi, hab die Sache aber nach Einweisung und praktischer Demonstration durch nen Kumpel von mir, der ganz gut mit Blech kann, mal gewagt. Hab zwar schon gesehen gehabt, dass es da auf dem Markt diese Plastikdinger zu kaufen gibt, so einen wollte ich aber nicht an meiner Reuse haben, immerhin sinds Blechmopeds die wir da bewegen. Ausgangspunkt ist zunächst die Koti-Wahl. Ich glaub nen Ori-Koti ist eigentlich besser geeignet, weil das Blech halt einfach stärker ist, bei mir hats aber auch ein billiger Repro getan. Ich wollte den Orginalen zweck möglicher Rückrüstung nicht opfern und hab auf die schnelle keinen anderen herbekommen. Die PL170-Dinger sind aber wohl gut geeignet. Also erstmal flugs den Koti auf die zusammengebaute Gabel gestülpt um anzuzeichnen, wo die Beule rein soll. Guenni hat Recht, wenn er anmerkt, dass man nach hinten ein bisschen Platz lassen soll, weil der Dämpfer beim Einfedern rumkommt! Wichtig ist dass die Gabel genauso zusammengebaut wird, wie sie später laufen soll, also wirklich alle Schrauben richtig anziehen, beim verkürzten RS24 auch die Madenschraube einstellen, wie man es haben will um sie dann entsprechend zu kürzen, das geht sauknapp zu an der Stelle. Sollte man da gepfuscht haben, passt es nach dem Lackieren in der Höhe nicht. Klar kann man den Stoßdämpfer durch Distanzscheiben nach unten versetzen, man verliert dadurch dann aber heiß geliebte Tieferlegung. Meine Beule ist auch was größer als die vom Undi (yeah ), weil ich den RS24 noch mit der LTH-Halteplatte kombiniert habe, die den Stoßdämpfer zwecks Geradestellung (Stichwort Spurversatz wegen Scheibenbremsumbau) noch nach Außen verlegt und (geilo) nochmal 5 mm Tieferlegung bringt. Außerdem wollte ich unbedingt, dass der Koti zumindest zur Kaskade absolut mittig sitzt. Ans Herz zu legen ist ganz ausdrücklich das Tieferlegungsteil für den RS24 von Rod'n'Roll. Der Macker hats drauf und ein so geiles Teil gebaut, dass ich mir gleich nochmal eins für die Vitrine bestellt hab. Der aufmerksame Leser weiß, dass man für das Teil die Halteplatte oben etwas erweitern muss, das gilt ebenso für die LTH-Platte, ist aber Kindergarten und mit der großen Schleifrolle im Nu erledigt. Wegen eventuell auftretender Gewindeinkompatibilitäten (bei mir auch) empfehle ich (nicht nur deswegen) die Lektüre seines Topics. Der Gewindeinkompatibilität ist mittels zölligem UNF-Schneideisen (kann man zum Harleyfritzen für, die haben das) in zufrieden stellender Weise beizukommen. Da bleibt genug Material. Meine Gabel wurde vom Custom0815 hier im Forum um 25 mm gekürzt, der Lagersitz um 10mm abgedreht. Auch er hat tolle Arbeit geleistet . Zunächst braucht man was, in das man das Blech hineintreiben kann. Aufwendig eine Negativform zu erstellen ist nicht notwendig. Hatte ich zunächst auch vor, dann hab ich über nen Sandsack nachgedacht. Alles Blödsinn, meinte mein Kumpel. Wir haben dann einen alten Gummihammer hergenommen und in eine der Flächen mit der Flex was halbkugelartiges hineingearbeitet. Dann gings schon los mit nem halbkugeligen Treibhammer, schön von oben nach unten das Material in den Gummihammer massieren. Wichtig ist erstmal, dass man das Material in die richtige Richtung bewegt, schön muss da noch nix sein, die Kanten sollte man halt nicht allzu wellig hinmassieren, damit man sie später noch einigermaßen gerade bekommt. Jetzt heisst es halt Treiben, Drüberstülpen, Gucken und wieder von vorn. Das ganze so lange, bis der Koti auf die Gabel geht und die Feder vom Dämpfer frei läuft. Problematisch ist halt, gerade beim dünnen Reproflügel, dass sich das ganze Ding übelst verzieht, wenn man da auf einer Seite so massiv Material heraustreibt. Dazu aber später. Passt alles muss man sich um die Kanten kümmern. Ich hab einfach russisch den Schraubstock auf die gewünschte Breite eingestellt und dann gib ihm mit dem Treibhammer, immer die Kante entlang. Natürlich haut man sich dabei dann wieder unerwünschte Beulen bei rein, aber die Kante wird schön und um die Beulen kann man sich ja dann später wieder kümmern. Bisschen aufpassen muss man, dass man sich die Sicke, die unten um den Koti rumläuft, nicht ruiniert, aber das geht schon... Passen auch die Kanten, kann man anfangen, die Beule schön zu machen. Dazu hab ich Handamboß, Rundamboß und Schrumpfhammer verwendet. Ambosse werden in den Schraubstock gespannt, dann Koti drauflegen (mit der Innenseite ) und unschöne Ausbeulungen nach Außen, die im Dengelprozess (wahrscheinlich aufgrund meiner Unfähigkeit) reingekommen sind, wieder zurückballern. Durch den Schrumpfhammer wird wohl das Material verdichtet wodurch die Beulen dann hinterher nicht wieder nach innen reinstehen, sondern man von beiden Seiten eine schöne Oberfläche bekommt. Die am Schraubstock verursachten unschönen Beulen an der Kante kann man in dem Zuge dann auch wieder richten. Ein Gläschen guter badischer Weißwein entspannt dabei ungemein! Letzter Checkpoint ist die Rundung/der Übergang oben in die Beule. Auch dabei hat mir der Rundamboß gute Dienste geleistet. Allerdings war auch ein sachfremd eingesetzter Plastik-Schonhammer nicht zu verachten. Jetzt ist die Beule fertig. Nun kümmern wir uns um den Sitz des Kotis. Der sitzt, wie beim PK-Gabel-Umbau üblich eher ziemlich beschissen auf der PK-Gabel. Noch dazu hat er sich durch das Gedengele ordentlich verzogen. Also erstmal den generellen Sitz richten. Wie gehabt durch bedremeln der Koti-Aufnahme, des Koti-Loches. Dann mal beherzt am Koti rumgebogen, damit er einigermaßen gerade sitzt. Ganz klappt das nicht, wenn man ihn nicht verbreitert, Stichwort Spurversatz, dicke Reifen und so. Zu diesem Zweck sollte die Gabel wirklich samt Rad komplett zusammengebaut sein, damit man überhaupt abschätzen kann, wie der Koti sitzt. Dann neue Schraubenlöcher, Unterlagscheiben etc. Gerne zwischendurch auchmal die Gabel samt Koti in den Rahmen einbauen, ich hab mir zu diesem Zweck ne Staubschutzscheibe und Lagerschale leicht aufgedremelt, damit man sie einfach drauf rutschen lassen kann, so wird die Montage/Demontage zum Kinderspiel. Durch die Kombination mit Rahmen kann man sich auch den Abstand des Kotis zum Rahmen etc. schön einstellen. Dann kann es zur Lackur gehen. Schön grundieren, bisschen Spachteln (hab aufgrund extensiver Vorarbeit nur einen Hauch Spachtel an den Kanten und an dem Übergang Koti/Beule oben gebraucht), Schleifen, Füllern, Schleifen (Nass), Basislack, Klarlack. Richtig Spaß machts dann, wenn man die lackierten Teile zusammenstecken darf und alles (einigermaßen bzw. ausreichend) gut passt. Und so siehts dann fertig aus: Hoffe, das ihr mit dem Bericht was anfangen könnt. In diesem Sinne: Edith reicht die Bilder nach...