74er Bj bzw EZ stimmt. Das ist eine späte Version der deutschen Sprint. Letzte Version der "Augsburger Sprint". Dazu gibt es auch ein Topic mit Register. Das heißt es ist eine deutsche Sprint mit eigener Fahrgestellnr. Und diese Nr kannst Du nicht bei Scooterhelp eingeben. Du hast aber noch unter der Batteriebacke auf der unteren Falz eine Nr. Das ist wiederum die italienische Nr, welche man bei Scooterhelp eingeben kann. Wird dann wahrscheinlich 72 oder so rauskommen. Rücklicht, Scheinwerfer-alles passend. Wurde nix getauscht. Passt perfekt. Das Loch an der Seite ist der Klassiker. Dort liegen mehrer Bleche übereinander. Durchgammeln tut es von innen nach aussen, bzw zwischen den Blechen. Wölbt sich erst wie ein Pickel, bis es dann letztendlich platzt. Die Reparatur kann schon grausig sein. Ist in vielen Fällen ein Grund zum schlachten, oder noch schnell gefuscht eine Alltagsreuse für die nächsten Jahre auf die Straße zu bringen. Macht man so eben noch häufig bei einer PX ( Nachfolger von Deinem Modell). Nun ist Deine Sprint aber ansonsten noch so gut original beieinander, dass sich eine Restauration der Stelle durchaus lohnt. Die Sachen mit dem O-Lack erklärt sich zT aus der langjährigen Erfahrung vieler Fahrer. Wenn man sich neu mit der Vespa befasst, möchte man eben häufig ein Fahrzeug, das eben neu blitzt und auch von Aussenstehenden als Oldtimer erkennbar ist. So haben das die Meisten hier als erste Schritte in der Vespawelt gesehen und auch gemacht. Aber die langjährige Erfahrung zeigt eben, dass neu nicht immer besser ist. Waren es vor einigen Jahren (Jahrzehnten) dann oft noch rot, british racing green, dunkelblau und schwarz, sind es heutzutage oft mehr die Cremefarben, welche genommen werden. Fakt ist aber, dass durch den damaligen wie auch aktuellen Modegeschmack die noch restlichen Originallack-Kisten einfach weniger werden. Und das bei einem Massenprodukt, wobei Deine Sprint aus deutscher Produktion schon selten ist. Die dann neu lackierten Kisten sind (wohlbemerkt für Insider in den meisten Fällen) einfach langweilig und seelenlos. Eine gleicht der anderen. Oft dann zudem noch diletantisch zusammengeferkelt mit schlechtem Reprozeug. Aber auch perfekt neu gemachte haben vielfach ihren Reiz verloren. Oft kommt man auch zudem nicht drumrum, eine Kiste komplett neu zu lacken, wenn eben kein rettbarer Lack mehr vorhanden ist, oder die Kiste eben eins besagter Modelle in weinrot ist, und damals auch schon gestrahlt wurde. Aber die noch vorhanden O-lack Fahrzeuge sind einfach rar inzwischen, vor allem rettbare Kandidaten. Aus diesem Grund liegen preislich brauchbare Olack-Kisten (und Deine gehört definitiv dazu) im restaurierten Zustand (mit restauriert mein ich nicht lackiert, sondern vielmehr die Aufarbeitung der originalen Teile, Lack und Technik) über dem einer neu Lackierten. Vom kohletechnischen gesehen steckt man in eine neu gelackte eben die Lackierung, die dort damit verbundenen neuen Gummiteile, Sitzbank usw (das alte patinierte Zeug zu verwenden schaut dann zusammen nämlich komisch aus), und hat am Ende erheblich mehr Geld ausgegeben und zudem einen geringeren Wert als die Restauration und Aufarbeitung einer Originallackkiste. Dort kann man dann nämlich noch brauchbare Gummis etc weiterhin verwenden, da alles stimmig zueinander ist. Ich ziehe da immer gerne den Vergleich zu einem Picasso Gemälde in einem Museum. Dort steht auch nicht alle 15 Jahre ein Maler auf der Leiter und malt das Bild nach, weil die Farben ausgeblichen sind, oder Risse bekommen hat. Würde auch keiner auf die Idee kommen. Vielmehr wird das vorhandene konserviert. Das kann man quasi 1:1 auf die Roller (oder auch andere alte Fahrzeuge) übertragen. Aber da kann natürlich jeder selbst entscheiden, was er mit seinem Eigentum machen will. Das sind im Endeffekt alles Tips von meist langjährigen Hasen, welche Ihre Erfahrung da gern weitergeben. Man muß natürlich auch hinterher die Eier haben um dazu zu stehen. Der 0815 Eisdielenbesucher wird einen wahrscheinlich den Tip geben die mal zu "restaurieren"....weil er das mal im Fernsehen gesehen hat...und weil die dann mehr "Wert" sind. Aber solche Typen klatschen auch Sonntags im Fernsehgarten mit...und haben zu allem eine Meinung ... Um mal auf Deine Kiste zurückzukommen. Könnte zB so aussehen. Komplett zerlegen. Die besagte Stelle auftrennen und instandsetzen. Danach beilackieren lassen (leicht ausnebeln zwecks Farbübergang). Die Flugroststellen mit passenden Mittelchen (zB Rustdelete) behandeln. Vieles von den Flugroststellen lässt sich schon mit Lackschleifpaste etc entfernen. Das sind oft nur stecknagelgroße Fehlstellen welche sich auf dem Lack aber optisch weitaus größer darstellen. Dann klassische Politur mit Lackreiniger, Schleifpaste usw (da gibt es genug passende Mittel). Den Lack danach mit passenden Mitteln versiegeln (dazu gibt es im O-Lack Topic genug Mittelchen). Die Gummiteile erstmal in Spülwasser einlegen. Mit Kunststoffreiniger und Zahnbürste reinigen, danach mit Gummipflegeprodukten neu "nähren". Bei den Aluteilen/Chromteilen wie Zierleisten, Hebeln usw ebenso. Mit Chrompolitur aufpolieren. Tachoglas mit Autosol glätten usw. Also die optischen Teile schon professionell reinigen, aufarbeiten und konservieren. Die Technik sollte man natürlich dennoch überholen (da unterscheidet es sich nicht viel zu neu lackierten). Also Motor überholen, Lager wechseln, neue Reifen usw. Bei Deinem Motor sind wahrscheinlich die Kolbenringe festgerostet. Auch so ein Klassiker, wenn die lange steht. Kriegt man aber auch wieder frei...ohne groß was zu zerstören. Schau mal im Olacktopic im Technikbereich...da sind viele Beispiele und vorher/nachher Bilder....