Das geht sich mit einem Primavera-Lenker schon recht geschmeidig aus wenn man ein wenig fummelt ! Bei meiner Lösung sitzt der Zug im Lenker selbst und auch am Rahmen muss deutlich weniger gefräst werden als wenn man den Zug am Lenkrohr befestigt, im montierten Zustand ist von außen nicht mehr zu sehen, dass man da einen Einzug-Motor adaptiert hat, sprich der Lenker verdeckt die gefräste Stelle vollständig. Um den Zug durch den Durchgang am Lenker zu bekommen, muss etwas gefeilt werden. Dann bastelt man sich ne Halteplatte für den Zug, die am linken Gewinde im inneren des Lenkers verschraubt wird, Plastikhalter dementsprechend links absägen und den Gaszug-Halter einzeln rechts verschrauben. Ich habe das Schaltrohr benutzt, wo man die Schaltrolle von außen mit einem Splint befestigt, allerdings kann man auch das andere nehmen, wenn man es absägt. Nun benötigt man ein XL2 Schaltrohr, welches man absägt, so dass nur noch das Ende übrig bleibt, wo die originale XL2 Schaltwippe befestigt wird. Nun benötigt man eine Drehbank und dreht das abgesägt Xl2 Schaltrohr so ab, dass es in das PV-Schaltrohr passt ! Jetzt wirds etwas haariger, da man ausmetern muss wie weit man selbiges ins PV-Rohr steckt und durch das Zugdurchführungs Loch das PV-Schaltrohrs von innen festschweißt. Man muss das im montierten Zustand gut abchecken, damit man genau weiß wo die Schaltzugaufnahme im montierten Zustand sitzt sprich welchen Abstand selbige zum Lenker haben wird. Selbiges ist essenziell, da defintiv zwischen Lenker und Schaltrolle die originale Wellscheibe gehört mit ordentlich Vorspannung, damit es nicht klappert. Kurz diesbezüglich, bei der originalen 2-Zug Methode ist immer zumindest ein wenig Vorspannung aufm Schaltrohr, mit der Einzug Variante kann es munter hin und her klappern wenn das Schaltrohr auch nur ein wenig Spiel im Lenker hat ( was bei 90% der Lenker die ich bisher in der Hand hatte der Fall war ) und muss somit ordentlich fixiert werden. Wenn man sich den originalen XL2-Schaltdraht mal anschaut, merkt man dass von der Öse bis zum eigentlichen Zug ein bisschen Metall dazwischen ist. Da meine Zughalteplatte nur aus einem planen Stück Metall bestand, musste ich den Zug oben an der Öse auseinandersägen, das Stück Metall rausnehmen und die Öse direkt an den Zug hartlöten. Somit sitzt der Schaltdraht im ersten Gang direkt am Ende der Schaltdraht Hülse an und stößt nachdem man den Lenker oben ein wenig befräst hat im vierten Gang nicht mehr an. Ich fahre diesen Umbau nun seid 8000km und bin sehr zufrieden damit, so zufrieden dass mir wohl nie wieder eine Zweizug Motor ins Haus kommt. Im vierten Gang steht der Hebel etwas weit nach unten, stört aber beim fahren nicht die Bohne. Spiel hat das ganze bis zum dritten Gang wie eine normale Zweizug-Schaltung, der vierte Gang hat wenn er drin ist recht viel Spiel, was aber an der Stellung des Drahts im Lenker liegt. Erst habe ich das abgesägte Schaltrohr mit dem PV-Rohr wieder per Drahtstift wie original verbunden, allerdings musste ich Spiel eliminieren damit ich im vierten Gang nicht oben an den Lenker anstoße und habe letztendlich beide Rohre miteinander verschweißt. Lasst bloß nicht den Buschmechaniker mit Elektrode da ran, sonst reißt euch in der Mitte einer 300km weiten Schotterpiste im Kongo genau diese Schweißnaht auf und ihr müsst 140km im dritten Gang ohne funktionierende Schaltung weiterfahren und beim Tankstop von den Dorf-Frauen angeschoben werden ! Was ich beim nächsten Umbau anders lösen würde, ist die Halteplatte im Lenker. Man kann das theoretisch mit etwas Hirnschmalz so bauen, dass der Zug damit etwas versenk bzw. tiefer als jetzt sitzt und man somit nach oben wo normalerweise der Tacho sitzt mehr Platz hat. Vielleicht mag da ja mal einer mit CAD Kenntnissen was zeichnen und dann als Kleinserie auflegen ?! Die originale Schatzug-Aufnahme der XL2 wird rund um die Zugaufnahme beflext, so dass nurnoch das "Gestell" übrigbleibt, da ist original viel Krimskrams drum rum der nur am Tacho und an dem bei dieser Lösung perfekt verlegbarem Schaltzug anstoßen würde, womit wir beim letzten Punkt wären. Selbiger passt auch noch rein, WENNNN man ihn an der linken Seite etwas beschneidet. Ich hab das quick and dirty gemacht aber man bekommt das recht elegant hin mit etwas Zeit und es stört die Funktion des Tachos kein bisschen. Der ganze Umbau ist was für Geduldige, man muss viel rumprobieren bis es wirklich gut passt aber am Ende lohnt es sich defintiv. Schaltet sich angenehm und endlich keine ewig (auch wenn mit Lagerbronze-Buchse reparierte ) ausschlagende Schaltwelle mehr ! Wenn ich wieder in Deutschland bin, werde ich evtl. ne neue Schaltdraht-Aufnahme basteln aus Stahl, die originale ist aus Alu und schlägt mit der Zeit etwas aus, sprich das Spiel des Befestigungsstiftes wird größer. gruß aus Pointe Noire , Christoph