Chinareisende und Auslandskorrespondenten vor:
Geh ich zum China-Mann und ordere "5 kleine Flühlingslollen mit süß-sauel Souce" und anschließend "Nummel. 57, schaaf mit Gemüse Kon-Poo nach Sezuan-Alt" und dazu 2 Hefeweizen, lächelt man freundlich und sagt wahrscheinlich zum Koch hinter der Theke, dass wieder so ein hohles deutsches Stück abgefertigt werden will. Hab ich gegessen und die Kohle gelatzt, will ich den Laden verlassen. Doch niemals niemals nie kommen ich ungeschoren am Glückskekse-Verteiler am Ausgang vorbei. Selbst wenn ich ein Schild trage "Offene TBC - hoch ansteckend" lächelt man und zwingt mich, einen dieser eingeschweißten Glückskekse mitzunehmen.
Öffne ich die Packung und breche den Keks in der Mitte auseinander, kommt der kleine Zettel zum Vorschein, auf dem entweder das steht, was ich schon lange weiß "Sie haben den Längsten, viel Glück" oder was keiner wissen will wie "Auf Regen folgt auch wieder Sonnenschein" und das Beste ist, auf der Rückseite steht das Ganze in englisch, aber keineswegs sinngemäß oder in wortwörtlicher Übersetzung das Gleiche, sondern was völlig anderes wie "Laugh, and you are happy".
Und in Shanghai sitzen in einem feuchten Keller drei Familien zusammen, die aus eingeweichten Sägespänen Glückskekse formen und die Kinder tippen auf einer alten Mao Tsedong-Schreibmaschine nach Vorgaben deutsche und englische Glückssprüche auf DinA-Blätter, die Omma TschiWong mit einer Schere auf schmales Zettelformat bringt. Oppa Li schiebt die anschließend in den Sägemehlbrei und backt das Ganze in einem alten Hochofen zu fertigen Glückskeksen.
Frage:
In ganz China kennt doch sicher keine Sau "Glückskekse"? Das ist doch eine Erfindung für die Europäer und die Chinesen lachen sich schlapp?
Bearbeitet von Dirk Diggler, 22. Mai 2012 - 14:39,