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Testaufbau Auslösekraft Schaltklauenfeder

Featured Replies

Geschrieben

Ich hab mir die Tage mal eine Prüfprozedur überlegt, wie man die verschiedenen Schaltklauenfedern im ausgebauten Zustand testen kann.

Hintergrund war, dass ich u.a. bei einer PK XL2 trotz neuer Feder und Schaltklaue (FA) Gangspringen hatte, wenn der 75er DR im 3. den Berg hochgerödelt ist. Das Teil hat ordentlich virbriert und man konnte dem Schaltgriff zuschauen, wie er sich langsam herausgedreht hat. Gegenhalten hat da nichts gebracht. Also Motor raus und zerlegt. Letztenendes wird es wohl eine Kombi aus doch ein wenig zu viel Getriebespiel (knapp 0.4), ner etwas zu laschen Feder und der Vibriererei (KuWe Exz. 0.06) sein.

Ich will den Motor definitiv nicht nochmal aufmachen und deshalb ne nur minmal härtere Feder verbauen...und da fing die Geschichte an: Alle Federn kommen lassen die es gibt und mal von Hand fühlen, wie schwer das geht. Fand das aber schwer zu beurteilen, wie sich das nachher im eingebauten Zustand anfühlt. Einige schreiben hier ja , dass es harte Federn nicht braucht, glaub ich gerne, aber irgendwie wollte ich doch sicher gehen, dass ich den Motor nicht nochmal aufmachen muss.

Dann ist mir die Federwaage mit Schleppzeiger, die ich mal günstig aus einer Auflösung erstanden habe, in die Hände gefallen inlove und da kam die Idee für einen Auslöseversuch. Das Teil ist laut Hersteller recht genau, für ne grobe Richtung wird es also allemal reichen.
Mal schnell alle verfügbaren Wellen in der Werkstatt zusammengesucht sowie alle Schaltklauen die ich neu und im Schrott hatte: Wellen: PKXL2 original, PV alt original, CIF neu und bei den Shops alle verfügbaren Federn bestellt. Die Federn der Stoffi/Revolver Kupplung lagen auch gerade auf dem Tisch und haben sogar gepasst!

grafik.png

Schaltklauen hatte ich 3 alte verschlissene Piaggio und:

1x guter Zustand, Hersteller unbekannt, vermutlich PIAGGIO neu von vor ca 10J

1x CIF

1x FA


Der Versuchsaufbau ist einfach; Die Schaltklauenenden "hängen" hier nur in den Schraubenlöchern der Backen (Schrauben entfernt), da wird nichts geklemmt (!) und die Welle ist recht frei beweglich:
grafik.png

Was ich nach einigen Versuchen bemerkt habe ist, dass es extrem wichtig ist, dass die Reibungseffekte minimal sind. Heisst: Feder und Schaltklaue mit SAE30 gut geölt einbauen, beim Ziehen muss alles sauber in-line ausgerichtet sein, damit die SK nicht an der Welle schleift und das Auslösen gehemmt wird.

Jeden Versuch habe ich ca. 5-8 Mal durchgeführt und den Mittelwert notiert, wobei ich festgestellt habe, dass die Werte etwas variieren je schneller man zieht. Man muss auch darauf achten, dass der Schleppzeiger nichts Falsches anzeigt. Ich hab das dann immer gleich schnell gemacht (gemächlich). Wenn das ganze sauber geölt war und alles schön ausgerichtet war, lag die Varianz der Messwerte meist bei ca +-2 N. Je stärker die Federn waren, um so mehr variierten die Werte.

grafik.png

Dabei kam dann Interesantes heraus: Die alten Schaltklauen von PIAGGIO haben reproduzierbar schneller ausgelöst als die CIF oder FA (welche in meinen Augen baugleich erscheinen).
Es scheint also so, als ob das "Gebirge" da einen Einfluss hat und das früher etwas anders war.
Ausserdem war die FA Feder spurbar weicher als die PIAGGIO.

Die BFA Feder hatte ich kurz mit der FA SK getestet, da lag der Wert bei 90-100N und ich hab das nicht weiter verfolgt.

Weil mir die verstärkten alle noch zu hart erschienen, hab ich dann angefangen, die EVOK Feder welche bei 77-82 N lag von 34 auf 28.5mm Länge und 9.5 aktive Windungen zu kürzen. Das Ende habe ich etwas abgeflacht und verrundet, damit die Kugel die Feder nicht an die Wand drückt und so gehemmt wird:

grafik.png

Das fühlte sich im Versuch sehr gut an und ich denke damit gehe ich ins Rennen, in der Hoffnung, dass das so hält und die Fahrerin damit klar kommt -)

Bearbeitet von Pholgix

Geschrieben

Vorsicht, eine klaue läuft sich ein, sprich wo die kugel drüber geht,

So um messfehler auszuschließen.

Geschrieben
  • Autor

Stimmt, das könnte noch eine Erklärung sein, warum die Werte bei den neuen CIF und FA gegenüber den alten PIAGGIO Teilen höher sind. Wobei eine der beiden alten PIAGGIO SK nicht viele KM gesehen hat.

Werde das bei Gelegenheit aber eh mal mit einer neuen PIAGGIO testen. Ist ja schnell gemacht, wenn man mal weiß wie.

Geschrieben

ich finde solche Testaufbauten immer seher geil da ich auch versuchen Probleme auf den Grund zu gehen und da ist mir meist kein Weg zu schade cool

Weltklasse inlove

  • 2 Wochen später...
Geschrieben
  • Autor

Hab heute noch ein wenig mit einer 3-Gang CIF Schaltklaue getestet. Ausserdem habe ich noch eine verstärkte Feder bei SIP bestellt (1501150), die der original PIAGGIO allerdings sehr ähnlich ist.

Das ganze war sehr interessant, da die 3Gg Schaltklaue durch die Bank sehr viel leichtgängig war, egal mit welcher Feder. Da scheint wohl die Geometrie des "Gebirges" eine grössere Rolle zu spielen:

grafik.png

(Die "wenig gebrauchte" Schaltklaue ist verm. doch keine PIAGGIO)

Die FA Feder ist im 3Gg nach meinem Geschmack viel zu weich, die Schaltklaue lässt sich recht einfach mit nur einem Finger bewegen. Ich denke, ich werde in das 3 Gang Getriebe die CRIMAZ oder BGM verbauen.

Beim Testen habe ich ausserdem festgestellt, dass man nach etwa 3-4 Mal auslösen immer einen relativ stabilen (tieferen) Wert bekommt, sofern alles gut geölt ist. Es muss sich wohl alles erst einspielen. In der Tabelle oben gelten also eher die tieferen Werte, wenn ich da einen Bereich angegeben habe. Will das aber jetzt nicht mehr ändern.

Ich denke, ein Wert von 50-60N ist ideal für die meisten Motoren, über 65N wird es vermutlich sehr streng am Drehgriff. Unter 50N ist m.M. nach zu leicht, vor allem wenn man womöglich mehr Vibrationen wg. grösseren Zyl. hat.

Bearbeitet von Pholgix

Geschrieben

Könntest du den Oldschool-Trick auch mit 3 Kugeln und der Ori-Feder testen?

Geschrieben
  • Autor

Du meinst, die Erhöhung der Feder Vorspannung durch eine zusätzliche Kugel?

Hatte ich tatsächlich auch schon dran gedacht.

Bin heute in der Werkstatt und wollte noch die alte Schaltklaue der drei Gang Fuffi testen, dann probiere ich das auch mal noch

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb Pholgix:

Du meinst, die Erhöhung der Feder Vorspannung durch eine zusätzliche Kugel?

Genau!

Geschrieben
  • Autor

Probanden heute: mutmassliche PIA alt Welle, neue CIF Welle, alte PIA-3Gang SK, neue CIF-3Gg, ältere gebrauchte 4Gg SK.
Hier die aktualisierte Tabelle.

Auslöseversuch Schaltklaue Feder SF.jpg

Hoffe da haben sich keine Fehler eingeschlichen, ist ja doch was zusammen gekommen -D

Wird mir aber früher oder später auffallen, dann aktualisiere ich das hier.

grafik.png

Die Erkenntnisse:

  • 3 statt 2 Kugeln mit PIA könnten je nach Kontur zuviel sein, evtl. taugt aber FA Feder mit 3 Kugeln

  • Die Kontur ist bei den neuen CIF etwas anders, vor allem bei der CIF-3 Gg ist der Berg weniger spitz und hoch!

  • Messing Shim ist auch ne Lösung die funktionieren könnte, hemmt möglicherweise die Drehbewegung der Kugel, da beide Messing shims beim 2. Gg der 3G-CIF schwerer auslösten als 3 Kugeln (rosa/grün)

  • PIAGGIO mit 2.7mm Shim aus Messing taugt ganz gut

  • 2. Gang löst meist leichter aus als 1. Gang, speziell bei der 3-Gang CIF ist der 2. sehr leicht, die kann man mit orignaler Feder mit dem kleinen Finger "schubsen"

  • Abgenutzte Arme lösen offenbar gleich aus wie unbenutzte Arme --> Verschleiss scheint weniger Einfluss zu haben

  • Gebrauchte Federn setzen sich um etwa 0.5mm (Piaggio 35.5 vs. 35.0mm)

  • Die Oberfläche der SK und die individuelle Form beeinflusst das Ganze wohl stärker als ich dachte, so dass eine klare, allgemeingültige Aussage eher schwer ist

  • --> Ich werd die Kombi SK+Feder wohl immer kurz testen bevor ich die verbaue

grafik.png

links CIF, re alte PIAGGIO

Shims lassen sich mit Akkuschrauber und Proxxon-Miniflex/Säge aus Resten von ner Si Vergaser LLGS-Schraube herstellen, sogar mit Absatz - mit etwas Kreativität findet man aber alles mögliche im Vespa Fundus -D

grafik.png

grafik.png

Bearbeitet von Pholgix

Geschrieben
  • Autor

ich schätzte die DRT muss ich mir auch mal anschauen, die "Gipfel" des "Gebirges" scheinen auf den Bildern doch deutlich spitzer als die der CIF, das wird sich sicher stark auf die Auslösekraft auswirken...

grafik.png

Geschrieben

Hallo

Ich bin der Meinung, dass die Feder nur minimal zum Gangspringen beiträgt.

Ich habe bis vor ca. 5 Jahren nur Piaggio Schaltklauen verwendet, irgendwann wurde die Qualität aber immer schlechter.

Das heißt es sind die vier Arme immer leicht nach außen gebogen gewesen. Daher habe ich dann auf Bgm gesetzt und war anfangs auch sehr zufrieden . Da wurde aber auch wieder was geändert (war deutlich an unterschiedlicher Laserbeschriftung erkennbar) ab da war die Passform der Arme in der Hauptwelle nicht mehr so genau. Teilweise musste ich die Kanten an der Klaue brechen.

Seit ca 3 Jahren verwende ich nur noch die Drt klauen in unterschiedlichen Ausführungen mit der dazugehörigen Feder. Die Distanzscheiben müssen sauber entgratet werden - die passen auch sehr oft - wenn nicht verwende ich plan geschliffene original Distanzen mit 0,6/0.7/0.8 mm da kann man fast jedes Getriebe richtig distanzieren . Ich habe bisher ca. 60 Drt schaltklauen verbaut und nur bei einem Motor Probleme gehabt- da war der Fehler aber eine Getriebescheibe.

Geschrieben
  • Autor

Danke dir für diese Erfahrung! Mich hat halt bisher der Preis etwas abgeschreckt, aber das hat sich nun auch erledigtcheers

Geschrieben
Am 14.1.2026 um 23:03 schrieb Pholgix:

PK XL2 trotz neuer Feder und Schaltklaue (FA) Gangspringen hatte, wenn der 75er DR im 3. den Berg hochgerödelt ist. Das Teil hat ordentlich virbriert und man konnte dem Schaltgriff zuschauen, wie er sich langsam herausgedreht hat. Gegenhalten hat da nichts gebracht.

Hi,

das gleiche Problem hatte ich im 4. Gang und bin deshalb der Meinung, dass es stark auf die Kontur der Schaltklaue ankommt.

Mit einer neuen EGIG Schaltklaue konnte ich das Thema jedenfalls lösen.

Grüße

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