So, da ich die Restaurationsberichte hier im gespannt verfolge, will ich euch mein derzeitiges Projekt vorstellen. Es handelt sich um eine T/2 Bj. 56 im stratoblauem Erstlack. Abmeldung September 1976, seit dem stand sie. Erstbesitzer war ein Beamter des BGS aus Deggendorf, komischerweise steht im Kraftfahrzeugbrief bei Zulassungsdatum der 05.08.1968. Möglicherweise ist es auch nicht der erste Fahrzeugbrief… Das Modell war wohl bei Beamten sehr beliebt, auf jeden Fall ging sie dann von DEG nach Passau an einen Polizeibeamten und anschließend an eine Schülerin, die sie dann am 07.09.1976 stilllegte. Seit diesem Zeitpunkt stand die gute Dame, der Besitzer wurde noch einmal gewechselt bevor sie zu mir kam. Ich hab sie hier über das GSF bekommen (hier mal der Link zu dem Topic wo sich auch Fotos finden zum „War-Zustand“ Klick mich). Ich war lange genug hartnäckig und habe den Alex genervt. Als Alex dann meinte sie steht in Passau, was nicht wirklich weit weg ist von Landshut und er sich bereit erklärte sie zu verkaufen, bin ich natürlich sofort losgefahren als sich die Gelegenheit bot. Beim zweiten „Besuch“ habe ich sie dann gleich mitgenommen, ich konnte ihr nicht widerstehen… Hier nochmal ein Foto vom Abholzustand, sie sah schon bisl mitgenommen aus, wahrscheinlich hat die Schülerin sie nicht sehr pfleglich behandelt… Das ist mittlerweile schon eine Zeit her, gekauft habe ich sie im Februar 2009 und wollte sie eigentlich schon im Sommer 2010 in Betreib nehmen, aber ich bin einfach zu langsam… Der erste Schritt war dann die Bestandsaufnahme: Dabei war der Brief und zwei Schlüssel für Lenk- und Backenschloss, sowie ein Zündschlüssel, wenn auch in schwarz. Besonders nett find ich die Aufschrift auf dem Schlüsselanhänger „alter blauer Roller“ Auf die Suchliste wanderte also auch noch ein weißer Zündschlüssel, wie er original in den Hella Zündschlössern verbaut war. Auch war bei dem Modell eigentlich ein weißer Hella Licht-/Hupenschalter verbaut, der also auch noch aufzutreiben war um den schwarzen Siem zu ersetzen. Die weißen wurden anscheinend gern durch die schwarzen ersetzt, da die weniger anfällig waren. Das Schlitzrohr war leider sehr mitgenommen, besonders die in Fahrtrichtung rechte Seite. Dass es nicht einfach werden würde einen passenden Ersatz zu finden, war mir klar… Weiterhin steckte im Lenker der Rest eines Albert Lenkerendspiegels, der war wohl einmal bei einem Sturz abgebrochen und sollte durch einen neuen ersetzt werden. Bei der Repro-Aktion für Messerschmitt-Griffe hier im GSF habe ich leider auch nicht zugeschlagen, ich hatte zwar schon überlegt mir welche zur Sicherheit bei Seite zu legen; habe es dann jedoch gelassen und mich dementsprechend geärgert, dass ich dann doch keine hatte als die Messerschmitt gekauft war… Auch als Fehlteil war der original Bremslichtschalter für das Rücklicht zu verbuchen. Der war im Laufe der Zeit durch einen neueren Schalter ersetzt worden. Weiteres Fehlteil: Ein unbeschädigter Vespa-Schriftzug für das Beinschild vorne. Dann ging’s ans Zerlegen, während die Teilesuche schon lief. Es war zwar von vornherein geplant den original Lack zu erhalten, jedoch gab es doch einige Probleme zu beheben, die eines größeren Aufwands bedurften. So wollte das Lenkschloss seinen Dienst nicht mehr verrichten und das Vorderrad drehte sich nur sehr widerwillig. Also wurde komplett zerlegt um alle Probleme zu beheben. Als die Gabel dann rausgezogen wurde, fiel mir schon ein Teil des Schlosses entgegen, so dass klar wurde, wieso das Schloss nicht mehr funktionierte… Ein weiteres Teil also, dass auf die Liste der Fehlteile gehörte … Bei der Demontage des Restes, der noch im Rahmen verbaut war, bemerkte ich dann auch noch, dass die Lagerschale im Rahmen hinter der Hupe sich leicht in ihrem Sitz drehen ließ. Es sah so aus, als hätte sie wohl mal einen Unfall vorne gehabt. Zum Glück ist der Rahmen jedoch nicht verzogen oder hat Wellen hinter dem Kotflügel. Nachdem der Rahmen komplett zerlegt war, stellte ich auch noch fest, dass der Rahmen auf der linken Seite im Bereich der Gepäckbacke mal nachlackiert wurde, da dort die Batteriesäure wohl ihr Unwesen trieb. Fortsetzung folgt...