Den Gilardoni-Aluzylinder gab es erst bei der HP. Rush ist noch rebellischer GG. "Es handelte sich nicht nur um ein stilistisches Update: Die Rush war tatsächlich das erste Vespa-Modell, das entwickelt wurde, um den neuen Straßenverkehrsordnungsvorschriften zu entsprechen, die erst im Jahr zuvor in Kraft getreten waren. Diese neue Vorschrift erforderte erhebliche Änderungen an der Mechanik. Der Motor wurde leistungsstärker, leistete nun 2,3 PS und musste mit einem Dreiganggetriebe kombiniert werden. Eine technische Lösung, die zumindest auf dem Papier einschränkend wirken mochte, aber in der Praxis dazu beitrug, den Charakter dieses kleinen, sportlichen Modells zu prägen. Trotz der gesetzlichen Auflagen eroberte die PK Rush, die Vespa 50 PK Rush, der kleine Rebell der 1980er-Jahre, schnell die Herzen der jungen Leute. Die Teenager der damaligen Zeit waren fasziniert nicht nur vom spritzigeren Motor im Vergleich zu den Vorgängermodellen, sondern auch von der aggressiveren und moderneren Ästhetik. Insbesondere die rote Farbe und einige stilistische Details, die an die sportliche 125 T5 erinnerten, verliehen der Rush ein dynamisches und aggressives Image, das perfekt dem Geschmack der 1980er Jahre entsprach. Technik Technisch gesehen basierte die Vespa 50 PK Rush direkt auf der 50 PK XL, von der sie die meisten ihrer Konstruktionsmerkmale übernahm. Um sie jedoch an den Motor mit seinem Dreiganggetriebe anzupassen, wurden die Übersetzungsverhältnisse überarbeitet. Die PK XL verwendete eine Primärübersetzung von 15/69, mit folgenden Gangübersetzungen: • 1. Gang: 1:26,68 • 2. Gang: 1:17,74 • 3. Gang: 1:12,78 • 4. Gang: 1:9,62 Beim PK Rush hingegen wurde das Getriebe modifiziert und auf eine Primärübersetzung von 14/69 umgestellt, mit folgenden Gangübersetzungen: • 1. Gang: 1:29,57 • 2. Gang: 1:16,63 • 3. Gang: 1:10,53 Eine weitere Änderung betraf das Kraftstoffsystem. Der Vergaser wurde vom Dell'Orto SHB 16/10 der Vorgängerversion auf den großzügigeren Dell'Orto SHB 16/12 umgestellt, was dazu beitrug, das Ansprechverhalten des kleinen Einzylindermotors zu verbessern. Es gab auch einige weniger offensichtliche, aber interessante Änderungen. Am Motorgehäuse, nach jahrelanger Tradition die Position der Initialen und der Motornummer, die sich nun über dem Lufteinlass befanden. Außerdem verfügte die PK Rush über eine Vorderradgabel mit Anti-Dive-System, eine technische Lösung, die die XL nicht besaß und die das Fahrverhalten der Vespa bei starkem Bremsen verbesserte. Unter den produzierten Versionen verdient die Elestart-Variante mit Elektrostarter besondere Erwähnung. Diese Version war recht selten: Es wurden nur etwas über 2.000 Stück gefertigt, was sie heute bei Sammlern besonders begehrt macht. Ästhetik Während die Mechanik eine gezielte Weiterentwicklung darstellte, war es vor allem die Ästhetik, die die PK Rush sofort von der vorherigen XL unterschied. Die auffälligsten Änderungen betrafen die selbstbelüfteten Kunststoff-Radkappen, die eindeutig von denen der 125 T5 inspiriert waren und der Vespa einen sportlicheren und moderneren Look verliehen. Der dunkelgraue Sattel bildete einen eleganten Kontrast zur Karosserie, während sich über dem Topcase ein Ablagefach befand, das an das der T5 erinnerte. Die Trittbrettmatte wurde ebenfalls neu gestaltet: Sie bedeckte nun die Seite des Mitteltunnels vollständig und bot damit einen umfassenderen Schutz als die Vorgängerversion. Insgesamt fing die Vespa 50 PK Rush den Zeitgeist der späten 1980er-Jahre perfekt ein: kompakt, spritzig und mit einem sportlichen Look, der an die hubraumstärkeren Modelle erinnerte. Eine kleine Vespa, die trotz ihrer Entwicklung zur Erfüllung neuer Vorschriften einen besonderen Platz in der Erinnerung vieler junger Vespa-Fahrer jener Zeit eroberte."