Also Rollerabhängigkeit (Rotularum abusus simplex), insbesondere aber die akute Alterollerabhängigkeit (Rotularum robiginosarum abusus gravis) gehört zur Klasse der Substanzabhängigkeiten und ist ebenso unterschätzt wie unzureichend erforscht. Ihre Erstbeschreibung geht auf eine kaum beachtete Studie von Lutz-Ulrich Kubisch [1] aus dem Jahre 1993 zurück. Nach Kubisch tritt sie besonders bei Kontakt mit der gefährlichen Roller-Species Vespa - insbesondere den deutschen Varianten - auf. Heute weiß man aber immerhin dank der ergänzenden Feldforschungsbeiträge von I. Nnocenti, L. Ambretta, H. Einkel, D. Ürkopp, B. Astert, Gebrüder M. Esserschmitt, H. Offmann, Z. Ündapp et al., daß nahezu jeder Erstkontakt mit Rollern der 50er und bisweilen auch der 60er Jahre schon Merkmale eines unbezwingbaren Verlangens nach fortgesetztem Konsum zu Tage treten lassen kann. Neben Entzugserscheinungen wie Zittern, Desorientierung, unwillkürlichen Zuckungen - insbesondere ein ruckartiges Drehen der rechten Hand, die nicht selten eine Griffhaltung simuliert, mit gleichzeitiger Lautartikulation, die Kubisch mit "Brumm-Geräusch" umschrieb -, ist insbesondere die Tendenz zur Dosissteigerung fatal. Es sind allein in München mehrere Fälle individueller und sozialer Folgeschäden dokumentiert, die sich in wirtschaftlichen Wahnvorstellungen ("Ich wollte zwar keine Roller mehr kaufen, aber der war echt ein Schnäppchen!") und der typischen (kompensatorischen?) Vereinsamung durch Rückzug in Garagen ("Ne, am Samstag geh ich schrauben. Wär ja gelacht, wenn ich das Ding nicht wieder zum Laufen bekomme!"), halsbrecherische Ausfahrten in unzivilisierter Gegend ("Auf der Karte ist ein brauner, dünner Strich. Und das rote Warnzeichen ist mir egal!") sowie deutlich wahrnehmbarer hygienischer Verwarlosung ("Die Waschpaste war alle!"), ja sogar Tendenz zur Beschaffungskriminalität ("Man sollte 'ne Bank überfallen!") manifestierten. Es ist bislang allerdings noch vollkommen ungeklärt, ob es sich dabei nach WHO-Index um eine Typ1 Abhängigkeit (überwiegend psychische Abhängigkeit) oder Typ2 Abhängigkeit (physische und psychische Abhängigkeit) handelt. Der oftmals von Patienten geäußerte Satz "Ich will aber Castrol TTS und nicht das billige Mineraldreckszeug! Des 'schmiert' besser!" und die teils erheblichen Entzugserscheinungen deuten allerdings verstärkt auf Typ 2 hin. Ein besonderes Problem stellen die sogenannten "low dose dependencies" dar: der oftmals mit relativ niedriger Dosis (etwa eine V50 mit bis zu 1.500 km pro Jahr) und zunächst ohne Dosissteigerung beobachtbare Konsum entwickelt sich - lediglich durch Sekundärkontakte auf Oldtimermärkten und in Rollermuseen stimuliert - ebenfalls schnell zur Abhängigkeit, und die Betroffenen sind nicht mehr in der Lage, ohne den (zunächst nur einen) Roller auszukommen. Auch hier treten nach dem Absetzen Entzugserscheinungen oder Rebound-Phänomene auf. Es ist überdies ein geschlechterspezifisches Konsumverhalten beobachtbar: während männliche Patienten insbesondere auf technische Details, Formgegebenheiten, Seltenheit usw. ansprachen, scheinen sich Frauen insbesondere auf bestimmte Farben (besonders Rot- oder Gelb-Töne) bzw. Zubehörelemente zu konzentrieren. Therapie: Die Therapie ist nach Kubisch [1] sinnvoll in 3 Stufen: 1.) Beratung mit dem Ziel der stationären Aufnahme. ("In Haar gibt es einen riesigen Schrottplatz mit ein paar Altlagerbeständen von 1948 in Schuppen auf dem Hinterhof! Abholpreise! Scheunenfunde!") 2.) Klinikbehandlung mit Entziehungskur, insbesondere Entzug der Fahrzeugschlüssel, Photos im Geldbeutel, Literatur, etc., sowie eine nachfolgende intensive Betreuung in therapeutischen Gemeinschaften (Verhaltenstherapie, Psychotherapie, Gruppenarbeit, etc.). In schweren Fällen soll bisweilen eine Substitutionstherapie mit Plastik-Rollern gute Erfolge erzielt haben. Allerdings gab es auch Fälle von schwerem Schock. 3.) Nachbetreuung (Wiedereingliederung, Selbsthilfegruppen, etc.) Entziehung: Roller vom Patina-Typ werden langsamer, vom Restaurationstyp sehr sukzessiv entzogen, da sonst epileptoide Anfälle und Psychosen auftreten können. Klinisch beobachtete Entzugssymptome waren neben den oben genannten in Abhängigkeit von der Art der Roller, von der gewohnten Dosis und sonstigen persönlichen Faktoren: Tremor, Kopfschmerz, Schlafstörungen, Unruhe, dysphorische Verstimmung, Delir, apathisch-depressive Verstimmung und Suizidneigung - letztere insbesondere beim Patinatyp. Langfristige Entzugserscheinungen treten eher selten auf und sind gemildert: Schwitzen, Tremor, Schlafstörungen und Hypotonie. Literatur: [1] Lutz-Ulrich Kubisch: Vespa mi' amore. Alle Motorroller seit 1946. Geschichte. Technik. Nostalgie. Suderburg-Hösseringen 1993. Rollersucht ist aus den genannten Gründen der mangelnden WHO-Klassifizierung nicht meldepflichtig und wird noch nicht statistisch überwacht. Wenn Du dennoch davon loskommen willst, dann melde Dich, ich helfe Dir und entsorge Deinen Krempel! Edith meint: Der Text ist nicht von mir...hab ich schon vor Jahren mal als Mail bekommen...Trifft aber damals wie Heute genau ins Schwarze. edith meint nochmal: Hab gerade erfahren daß der Text von Lacknase ist...