Am Wochenende habe ich berichtet bekommen, wie es um unsere aktuelle Generation von Auszubildenden steht. Das war jetzt nur auf ein Unternehmen bezogen aber dort hat jeder irgendeine Diagnose (sowas wie Angststörungen, etc.) und bleibt dann einfach mal 3 Wochen weg. Ohne Krankmeldung etc. Auf die Anmerkung dass das ein KĂŒndigungsgrund wĂ€re, kam: "Dann hĂ€tten wir gar keine Azubis mehr." Ursachen sind hier vermutlich u.a. die Folgen von Corona aber sicherlich auch Auswirkungen von ĂŒbermĂ€Ăigem Konsum von sozialen Medien, (fehlende/falsche) Erziehung von Helikoptereltern und vieles mehr. Ich frage mich, wie dieses Land vorankommen soll, wenn die heutige Jugend so gar nicht belastbar ist? Und nun kommen Menschen aus LĂ€ndern, in denen seit jahrzehnten Folter, Mord, UnterdrĂŒckung, etc. an der Tagesordnung sind. Die alles zurĂŒck gelassen haben, denen irgendein ScheiĂ von einem Paradies erzĂ€hlt wurde wofĂŒr sie alle Ersparnisse der Familie aufgegeben haben um der Hoffnung auf ein besseres Leben zu folgen. Traumatisiert von Kriegsereignissen, der Flucht aus ihrem Land, begleitet von Ablehnung, Abweisung und einer wochen-/monatelangen Reise unter menschenunwĂŒrdigen UmstĂ€nden. Und wenn sie dann endlich im "Paradies" angekommen sind, merken sie, dass sie wie daheim abgelehnt werden, teils nicht arbeiten dĂŒrfen und natĂŒrlich auch die ganzen zusĂ€tzlichen Herausforderungen wie die fremde Sprache, Kultur, soziale Regeln, etc. Es interessiert vor allem niemanden, was sie emotional im GepĂ€ck dabei haben, siehe oben. Die genannten Azubis sind alle in Ă€rztlicher Betreuung, bekommen Medikamente. Was haben die im Vergleich traumatisches erlebt? Stattdessen erwarten wir, dass Menschen, (Achtung, bewusst dramatisches Beispiel:) vor deren Augen Familienmitglieder umgebracht wurden, sich hier ohne Hilfe mental gesund integrieren?!? Was uns fehlt, ist ein funktionierendes System, welches die GeflĂŒchteten entsprechend empfĂ€ngt und die Gelegenheit bietet, einen Ansprechpartner zu haben um das Erlebte verarbeiten zu können. Stattdessen ergeht es ihnen wie in ihrer Heimat aus der sie geflĂŒchtet sind: Ablehnung und das GefĂŒhl doch bitte schnellstmöglich weiter zu ziehen. Dass vereinzelte in völliger Verzweiflung durchdrehen oder anfĂ€llig fĂŒr völlig radikale Ansichten werden ist dann nachvollziehbar. Der Vorteil einer engeren Betreuung wĂ€re unter anderem, dass AuffĂ€lligkeiten eher auffallen wĂŒrden, dass Krisen bewĂ€ltigt werden könnten, dass so etwas wie Integration stattfinden wĂŒrde und am Ende eben kein Frust und Verzweiflung entsteht, die in solch fanatischen Aktionen enden. Mir ist bewusst dass das nach "heile Welt" klingt. Ich glaube nur nicht an einfache Lösungen fĂŒr komplexe Probleme. Und diese "alle raus und keiner rein"-Polemik ist fĂŒr mich genau so eine. Und machen wir uns nichts vor: Unser Lebensstil (KlimaerwĂ€rmung, MĂŒll, billiger Konsum) und unsere Politik fĂŒhren dazu, dass zukĂŒnftig noch viel mehr Völkerwanderung stattfindet. Abschottung ist da keine Lösung. Ich möchte hiermit keinen in Schutz nehmen, geschweige denn die TĂ€ter entschuldigen. Das ist unentschuldbar. So jemand gehört direkt zurĂŒck geschickt, der Prozess kann noch im Flieger stattfinden. Aber um sowas zukĂŒnftig erst gar nicht passieren zu lassen, muss man solche Tendenzen frĂŒhzeitig erkennen um dann rechtzeitig reagieren zu können. Wenn dann eine rote Linie ĂŒberschritten wurde und bevor jemand zu schaden gekommen ist, dann heiĂt es rigoros: bye bye. Just my 2 cent von jemandem, der sich weder links noch rechts einordnet sondern versucht, soweit wie möglich an der Ursache anzusetzen und nicht nur die Symptome zu bekĂ€mpfen.
Von
Quickshifter , · Geschrieben vor 18 Minuten 18 Min
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