Ich selbst kann das in Ermangelung entsprechender Kenntnisse und/oder Erfahrung leider nicht final beurteilen. Stelle das aber eben deswegen nur interessehalber mal zur Diskussion. Bitte gleich dick draufkloppen und rumdissen: ist eh alles nur aus zweiter Hand, und ich steh drauf, beschimpft zu werden. \offtopic{on} Ich habe ähnlich Argumente wie gravie gehört und gelesen, die sich aber insbesondere auf Konstruktionsaspekte (das Kühlsystem und das Gießverfahren) sowie Gewichtsklassen deutlich jenseits dessen, was das Kugelmoped-Konzept so mitbringt, bezogen. Es waren überdies Ausführungen von Leuten, die etwa auch über den Wirkungsgrad bezogen auf den "Gleitwiderstand" rotierender Teile im Getriebe-Öl philosophierten. Die Argumente lauteten grob wie folgt: Gegen Alu spricht: - eine geringere Festigkeit, insbesondere Warmfestigkeit - eine geringere Verschleißfestigkeit - ein schlechteres Dämpfungsverhalten - ein höherer thermischer Ausdehnungskoeffizient Wo diese "Probleme" unter "Extrembedingungen" korrigiert werden sollen, verliert man die auf den ersten Blick gegebenen Vorteile (insbesondere die Gewichtsersparnis) wieder wegen angeblich notwendiger Verstärkungen. Für Graugußeisen spricht dagegen: - hohe Festigkeit und Ermüdungsfestigkeit bei Raumtemperatur und vor allem bei höheren Temperaturen - hohe Steifigkeit - gute Dämpfungsfähigkeit - ein mit Stahl vergleichbarer Ausdehnungskoeffizient - eine hohe Verschleißbeständigkeit Da die Werkstoffe im Zylinder(block) typischerweise bei erhöhten Temperaturen beansprucht werden (welche Erkenntnis!), ist aber auch für "extremere sportliche Zwecke" das Warmfestigkeitsverhalten von größerer Bedeutung. Damit eröffnen sich dem Konstrukteur bei der Verwendung von Gußeisen größere Möglichkeiten den Wirkungsgrad des Motors über eine thermische Optimierung zu verbessern und gleichzeitig kompaktere Bauformen zu erzielen. Dies gilt nun angeblich besonders für extrem verdichtete Rennmotoren. Die konsequente Umsetzung der beim Gußeisen noch vorhandenen Potentiale an Festigkeit und Steifigkeit läßt bei gleichzeitiger Optimierung der Geometrie des Motorblocks oder Zylinders die Verminderung von Wandstärken zu, mit dem Effekt einer effektiven Gewichtsreduzierung in der Größenordnung von ca. 30%. Die Zerspaneigenschaften bzw. der evtl. notwendige Nachbearbeitungsaufwand sowie der Gußformverschleiß ist bei Graugußteilen freilich deutlich höher, was in die "Wirtschaftlichkeitskalkulation" bezogen auf den Einsatzzweck immer miteinbezogen werden muß. Es fehlen zwar die direkten Vergleichsmöglichkeiten (selbes Layout bei entsprechend hoher Verarbeitungsgüte in Alu oder Guß). Aber abgesehen davon, würde ich von Leuten, die nicht eine CNC-Fräse im Keller und einen Beschichtungsbetrieb in der Erbschaftsmasse der Verwandtschaft haben, von vornherein annehmen, daß sie beim Experimentieren mit Vergaserdüsen auf Aluzylindern schneller an die kritische Grenze des "wirtschaftlichen Totalschadens" kommen, als Leute, die im "Idealfall" mal eben in 20 min. den Kolben incl. der Ringe tauschen können, mit 800er Pappe durch den Zylinder fahren und den Karren noch am selben Vormittag neu starten. Das hat freilich insofern nichts mit PS, sondern nur mit _Lauf_leistung bzw. Verfügbarkeit zu tun. Wenn ich persönlich die Wahl hätte, würde ich bei gleichem Layout allein mit Blick auf meine Wartungsfähigkeiten und -möglichkeiten immer zum GG-Zyli greifen. Selbst wenn er in der Anschaffung teurer und "nur" genauso leistungfähig wäre. \offtopic{off} Edith schickt mich jetzt zum Chips und Bier holen ...