Hier mein kurzer Bericht über einen Monat Vespa PX 150 neuen Baujahrs. Ums vorweg zu nehmen: Ich bin normaler PX Nutzer, der sein Fahrzeug hauptsächlich zum Tourenfahren und um von A nach B zu kommen nutzt. Weder bin ich jemand der tunt und umbaut, noch der (große) Schraubertätigkeiten durchführt (Apropos Schrauber: Gibts jemanden rund um Ludwigsburg oder Heilbronn der sich mit alten Rollern auskennt, und seine Hilfe bei Nachfragen zur Verfügung stellt?). Nachdem ich lange überlegt habe mir (wieder) nen Schaltroller zu kaufen habe ich im Sommer eine neue PX 150 bestellt. Nachdem meine schon vorhandene Cosa 200 FL mehr steht und repariert werden will, habe ich gedacht ein "neuer" Klassiker mit Garantie wäre gut, da ich nicht von Anfang an am Basteln sein will (kommt bei den Dingern ja noch früh genug ) Leicht habe ich mir die Entscheidung nicht gemacht, da ich in verschiedenen Foren (unter anderem diesem) von der schwankenden bis teilweise miesen Qualität gelesen habe. Und billig ist ja anders ! Na ja, gesagt getan: Im Juli bestellt, und dann gewartet. Und gewartet. Kaum ein Händler hat die ja noch im Laden stehen, also musste Sie ja hertransportiert werden. Einschließlich berechneter "Werkssommerferien", und verschiedener verschobener Liefertermine konnte ich Sie am 29.09.2014 endlich in Empfang nehmen. Also genau ein Monat Zeit um Sie noch auf Herz und Nieren zu testen (Saisonkennzeichen bis Ende Oktober). Schööööön in Blau....... Also gings los mit dem einfahren. Jeder schöne und regenfreie Tag wurde genutzt, um schnell die Einfahrzeit von 1000 km zu überbrücken. Wobei schnell zuviel gesagt wäre, denn schneller wie 70 km/h habe ich Sie nicht getrieben (schön vorsichtig!). Was mir nach ein paar Tagen schon auffiel war ein Wackelkontakt am rechten hinteren Blinker (Blinkte je nach Bodenwelle beim abbiegen mal mit, oder mal nicht). Also auf zur Werkstatt, Garantieanspruch anmelden. Die haben dann schonmal die Ersatzteile vorbestellt. Also mit (kleinem Defekt) weiter. Immer schön vor den LKWs und Autos her (jaja Stau ist ja nur am Ende blöd ). Also am Berg wars echt ne Tortour. Mehr als 50-55 km/h waren nicht drin. Erinnerungen an die 80 Kubik Ära (PX80 E lusso) kamen auf. Aber sonst (fast) alles ganz in Ordnung. Vielleicht ein wenig mager eingestellt. In niederen Drehzahlen ruckelte Sie mich mehr durch die Gegend als das Sie anständig fuhr . Das war teilweise sehr grenzwertig. Aber ein wunderbares Gefühl durch die schöne herbstliche Landschaft zu gondeln. Abseits der schnellen Strassen ist das Revier der PX 150 im Jahre 2014. Hier fühlt Sie sich wohl. Rund um Zabergäu und Stromberg Nach drei Wochen und 1500 km ab zur 1000er Inspektion. Neben der normalen Durchsicht wurde der defekte Blinker behoben, und angeblich musste das Rücklicht getauscht werden (warum auch immer. Auskünfte darüber waren nicht zu erfahren). Aber egal, Garantie deckte ja alles ab. Nach der Inspektion war das Zündschloss deutlich leichtgängiger (sehr gut). Vorher ist fast der Schlüssel beim drehen abgebrochen. Die Schaltung war noch ein ticken besser zu bedienen, und es wurde (ich hatte darum gebeten die Gute ein wenig fetter einzustellen, um das ruckeln zu minimieren) vielleicht sogar tatsächlich an der Einstellung gefeilt. Vielleicht deshalb weil mir keiner von der Werkstatt genaueres sagen konnte ("Der Mechaniker XY der ihren Auftrag bearbeitet hat ist nicht im Hause" "Kann ich jetzt gar nichts dazu sagen", blabla). Da ist Luft nach oben, was den Service betrifft. Aber ich hatte das Gefühl Sie lief ein wenig ruhiger. Vielleicht muss man da nochmal "feintunen". Fahrleistungen sind nach dem Ende des Einfahrens in etwa bei denen der Herstellerangaben (88km/h). Mir reicht das, und ich werde wohl auch nix verändern (Garantie und so). Die Vespa ist für mich auch kein "Renngefährt" sondern dient bei mir dem Genußvollen (Er)fahren der Landschaft, und um zur Arbeit zu kommen. Tunen und so ist nicht mein Ding. Muss jeder selber wissen ob ers machen will oder nicht. (Bald) Vergangenheit? und Zukunft! Klassik Design meets New Vespa Zwei Klassiker im neuen Gewand: Vespa und Harley Ein Vorfall am Ende des ersten Monats (und 1910 gefahrener km) versauen noch ein wenig die (eigentlich) positive Bilanz. An der letzten Fahrt (des Nachts) ist das NEUE!!! Rücklicht ausgefallen. Kaputte Birne?? Kann ja mal passieren! Also Schraubenzieher raus, und Rücklicht abgeschraubt. Gerade im Begriff die Birne zu tauschen, da ging Sie plötzlich wieder. Also Rücklicht wieder angeschraubt, und weiter. Im nächsten Ort geschaut, Rücklicht aus! Blöd, so bei Nacht. Also Roller abgestellt, Schraubenzieher raus; plötzlich Licht wieder da. Zur Sicherheit Birne getauscht, und weiter Richtung Heimat (Is ja gefährlich so ohne Licht!). Immer mal einen bangen Blick nach hinten geworfen (An? Aus?). Fazit: Bis zum ankommen daheim noch dreimal Ausfall der hinteren Beleuchtung, Aufblenden der Fahrer hinter mir und freundliche Hinweise an der Ampel ("Chef, dein Rücklicht hat den Geist aufgegeben!" Ja, Danke ist mir auch schon (mehrmals ) aufgefallen!"). Daheim nochmal Glas runter (Licht war dunkel), an der Fassung "gezuppelt", Licht da. Festgeschraubt, Licht aus! Mist doch ein Wackler. Bremslicht ging dann auch nicht mehr. Also nächste Woche wieder ein Fall für Nachbesserungen, bzw. Garantie. Sch..... Das Gute am schlechten: Winterpause, d.h. gerade steht Sie sowieso (Saisonkennzeichen), da kann der Händler sich demnächst austoben (bis März wenn er will). Zwischenfazit nach einem Monat: Fahrgefühl: Super! Wie früher! Fahrleistungen: Mittelmäßig. Mann kann im normalen Strassen- und Stadtverkehr mitschwimmen. Autobahn eher kein Revier der PX, auch wenns Sie es dürfte. Elektrik/ Beleuchtung: Hier wurde wohl an jedem Cent gespart. Billigstes Plastik und schlechte Verarbeitung (2 x Wackelkontakte, einmal davon im "sensiblen" (weil unbedingt Notwendig bei Nachtfahrten) Rücklichtbereich). Birnenausfall, kein Thema. Das kann passieren. Aber solche Elektrikprobleme hatte ich noch bei keiner anderen meiner drei vorigen Vespas. Dort habe ich seit den 90er Jahren insgesamt dreimal die Rücklichtbirnen getauscht (Insgesamt). Wackler und solch miese Qualität des Materials habe ich bisher nicht gesehen! Auch beim Regler scheint es zu hapern: Blinkt man geht die Lichtleistung der vorderen und hinteren Beleuchtung nach unten und sie blinkt mit. Steht man noch auf der Bremse, dann wirds richtig duster! Piaggio setzen, sechs! Bremsen: Super! Die Scheibenbremse vorne bringt im Zusammenspiel mit der hinteren Trommelbremse endlich richtige Bremsleistungen für eine Vespa! Motor(block): Erstaunlich! Nachdem hier einige von öltriefenden Motorblöcken nach wenigen km Fahrleistung berichtet haben, ist meiner nach fast 2000 km außen (noch?) staubtrocken. Abwarten. Erstmal Daumen hoch Die Vespa PX ist und bleibt eine Diva mit Unzulänglichkeiten die man kennen und verkraften können sollte. Für "Nichtschaltrollererfahrene" Fahrer mit zwei linken Händen (was kleinere handwerkliche Tätigkeiten angeht) wohl nicht der richtige Roller. Wobei ich auch nicht der "Oberschrauber" bin. Aber man sollte auf sein Fahrzeug "hören" (wo klappert was? ), und ihm die nötige Aufmerksamkeit entgegebringen. Dann ist auch eine "moderne" PX sicher fahrbar. (Hoffentlich muss ich meine Meinung nicht ändern falls doch noch mehr auftaucht). Wäre schön wenn der ein oder andere seinen eigenen Erfahrungsschatz hier einbringen könnte. Würde mich freuen.