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Therapieplatz für schweren Alkoholiker gesucht


heizer
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vor einer Stunde hat jens-paul1 folgendes von sich gegeben:

Wenn du wirklich der Überzeugung bist, dass die Welt nicht nüchtern zu ertragen ist, finde ich das echt schlimm. Grundrecht auf Rausch? Was willst du damit sagen? Du kannst dir hier in Deutschland die Hucke vollsaufen bis du umfällst, kiffen, bis du nicht mehr stehen kannst.

 

Kehr doch mal das gesamte Weltbild über den Strich, sei reflektiert und vielleicht noch sensibel, das reicht schon um flüchten zu wollen. Deshalb gibt es ja auch den Rausch, der dich da raus flüchten lässt, oder halt eine geile Party draus macht.

 

Ich will hier nicht auch Extremfälle eingehen, sondern das Sucht, vor allem Alkohol echt ein Ding ist. Ich schätze mich als eher mittelmässigen Konsumenten ein und da läuten bei mir schon ab und zu die Alarmglocken.

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vor 21 Stunden hat Skawoogie folgendes von sich gegeben:

....

 

Ich habe das Gefühl, das sich das gesellschaftliche Bewusstsein zwar schon etwas ändert, aber in der breiten Masse ist es hält immer noch völlig legitim, dass der Sohn mit 14 sein erstes Bier trinken darf.

Aber wehe er kifft

 

Ich sag halt mal: Pest oder Cholera? Ist wie bei jedem Ding: zuviel ist ungesund! Weder derjenige, der hin und wieder mal kifft  oder ein Bierchen trinkt ist zwangsläufig auch abhängig. Aber es ist halt die Frage wie der einzelne damit umgeht (bzw. wie er damit umgehen kann).

 

Auch bei mir wars so, daß man in jungen Jahren  auf Feten schon mal einen übern Durst getrunken hat. Dann ging es einem am nächsten Tag meist räudig und i.d.R. hat man daraus was gelernt. Ich trinke auch heut noch gerne mal ein oder max. zwei  Bier oder mal nen Wein, aber dann ists auch gut. Gibt aber halt auch Leute, die daran hängen geblieben sind und ihr Leben damit ruiniert haben.

 

Muß aber fairerweise auch sagen daß ich nicht weiß inwieweit kiffen mit Alkohol gleichzusetzen ist (abgesehen von legal/illegal). Das hab ich nie gemacht, hat mich auch nie interessiert.

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  • 3 weeks later...

Es ist nicht ganz richtig, dass sich Betroffene nicht helfen lassen wollen.

Was eben nicht hinhaut, ist "Hilfe" von Freunden, Familie.

Zu groß ist da zumeist die Scham; zu sehr auch das vermeintliche "Genervtsein" im Sinne von "Saufe doch nicht so viel".

Meines Erachtens sind selbst Betroffene; vom sozialen Umfeld her jedoch gänzlich unbeteiligte Personen; da ungleich besser geeignet.

Übrigens ebenso wie Therapeuten-die frisch ausstudierte 30-jährige Suchttherapeutin kann an dieser Stelle nicht das Potential bieten wie jemand, der das Alles mal selbst durchlebt hat.

 

Ich möchte an dieser Stelle ganz ausdrücklich meine Hilfe anbieten.

 

Therapieformen sind absolut individuell; schlussendlich bugsierst nur Du Dich selbst da heraus.

Das "Schema F" gibt es nicht.

 

Entgiftungsabteilungen arbeiten gerne mit Terminvergaben , was tendenziell eher dem Prüfen der Ernsthaftigkeit des Probanden dient.

Eine Aufnahme ist-aus meiner Erfahrung heraus-jedoch zu jedem Zeitpunkt möglich.

Via Notaufnahme; "berauscht" und im Auftreten so seriös, wie das denn eben grad noch so geht.

 

Auch hier biete ich Hilfestellung.

 

Komplexes Thema!

 

  • Like 3
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Hatte man 'nen Freund gehabt...lange her, der war schwerer Alkoholiker,

hatte eine extreme Neigung gegenüber Süchten, auch dem Rauchen.

Der hat sich mit seiner Sauferei um alles gebracht, sogar um seine Wohnung.

Dann war er obdachlos und ich hatte ihn aufgenommen.

Er hat mich belogen, ausgenutzt und schließlich auch bedroht.

Dann hatte ich ihn rausgeschmissen. Das hat er verstanden.

Irgendwann ist er dann wieder vernünftig geworden...hat sich zusammengerissen

und wieder neu Fuß gefaßt...ist ja auch keine Vergnügen auf der Straße zu leben,

wenn man es vorher so schön bequem hatte.

 

Ich würde nie wieder einen Alki aufnehmen oder irgendwie denen versuchen zu helfen.

Die Gutmenschenmentalität habe ich abgelegt. Wenn die Leute mit ihrem Leben

nicht klar kommen, ist das deren Sache.

 

  • Confused 1
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Am 13.11.2021 um 15:11 hat Rakete folgendes von sich gegeben:

Mag eventuell auch daran liegen, dass Dein Freund einfach nur ein Arsch ist/war.

Die sind in ihrer Krankheit und dem Suchtdruck so gefangen. Ich hab das auch schon mit einem guten Freund durch. Nie wieder!!! 

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Erstmal mein Beileid für den Verlust, und danke das du versucht hast ihn zu retten.

 

Ich fahr seit über 20 Jahren in einer Großstadt Rettungsdienst und hab Alkoholiker und deren Sucht in allen Facetten gesehen, bis hin zu Dingen die man nicht erzählen will weil es Aussenstehende eh nicht glauben würden.

 

Wenn jemand helfen will, einem Menschen/Bekannten/Freund oder Angehörigen aus dieser Hölle retten will, sollte er sich Hilfe von Profis holen, alleine und ohne Unterstützung schafft man das eigentlich nicht. 

Es gibt Vereine, Organisationen, kirchliche oder staatliche Ansprechpartner, Kliniken mit Akutambulanzen etc. die einem die Schritte aufzeigen die man gehen kann, teilw. gehen muss um in eine Therapie zu kommen.

 

Es muss den Patienten geholfen werden, ohne schaffen es nur ganz wenige.

Leider sind Rettungsdiensten und Ordnungsämtern in fast allen Fällen in denen wir zur Hilfe gerufen werden die Hände gebunden. Das Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung steht im Grundgesetz, wenn der Patient nicht freiwillig mit will, müssen wir unverrichteter Dinge fahren - oft frustierend, und für jene die uns gerufen haben unverständlich.

 

Ach ein echt heftiges Thema, aber mitten in der Gesellschafft, fast jeder kennt einen der Alkoholsüchtig ist, und es werden nicht weniger.

 

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Alkohol ist halt ne legale Droge. Aber hier ists eben wie so oft: die Menge machts! Nicht jeder kommt wohl damit klar, sowas passiert meist auch nicht von heut auf morgen. Bei manchen durch bestimmte Lebensumstände, bei anderen schaukelt sich das über die Jahre hoch. Der Vater von nem wirklich guten Kumpel hat sich über die Jahre auch auf diese Weise ins NIrvana geschossen. Hab damals mitgeholfen die Wohnung zu räumen, man glaubt die Verwahrlosung nicht wenn man sie nicht selbst gesehen/erlebt hat. Zuletzt dreht sich wohl alles nur noch darum, den Pegel zu halten. Somit ist das Ende oftmals vorprogrammiert, nur die wenigsten schaffen es aus diesem Karussel auszusteigen, die haben mehr Angst vor dem Aufprall als vorm körperlichen Verfall! Echt schlimm!!

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vor 14 Stunden hat Rakete folgendes von sich gegeben:

"Die" ist dann allerdings auch etwas pauschalisierend.

Von abwertend möchte ich gar nicht reden....

Sorry wenn das so rüber gekommen ist. Streich das die und ersetze es durch einige oder Streich es meinetwegen ganz.

Ich wollte nicht den ganzen Roman über den über zwei Jahre andauernde verzweifelten Versuch meinem Bekannten zu helfen hier nieder schreiben. Da waren auch mehr Menschen als ich involviert. Am Ende hatten wir es geschafft das er in einer guten Klinik gelandet ist. Die haben ihn dann nach 1 Jahr wieder vor die Tür gesetzt. Am Ende ist es dann einfach nur enttäuschend mit anzusehen. Und man kommt sich massiv verarscht vor. Auch wenn man eigentlich weiß das der Mensch nichts dafür kann. 

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Am 13.11.2021 um 15:11 hat Rakete folgendes von sich gegeben:

Mag eventuell auch daran liegen, dass Dein Freund einfach nur ein Arsch ist/war.

 

Am 14.11.2021 um 18:38 hat heizer folgendes von sich gegeben:

Ich würde darum bitten in diesem topic sehr auf den Ton zu achten und pauschalisierende oder provozierende Aussagen zu unterlassen 

Das ganze Thema ist zu heikel und zu persönlich dafür. 

Was meinst du damit? Verstehe ich jetzt nicht. Wer pauschalisiert oder provoziert hier? Alkoholismus ist eine 

Volksseuche. Das weiß doch jeder. Inwiefern soll das Thema zu heikel sein? 

Edited by Don
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vor 4 Minuten hat Crank-Hank folgendes von sich gegeben:

Sein Kumpel ist am gleichen Abend als er hier nach einem Therapieplatz gesucht hat verreckt: da kann man doch wohl ein wenig Sensibilität erwarten

Das ihn das getroffen hat, ist gut möglich, aber hier wurde nicht provoziert. 

  • Like 1
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Jetzt leg das doch nicht auf die Goldwaage oder bezieh das auf bereits gemachte Aussagen


 

Mein Vater hat seinem drittbesten Freund auch mal geholfen und ihn bei uns einziehen lassen: der hat dann hinterher unsere Minibar aufgebrochen um sich zu betäuben

Und auch ansonsten war es ein Desaster 

Nach dem Rausschmiss bei uns hat er noch ein paar Therapien gemacht und mit Mitte 40 war er dann unter der Erde

 

Ich sehe danach auch überhaupt keinen Sinn einen Alki bei sich zuhause heilen zu können: das schaffen wenn überhaupt nur Profis in Kliniken

 

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vor 8 Stunden hat Crank-Hank folgendes von sich gegeben:

...

Ich sehe danach auch überhaupt keinen Sinn einen Alki bei sich zuhause heilen zu können: das schaffen wenn überhaupt nur Profis in Kliniken

 

So und nicht anders ist es.

Zudem muss der/die Alki:in das auch noch einsehen, das Problem,

und das wird in der Regel nix.

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vor 18 Minuten hat Rakete folgendes von sich gegeben:

Und das weisst Du woher?

 

Aus eigener leidvoller verwandschaftlicher Erfahrung (Onkel totgesoffen),
und den an diesem ~15 Jahre dauernden Vorgang beteiligten Ärzten (stationär und Not-: es waren viele und immer andere),
Sozialarbeitern, Krankenpflegern- und -schwestern, Krankenwagenfahrern, Krankenkassentussen, Kripobullen, Bestattern, Wohnungsentrümplern, ..., ach ich hör auf.
Deren Expertise zum Thema war äusserst deckungsgleich, so dass ich von einer Regel ausgehe.

 

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Am 13.11.2021 um 15:11 hat Rakete folgendes von sich gegeben:

Mag eventuell auch daran liegen, dass Dein Freund einfach nur ein Arsch ist/war.

 

Eventuell hat ihn die Sucht ja auch zum "Arsch" gemacht. Ich könnte mir gut vorstellen, dass eine Abhängigkeit auch den Charakter verändern kann ("kann" nicht "muss"). Der ständige Suchtdruck, die Tatsache, dass man ewig etwas verheimlichen muss, und das Wissen, in hohem Tempo auf einen Abgrund zuzusteuern, wirken sich sicher auch aufs generelle Verhalten aus. 

 

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Das ist natürlich einfach,sich an spektakulären Endstadien zu orientieren. Oder Donnerstags bei RTL2. Nun sitzt der gemeine Alkoholiker allerdings nicht zwangsläufig in der Gosse oder plündert die Minibar. Sondern funktioniert-unter grösster Anstrengung-sozialverträglich noch ziemlich gut. Und das auf sämtlichen Ebenen der Gesellschaft. Kurt Krömer-schwerer Alkoholiker. Gewusst? Ich selbst funktionierte im Fenster von 1,5-3 Promille auch recht gut. Und habe niemanden beklaut oder den Teppich vollgekotzt.

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vor einer Stunde hat Rakete folgendes von sich gegeben:

Das ist natürlich einfach, sich an spektakulären Endstadien zu orientieren. Oder Donnerstags bei RTL2. Nun sitzt der gemeine Alkoholiker allerdings nicht zwangsläufig in der Gosse oder plündert die Minibar. Sondern funktioniert-unter größter Anstrengung-sozialverträglich noch ziemlich gut. Und das auf sämtlichen Ebenen der Gesellschaft. Kurt Krömer-schwerer Alkoholiker. Gewusst? Ich selbst funktionierte im Fenster von 1,5-3 Promille auch recht gut. Und habe niemanden beklaut oder den Teppich vollgekotzt.

 

Ich befürchte, ihr redet etwas aneinander vorbei. Die Einen sprechen vom "Endstadium", in dem die Betroffenen eben gerade nicht mehr funktionieren, deshalb Wohnung und sozialen Rückhalt verloren und das gesamte Leben dem Alkohol "untergeordnet" haben. Du und andere vom funktionierende Alkoholiker. Das wird man nicht vergleichen können. Professionelle Hilfe dürfte für beide gut sein, im ersteren Fall aber wahrscheinlich tatschlich unabdingbar.

Edited by milan
n statt m
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Durchgebürstet und OT-Gelaber Beiträge (hoffentlich) ausgeblendet. Ist ein sensibles Thema; wenn sich jemand darüber themenfremd ausweinen möchte: bitte ins Heulsusentopic.

 

Sollte ich zuviel oder zuwenig bearbeitet haben, bitte Nachricht per PM. Ich schleife dann nach Prüfung gerne nach.

 

BitteDanke

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Am 14.11.2021 um 21:05 hat Schmied folgendes von sich gegeben:

Wenn jemand helfen will, einem Menschen/Bekannten/Freund oder Angehörigen aus dieser Hölle retten will, sollte er sich Hilfe von Profis holen, alleine und ohne Unterstützung schafft man das eigentlich nicht. 

So ist es. Auch wenn es schwierig ist, sich das einzugestehen, weil es das eigene Umfeld betrifft.

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