Nachdem ich am Freitag fristgemäß den Roller zusammen gebaut hatte und beim Frisör war, bin ich aufgrund des Regens erst Sonntag um halb elf losgefahren. Auf der A7 bin ich dann nach Bad Hersfeld gelangt, wo ich dann um 16:30 Uhr in der Jugendherberge eintraf. Anschließend bin ich in die Stadt gelaufen. Abgesehen von einem alten Kirchengemäuer ohne Dach (Stiftsräume) in der die Bad Hersfelder Festspiele stattfinden und in denen gerade eine Chorprobe stattfand (alle singen das selbe Lied, aber nie genau gleichzeitig) gibt es hier nichts sehenswertes. Hier laufen nur alte Leute herum und unterhalten sich über ihre Krankheiten. Der Ort selbst sieht aus, als hätte ihm die Gesundheitsreform sehr zugesetzt.
Straßenkarte
2. Tag
Ich bin heute von Bad Hersfeld nach Ravensburg gefahren. Leider haben die Berge nachgelassen und nur die Auffahrt zur Ravensburg (heute Veitsburg) war so richtig schön steil (15%). Ich habe mir dann abends noch die Altstadt angesehen. Alle Geschäfte befinden sich in alten Häusern und so kommt es, daß sich die Sparkasse in einer weißen Kirche befindet! Nach dem Rundgang habe ich dann den Blick über die Stadt genossen, legte mich ins Bett und wollte schlafen, aber wir hatten unter den Gästen eine Neonazigruppe, die dann auf dem Hof stand und "Ausländer raus" (d.h. vor der Jugendherberge!) rief. Unter Polizeibewachung gingen die dann zu einem Saufgelage und Singen von speziellen Liedern über. Ich bin froh, daß die Idioten nicht den gefüllten 5l Kanister auf meiner Vespa entdeckt haben!
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3. Tag
Meinem Roller ist gestern Nacht Gott sei Dank nichts passiert, aber beim Frühstück hatte ich mich in den Gruppenfrühstücksraum verirrt, anstatt ins Tiefparterre an den mir zugewiesenen Tisch und Platz zu gehen. Und schon war (nur) ich (barsch) zum Abwasch eingeteilt und schon war ich (trotz eingeleiteter Suchaktion des JH Personals) auf und davon, an Schokokühen und an den Berg gepappten Bauernhöfen vorbei, über Tettnang, Lindau, Bregenz (österreich) um den Bodensee herum nach Vaduz, der Hauptstadt des Fürstentums Lichtenstein (Banken und Souvenirläden), sehr adrett unten an den Berg geklatscht. Hier waren es dann 32°C und ich war froh ohne lange Unterhosen und mit einem T-Shirt statt Pullover bekleidet auf diese Etappe gegangen zu sein. Dann ging es weiter nach Zürich (durch über ein dutzend Tunnel, immer am türkisfarbenem See entlang. Der See geht wie unsere Alster bis in die Stadtmitte hinein. Einige Jugendliche springen sogar von einer Autobrücke ins Wasser hinein. Außer den wenigen alten Häusern gibt es hier nichts sehenswertes; das spart Fotomataterial.
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4. Tag
Ich bin heute morgen schon um 9:00 Uhr in Bern angekommen und habe um 9:45 Uhr die Jugendherberge erreicht, aber man kann hier erst um 13:00 Uhr nach einem Bett fragen. Also habe ich kurzerhand den Roller samt Gepäck dort stehen gelassen und bin mit Motorradjacke und Helm trotz der Hitze in der Altstadt herumgelaufen. Die Altstadt besteht aus Sandstein/ Holzhäusern mit grünen Fensterläden und leuchtenden Geranien. Die Geschäfte sind als "Laubengang" in den Häusern oder auf dem Weg zum Hinterhof oder im Hinterhof. Die Werbeflächen (H&M, C&QA) sind dafür so dezent angebracht, daß sie die Optik und die romantische Stimmung nicht stören. Das Münster ist leider geschlossen und selbst die tollen bemalten Außenfiguren sind praktisch nicht zu sehen. Dafür hocken im Bärengraben eine Handvoll Braunbären, die Wappentiere von Bern. Am liebsten liegen sie mit dem Rücken im Wasser und lassen sich das Futter in die Schnauze werfen. Die durch Bern fließende Aare sieht übrigens auch wieder türkis aus. In der Nacht gab es ein tolles Gewitter in Zürich und alle Hunde der Umgebung waren am Jaulen. Heute ist es zwar diesig, allerdings auch wieder heiß. Dieses Mal liegt die Jugendherberge am Fluß und die Stadt befindet sich hoch oben! Wenn ich gleich mein Bett bekomme, werde ich ich erstmal ins Freibad gehen.
Ich bin gerade vom Schwimmen zurück. Fast wäre es nichts mit dem Schwimmen geworden, denn beim ersten Anlauf fing es an zu regnen. Das Schwimmen war richtig erholsam und es machte Spaß den hübschen Bernerinnen in ihren Badeanzügen nachzusehen. So verbrachte ich dort vier Stunden. Der Eintritt war zwar frei, aber Kleiderboxschlüssel und Kiosk sorgen allemal für finanziellen Ausgleich. Da ich finde, daß auf einer Postkarte nichts 'raufpaßt, habe ich mir jetzt noch eine zweite gekauft. So kann ich z.B. schreiben, daß der Grenzübertritt von CH nach Lichtenstein ähnlich aufregend wie die Einreise nach Bayern ist, nur gibt es hier statt eines Blechschildes zwei wehende Fahnen auf den Brücken. Oder daß bei großen Hinweistafeln über den Fahrbahnen die darunter angebrachte Ampel waagerecht ist oder daß in CH die Autobahn(hinweis)schilder grün sind und die "Bundesstraßenschilder blau sind. Und daß Benzin hier preiswerter, Schokolade aber teurer ist. Ich überlege, ob ich mir eine 4,5kg Toblerone kaufen sollte?
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5. Tag
Hatte ich mich in Bad Hersfeld nachts auf einem Holzfällertreffen wieder gefunden, so hatten wir gestern Jemanden, der Hand-/ Elektro-/ Benzinsäge, Dampflok, fast alle Vergaserdefekte, sowie die WMF Industriekaffeemaschine inkl. Tee und Espresso (weißer Dampf), schnarchen konnte. Zwei Personen haben deshalb auf dem Flur geschlafen. Im 18 Bett Zimmer nebenan schnarchte dagegen niemand. Ich bin heute um 11:30 Uhr in Genf und um 12:30 Uhr in der Jugendherberge angekommen. 20km außerhalb von Bern war es dann wieder richtig bergig und 20km von Genf hat es einmal kurz getröpfelt. Die Berge waren Nebel verhangen, aber der Genfer See sah trotzdem toll aus. Da die Jugendherberge erst um 16 Uhr öffnete, habe ich zwei Mädels losgeschickt, mir etwas zum Trinken zu holen und dafür habe ich dann bis 16 Uhr auf ihr Gepäck und die Fahrräder aufgepaßt. Um 16:30 Uhr drohte dann zwar ein Gewitter, aber ich bin bis 21 Uhr bei schönem Abendsonnenschein durch die Altstadt gelaufen. Sie hat zwar nichts besonderes, aber es ist hier alles schon sehr französisch: "neuere" Häuser, der Verkehr, die Frauen (vorne, hinten und im Ganzen schlank und zierlich). Kaum jemand versteht deutsch; selbst die Coca Cola Dosen sind nur noch französisch beschriftet. Das Ganze beginnt ab Freiburg, was auf dem Ortsschild als Freiburg und Fribourg steht. Die Autobahnausfahrten heißen dann plötzlich "Sortie" statt "Ausfahrt". Aber die riesige Gebäckauswahl beim Bäcker ist überall gleich. Und das Frühstück wird immer mieser.
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6. Tag
Heute bin ich von Genf über Amery und Cambery nach Grenoble gefahren. Grenoble ist eine aufgelockert besiedelte Universitätsstadt in einem breiten Tal. Dort habe ich mir jedoch lediglich noch einmal Geld von meinem Postsparbuch abgeholt, weil ich die Rückzahlungsscheine für Italien vergessen habe. Nachmittags bin ich dann über die 85 (Route Napoleon) und die 202 durch die Alpen nach Nizza gebrettert. Jedes Tal sieht mit seinen Bergen anders aus: Mal ist alles felsig, dann gibt es nur Kiefern, dann sieht es wieder wie im Schwarzwald aus. Mal gibt es schroffe Berge, mal Hochebenen zu denen - wegen der dort herrschenden Trockenheit - große Kanäle Wasser für die kilometerlangen Obst- und Gemüseplantagen führen (Sisteron). Oder es kommt wieder ein riesiger See oder es klebt irgendwo ein Schloß oder eine Kirche am Felsen, so daß sich dort ein Ferienort etabliert hat. Oder ohne Vorwarnung wird die Straße einspurig und die Felsen schlagen über einem zusammen. Die Auffahrten sind gut zu schaffen; fast immer im dritten Gang und bei den Abfahrten stockt einem nicht selten der Atem bei den Felswänden, ungesicherten Abgründen und den vielen überraschenden 180° Kurven, die meistens vor einer Mauer stattfinden. Die Abfahrten sind meistens wie Fliegen und nicht selten hebt sich der Roller ganz aus seinen Federn! Auf über 150km reihte sich eine Kurve an die andere (Kurven fahren bis zum Erbrechen) und zum Schluß ging es noch einmal 30km nur geradeaus bergab. So kann einem auch nach gut 500km Tagesstrecke nicht der Po weh tun und ich verstehe, warum Motorrad und Autofahrer nur mit kurzer Hose und Socken bekleidet sind, trotz eines Vorteils der Berge: Es ist kühl und windig (was einige Mädels aber nicht davon abhält, mit nichts unterm Rock im Supermarkt einzukaufen. Mit den Händen absolut fertig bin ich dann in der Jugendherberge von Nizza gegen 21 Uhr angekommen. Die linke Hand ist vom Kuppeln so erschöpft, daß ich mit ihr nichts festhalten kann, so daß der Gepäcktransport und das Ausziehen etwas mühsam sind und ich die Finger etwas merkwürdig halte, aber ich habe drei übernachtungen gebucht.
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7. Tag
Bei der Jugendherberge handelt es sich um ein vor kurzem aufgekauftes Internat, so daß ich für 30DM ein eigenes Zimmer habe. Aber Frühstück ist nicht, denn die ehemalige Küche ist zur Zeit der TV Raum! Zum ersten Mal sehe ich echte Palmen, wo diese hingehören. Eine handvoll steht vor meinem Fenster, die andere Handvoll um meinen Roller. Bis zum Nachmittag bin ich durch die Stadt gelaufen. Es ist hier fürchterlich heiß (30°-40°C) und so saufe ich mehr als mein Roller (kommt echt teurer!). So bin ich heute Nachmittag an den Strand gegangen (mein Sonnenöl steht Zuhause brav im Schrank) und habe mich in das Mittelmeer gestürzt (so weit südlich war ich noch nie und das Mittelmeer kenne ich wie die Palmen nur aus dem Fernsehen). Leider mußte ich feststellen, daß das Wasser nicht besonders kühl und außerdem noch salzig war, paaah! Der Strand besteht hier aus tellergroßen Kieselsteinen, so daß nie ein Stein drückt und einem nichts einsandet. Ich finde es jedenfalls toll. Bedeutend weniger toll war der Sonnenbrand, den ich mir zugezogen habe; ob ich schlafen kann?
8. Tag
Heute habe ich mit der Bahn einen Abstecher nach Monaco gemacht (übrigens das 5. Land dieser Reise). Die Hinfahrt kostete 15 Franc, die Rückfahrt dagegen 17F! Ich bin einmal den Formel-1 Rennkurs abgelaufen und da, wo die Rennwagen immer um den Swimmingpool herumkurven, habe ich zu Mittag gegessen. Die Touristenmenge ist wie auf der gesamten Reise absolut erträglich. Neben dem Spielkasino, in dem einige Menschen zur geldeinwerfenden und Hebel herunterreißenden Maschine werden und vor der man mit seinem Roller nicht für ein Foto anhalten darf, weil dann gleich das Personal angelaufen kommt, ist auch das Schloß hoch oben über der Stadt sehr schön. Dort steht auch die Kirche, in der alle wichtigen Leute Monacos begraben sind. Neben dem Schloß befindet sich ein Viertel mit sehr vielen, sehr engen Gassen. Heute war es fast den gesamten Tag über bewölkt (gut für meinen Sonnenbrand), aber trotzdem 32°C warm. Auf der Rückfahrt nach Nizza fiel mir dann auf, daß einige Leute zwecks Abkühlung die Wagentüren öffneten/ offen hielten oder auf der falschen Zugseite ausstiegen, um sich eine Tunnelunterquerung zu ersparen. In Deutschland wäre so etwas undenkbar! Aber das fiel mir schon im Schwimmbad von Bern oder dem Jahrmarkt von Genf auf. Da meine linke Hand noch nicht ganz fit ist, geht es morgen nur 200km nach Osten.
9. Tag
Ich bin heute von der Co'te d'Azur an die Riviera gefahren. Doch zum Fahrtantritt mußte ich feststellen, daß man mir den unter dem Roller stehenden Reservekanister geklaut hat. Und als ich heute morgen meine Wäsche waschen wollte, schluckte der Automat zwar das Geld, rückte dann aber kein Waschpulver heraus. Aber ich habe die Wäsche dann doch noch fertig bekommen. über Monte Carlo, Rimini, Alasso, Savona, Genua bin ich bis kurz vor La Spezia gefahren (1h hinter Rapallo). Obwohl Italien das Land der Vespas ist, darf ich hier nicht auf die Autobahn, d.h. ich muß immer an der Küste entlang: Rauf mit fantastischer Aussicht, runter ans Wasser durch die Touristenzentren mit ihrem höllischen Verkehrschaos, Lärm und Luft so stinkend und rußig, daß mein Motor ganz schwarz aussieht (Gebläsekühlung). An den Steigungen/ Gefällestrecken stehen kilometerlang Autos oder Fahrräder am Straßenrand und die Leute hangeln sich dann über die Felsen zum Wasser herab. Der Strand ist immer noch sehr kieselig und sieht aus wie ein Bahndamm. An einigen Stellen wurden Felsen als Damm ins Meer geschüttet, auf die sich dann auch Viele legen. Den Autokennzeichen nach treffen sich hier alle Großstädter Italiens, um den Sommer halbwegs kühl zu verleben. Die besten Badeorte sind in der Nähe von Monaco/ Genua. In Genua wäre ich fast auf einer Fähre nach Korsika gelandet (Scheiß Einbahnstraßen) und weil es so laut und stinkend war und es nicht zu sehen gab, bin ich dann nach einer "Stadtrundfahrt" weiter gefahren.
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10. Tag
Nachdem ich mich nach einer Nacht für 50DM über den höchsten Berg der Gegend auf den Weg gemacht habe, bin ich über die Marmor Steinbrüche in Carrera in Pisa gelandet. Die Abfahrt war toll: Vier Stückchen (von der Optik her) Hundekuchen und eine Tasse süßen Milchkaffee. Bei der Schlüsselrückgabe und Bezahlung des Hotels rief die Hotelbesitzerin laut lachend ihre Mutter. Meinen Italienischkenntnissen nach hatte ich bei der Tochter/ Enkelin ein Einzelzimmer gebucht, aber ein Doppelzimmer bekommen, das sich dazu noch am akustisch weitesten entfernten Punkt von der Hotelbesitzerfamilie befand... Draußen roch es scheußlich, aber das lag nur daran, daß das nächste Tal über Nacht abgebrannt war. Ab Ferrara war Schluß mit den Bergen und die Strecke wurde absolut öde. In Pisa habe ich dann 2 Stunden lang versucht ein Zimmer zu bekommen, aber es war nichts frei. Ich also wütend auf nach Pontedera, dem "Geburtsort" der Vespa. Dort sind Betriebsferien, und entgegen allen Versprechungen war auch das Werksmuseum geschlossen. Pontedera ist ein reiner Industriestandort und den Turm von Pisa wollte ich unbedingt sehen und siehe da, in der Altstadt fand sich sofort ein Zimmer im Hotel Pisa (das ich 1999 noch einmal besucht habe). Es gibt nur eine Etagendusche und ein Etagen Klo. Dieses ist zum Innenhof gelegen und so hörte ich einen Papageien. Da diese Tiere sehr alt werden pfiff ich ein paar Lieder aus den 30/ 40er Jahren (z.B. Lili Marleen). Und der Papagei sang mit! Schnell gingen alle möglichen Fenster zum Innenhof auf und alle waren am diskutieren, bis der Papagei woanders untergebracht wurde. Danach ging es sofort zu Turm und Dom. Mit einem Kleid, das nicht über die Knie reicht, darf Frau nicht in den Dom und das bei 35°C! Neben dem Turm habe ich dann eine Pizza gegessen; die von Dr. Oetker schmeckt mir auf jeden Fall besser. Die Ampeln sind hier lustig: Oben rot, darunter gelb und dann grün für die diversen Richtungen. So kommt es oft vor, daß die Ampel rot leuchtet und gleichzeitig der grüne Geradeauspfeil leuchtet (Man darf also trotz rot geradeaus fahren)!
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11. Tag
Heute habe ich mich dazu entschlossen, etwas tiefer in die Toskana zu fahren und so bin ich nach kurzer Zeit - wieder an Pontedera vorbei - in Florenz gelandet. Etwas länger hat es dann gedauert, bis ich die etwas außerhalb liegende Jugendherberge gefunden habe. Bei der Jugendherberge handelt es sich um eine ehemalige Villa. So besteht die Eingangshalle aus weißem Marmor und das ehemalige Kamin- ist das Speisezimmer. Da ich auf meiner "Stadtrundfahrt" schon alles gesehen haben müßte (es macht schon Spaß mit dem Roller durch die engen Gassen zu brettern) erkunde ich heute Nachmittag einmal die Gegend um die Jugendherberge herum. Die Berge sind hier tatsächlich nur sanfte Hügel mit buschigem Bewuchs oder kleinen trockenen Feldern (gepflügte äcker sehen aus, als bestünden sie aus Lehm) und den typischen Baumreihen aus vielen langen, schlanken Bäumen. Im Gegensatz zur Schweiz, wo selbst die Fahrräder Kennzeichen haben, haben hier die Roller und Mopeds keine Kennzeichen und sind somit auch nicht haftpflichtversichert! Und diese stinkenden Dinger (Autoaltölverbrennungsmaschinen) sind hier genauso häufig vertreten, wie bei uns die Fahrräder. Und es ist interessant, was man alles auf dem Roller machen kann: Einhändig fahren, um den Helm zu schließen oder im Portemonaie nach Geld zu suchen, mit der Freundin schmusen oder Eis lecken oder nur zum Eismann fahren. Sie leckt am vom ihm gekauften Eis, während er im Motorraum herumfummelt.
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12. Tag
Heute bin ich in Florenz alle Sehenswürdigkeiten abgelaufen. Ich hatte sie tatsächlich alle vom Roller aus gesehen! Ich habe das geschafft, wofür sonst 5 Tage vorgesehen sind. Nur Museumsbesuche habe ich mir verkniffen. Vielleicht ist es innen ja kühl, aber die Warteschlangen waren vor und nach der öffnung immer mehrere 100m lang! Die Hälfte der im Stadtplan genannten Sehenswürdigkeiten kann man eh vergessen. Ansonsten gibt es hier besonders viele Touristen. Viele Geschäfte sind während der Ferien geschlossen. Während der Mittagshitze schließen die meisten Geschäfte sowieso. Es gibt hier sehr viele Kleinsttankstellen, d.h. kein Dach oder nur eine oder zwei Zapfsäulen. Gestern zählte ich auf einer Verkehrsinsel vier verschiedene Tankstellen! Postkarten werden immer ohne Briefmarken verkauft, die man sich dann immer in Tabakgeschäften besorgen muß. Eis wird nicht in Kugeln, sondern in Bechern randvoll verkauft. Es gibt hier sehr schönen Schmuck und speziell Florenz sehr zahlreich und preiswert Lederwaren aller Art. Auch sind hier immer noch Pinocchio Puppen, Spiele aus Marmor und der Turm von Pisa als Kerze oder aus Gips, erhältlich. Florenz ist wohl die erste Stadt ohne C&A und McDonalds im Stadtkern.
13. Tag
Nachdem ich mir Florenz angesehen hatte, mußte ich mich natürlich wieder auf den Weg machen. Und wie das so ist in Italien: Einmal Gas geben und schon ist man bei der nächsten Sehenswürdigkeit. In Sienna gibt es eine große Fußgängerzone mit historischen Häusern. Der Marktplatz und sein Turm (beide in rot gehalten) sehen sehr schön aus. über kleinste Straßen bin ich dann nachmittags nach Rom gefahren, wo ich die Jugendherberge auf Anhieb fand. In den Dörfern auf dem Weg nach Rom konnte ich die Bauern auf den (alle künstlich bewässerten) Feldern und die (arbeitslosen) Alten in den Cafés sehen. Wie in Frankreich scheint sich die Jugend auf den Weg in die Städte gemacht zu haben. Das erste, was ich von Rom zu sehen bekam, waren die extrem vielen Antennen auf den Dächern. Abends bin ich zufällig auf der spanischen Treppe gelandet. Der Brunnen ist wegen Renovierungsarbeiten in einem Holzverschlag, es gibt dort keine Blumen, keiner hat einen Anzug an und es gibt dort 30 Personen pro Stufe, statt pro Treppe; das ist der Unterschied zwischen Realität und Postkartenfoto.
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14. Tag
Heute bin ich durch den Vatikan und Rom gut 10 Stunden gelaufen. Zuerst war ich beim Peters Dom. Von außen macht der Dom einen kleinen Eindruck, aber wenn man vom Dom auf das Volk schaut oder im Dom ist, dann sieht es schon ganz anders aus. Der Dom ist ganz schön und interessant und ich habe ein Stündchen darin zugebracht. Anschließend habe ich noch alles unwichtige Gemäuer abgehakt. Darunter waren auch zwei Kirchen, die nach dem gleichen Grundmuster wie der Peters Dom gestrickt waren. Rom ist abgesehen von den ganzen Touristen absolut leer. Ganze Wohnviertel scheinen verödet zu sein und die meisten Geschäfte haben den August über geschlossen. Die übrigen Geschäfte (inkl. Benneton...) bieten besondere Rabatte, so daß man sich hier sehr preisgünstig einkleiden könnte... Ich habe mich dazu entschlossen nicht weiter nach Süden zu fahren, denn zum einen wird das Geld knapp und zum anderen mußte ich in Florenz das Hinterrad wechseln, denn ein Reifen meines Fabrikats hält nur 3000km, die ich für die Heimfahrt wohl noch brauchen werde.
Hier im Vatikan wohnen nicht nur der Papst und seine Angestellten/ Kollegen, sondern hier gibt es auch die größte
Wenn ihr wirklich tolle Deckengemälde sehen wollt, müßt Ihr in die nördlich des Petersdoms gelegene Sixtinische Kapelle (capella sistina). Dort gibt es Wand- und tolle und unglaubliche Deckengemälde von Michelangelo. Leicht erkennt man an der Decke die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies. Das übernächste Bild heißt "Gott erschafft Adam", wobei Adam lässig zurückgelehnt, ein Bein angewinkelt, den linken Arm zu Gott streckt, der ihm wiederrum den ausgestreckten Arm, am Ende mit dem ausgestreckten Finger entgegen hält, um ihn zum Leben zu erwecken. Das ist wohl eines der berühmtesten Bilder von Michelangelo. Aber noch zwei Bilder weiter sieht man Gott bei der Erschaffung der Sonne und der Pflanzen. Und man sieht ihn dort von vorne (Sonne) und hinten (Pflanzen), aber von hinten mit nacktem Hintern! Man sieht also Gottes nackten Hintern im Zentrum einer Kapelle des Papstes! Das heißt, daß sich das Kunstverständnis der Päpste im Laufe der Jahre doch stark gewandelt hat.
15. Tag
Heute habe ich mir den ganzen Bauschutt der alten Römer angesehen: Colosseum, Forum Romanum, die Thermen, die Schreibmaschine... Es ist schon beeindruckend, was für tolle Handwerker es damals gab und wie groß alles gebaut war. In den Termen müßte Karstadt Mö (=Hamburg Stadtmitte) viermal hineinpassen. Allein die darin befindliche Bibliothek war größer als so manches Hallenbad heute! Gegen Abend bin ich dann noch einmal zur (Abschlepp-) Spanischen Treppe, um sie bei Tageslicht fotografieren zu können. Da fand ich auf dem Stadtplan doch noch die Via Appia Antiqua! Also zu Fuß wieder quer durch Rom. Am Anfang dieser Straße stand ein Römer (weiße Tunica, Sandalen, Rundumbart) und zeigte auf die Straße. Die ersten 5km handelt es sich um eine knapp zweispurige Straße mit Wänden an den Seiten, so daß man sich als Fußgänger manchmal mit dem Bauch an die Wand drücken muß. Aber der Verkehr ist hier überhaupt irre: So stoppt nicht einmal die Polizei bei rot und Einbahnstraßen werden schon einmal andersherum befahren. Erlaubt ist alles, was man vorsichtig macht! In Florenz waren übrigens alle Klingelknöpfe aus Messing und poliert. Die Macke der Römer besteht darin, abends zum nächsten Brunnen (es gibt wohl so viele wie Kirchen, also reichlich) zu gehen und sich dort zu produzieren. Und falls ihr nach Rom kommt und mit dem Bus fahren wollt, dann muß man ihn mit einem Handzeig anhalten, sonst fährt er vorbei!
16. Tag
Heute bin ich nach kurzer Fahrt im stark erdbebengefährdetem Assisi (der Heilige, genau) gelandet. Leider machte die Jugendherberge erst am späten Nachmittag auf, aber so konnte ich wenigstens mit einer feschen Italienerin plaudern (, die hier mit ihrem Freunden die Ruhe für den Beginn eines neuen Lebensabschnitts sucht). Und so war ich einer der letzten, die noch ein Zimmer (für zwei Nächte) bekommen hat. Am Abend bin ich dann noch einmal hoch in die Stadt und habe in einer Bar eine Pizza samt Cola verspeist. Eine Bar ist hier eine Mischung aus Imbis, Eisdiele, Kneipe und Kiosk und man ißt dort und trifft sich mit Freunden (, die man in Italien normalerweise nicht nach Hause einlädt). Jetzt sitze ich hier vor der Jugendherberge, quatsche mit den Leuten, schreibe eine Postkarte und bewundere den Sonnenuntergang. Morgen werde ich dann die Kirchen abklappern. Ich bin schon gespannt, ob man mich mit meinem lila T-Shirt (vor 12 Jahren gekauft) überall hinein läßt.
Straßenkarte
17. Tag
Heute habe ich die Kirchen des heiligen Franziskus (Franziskaner Mönche) und der heiligen Klara angesehen. Da in den Kirchen nicht fotografiert werden darf, mußte ich mich vorsehen, zumal die Mönche (und Nonnen!) hier den weißen Gürtel mit drei Knoten tragen. Die Kirche des heiligen Franziskus war wirklich toll: Es handelt sich dabei um zwei übereinander gebaute Kirchen, wobei der heilige Franziskus in einer Art Kamin im Kellergeschoß der unteren Kirche ruht. Die Kirchen selbst bestehen fast nur aus einer Art Kreuzgewölbe, das aber wunderhübsch in gold, blau und rot angemalt ist. Das aber sieht man erst, wenn die Wächter um 9:00 Uhr das Licht einschalten, denn Fenster haben die Kirchen in Italien kaum. Auch Orgeln sind selten und kümmerlich. Berge, Felsen, Häuser und Hofbefestigungen sind hier aus weißem Gestein. Das Zeug staubt so fürchterlich, daß ich auf unbefestigten Wegen nicht mit dem Roller fahren mag (Gebläsekühlung), aber morgen ist ein neuer Tag und dann geht's wieder nach Norden, wo es weniger staubt und der Kugelschreiber nicht immer sofort eintrocknet.
Die Taube ist echt!
18. Tag
Ich habe heute zur Mittagspause einen kleinen Stopp in San Marino im Land San Marino eingelegt. Die Hauptstadt liegt auf dem höchsten Berg der Gegend und der Staat ist der Rest des Berges! Ansonsten macht das ganze hier den gleichen Eindruck wie Lichtenstein. Weil es hier so steil ist, kann man auch mit der Seilbahn herauf fahren, aber als Vespafahrer kommt man bis ins Zentrum, schon weil man nicht für einen Touristen gehalten wird. Leider habe ich hier eine Bar erwischt, in der es keine Mahlzeiten gibt. Aber dafür gibt's Postkarten und hoffentlich auch Briefmarken. Die letzte Postkarte von Assisi hatte ich auch schon in San Marino in den Briefkasten geworfen.
Nach einer Stippvisite in Rimini habe ich nun heute die Jugendherberge in Ravenna erreicht. Leider macht sie erst um 18 Uhr auf und ich bin mir nicht sicher, ob ich mehr als eine Nacht bleibe, denn die Jugendherberge liegt zwischen Wohnblöcken, Schnellstraße und Supermarkt und ich habe Angst um den Roller, schließlich will ich nicht zu Fuß nach Hause. Andererseits interessieren mich die Mosaike und der Strand schon. Zum Abendbrot habe ich mir Berliner geholt und Orangensaft. Ich habe extra darauf geachtet, daß die Berliner nicht mit Apfrikosenmarmelade gefüllt sind, weil es diese täglich zum Frühstück gibt. Die Füllung war Schoko und die Dinger muß man eigentlich in die Mikrowelle schieben. Und der Orangensaft enthielt Kohlensäure. Nächstens studiere ich das Kleingedruckte erst einmal in Ruhe, bevor ich etwas kaufe.
Straßenkarte
19. Tag
Heute habe ich meinen Roller an einem sicheren Ort geparkt und habe anschließend alle Sehenswürdigkeiten (mit dem Helm in der Hand, weil die Jugendherberge von 9 bis 18 Uhr geschlossen ist, abgeklappert. Dafür kann man ein Eintrittskartenpaket kaufen, mit dem man überall hinein kommt, außer beim Wichtigsten, dem Nationalmuseum, das die schönsten Stücke hat. Die Mosaike sind sehr schön und wenn man in der Gegend ist, sollte man sie unbedingt besuchen. In der Taufkirche war das Wasser bis zu vier Meter tief, weil man damals zur Taufe komplett untergetaucht wurde und außerdem war es vorher ein römisches Bad. Nachmittags war ich am Strand. Der Strand besteht hier aus feinem, braunen Sand, wie er bei uns zum Platten legen verwendet wird und abgesehen von dem fehlenden Wellenbrechern sieht's aus, wie an der Ostsee. Der Strand ist sehr flach und auch hier wird im Wasser nur geplanscht und kaum geschwommen. Das Wasser ist fast lauwarm. Auch die Italienerinnen geben optisch kaum 'was her. Süßwasserduschen wie in Nizza, fehlen. Also geht's morgen wieder ab nach Norden.
20. Tag
Heute habe ich einmal kräftig Gas gegeben und schon war ich um 11 Uhr im Parkhaus und um kurz vor 12 Uhr in der Jugendherberge von Venedig. Wenn man zu früh los fährt muß man darauf achten, daß man in den Dörfern nicht die Omas, Hühner und Hunde umfährt, da diese noch nicht mit Verkehr rechnen. Da die übernachtung für die Vespa (sie wird von Wachleuten umsorgt und bekommt Musik) teurer ist, als für mich, werde ich hier nur zweimal übernachten. Diese Jugendherberge ist im Gegensatz zu Revenna sauber, aber man kann wieder nichts wegschließen, nicht einmal Ablegen. Die Bäder sind neu, aber es gibt keine Bettwäsche. Das Wasser riecht hier nicht. In der Kantine sitzen gestriegelte Jung-Yuppies neben "Wracks", die sich die Pfirsichstückchen mit dem Taschenmesser aus ihrer Konservendose fischen. Ich kann übrigens gut Miauen. Einmal zu einer Katze in einer Gasse Venedigs und schon tauchten vier weitere auf. Morgen werde ich alle Sehenswürdigkeiten abklappern.
Straßenkarte
Das Parkhaus für die Vespa.
Das Parkhaus für mich.
21. Tag
Heute gab es hier Kultur bis zum Abwinken, denn ich habe alle Sehenswürdigkeiten von Venedig abgeklappert. Es ist alles etwas krumm und schief hier, weil sich 32m langen Pfähle, auf denen alles ruht, nicht gleichmäßig setzen. Die Häuser sind hier in jedem Bezirk vierstellig durchnummeriert (ggfs. mit Buchstaben) und die Gassen sind fast alle eng bis extrem eng. Auch scheinen diese Gassen sehr zufällig angelegt worden zu sein. Ein Briefträger hat jedenfalls einen schweren Job. Es gibt hier auch sehr viele Hunde (alle Größen) und Katzen. Auf den Märkten riecht es nach frischen Pfirsichen, die wie anderes Obst zwischen Ravenna und Venedig angebaut werden. Wenn man aufpaßt, sind die Preise hier OK: 1,5l Coca Cola 2,50DM, eine Pizza so groß wie vier Hände 2DM. Im Gegensatz zu vor 20 Jahren ist die Anzahl der Gondolieri stark zurück gegangen. Nur Touristen gibt es von 9:00 bis 19:00Uhr sehr zahlreich, aber sie scheinen alle sehr auf ihr Geld zu achten. Das Abendessen in der Jugendherberge (Ravioli aus der Dose, Salat, Apfel, Hörnchen) kostet mit 12DM ähnlich viel, wie eine übernachtung (19DM). Warum jeden Morgen Bettwäsche abgeholt wird ist unklar, denn in meinem Raum hat keiner welche bekommen. Morgen kauf ich meinen Roller frei und dann geht's ein Land nördlich.
Neben der Jugendherberge liegt ein Tempel,
aber Ihr gegenüber liegen gleich Markusplatz, Dogenpalast, Seufzerbrücke...
22. Tag
Heute bin ich durch flaches Land nach Klagenfurt gefahren. Leider hatte ich an meiner Jugendherberge in Venedig die richtige Schiffslinie und die richtige Richtung, aber trotzdem das falsche Schiff erwischt. So bin ich dann mit Helm, Jacke und Tasche durch den halben Hafen gelaufen, da ich ansonsten (Warten/ Umsteigen auf das richtige Schiff) das Parkhaus für die nächsten 12 Stunden hätte bezahlen müssen. Und nach dem Bezahlen (56DM!) mußte ich dann schnell durch das Parkhaus zu meinem Roller laufen, denn man hat nur 30 Minuten, um das Parkhaus zu verlassen, selbst wenn von den 12 noch 11,5 Stunden frei wären. Ich habe es gerade noch geschafft, obwohl ich den Roller mit dem Gepäck komplett bepacken mußte. In der Ebene sind mir noch sehr viele Radler begegnet, aber die Straßen waren wegen des Sonntags schön leer. Wenn man auf österreich zu fährt, dann sieht man 100km vor österreich im Dunst der Luft (bisher kein einziger klarer Tag) die Umrisse der Alpen und 50km später sind sie da: Steil, hoch, felsig und viel mit Fichten bewachsen, halt so, wie ich mir die Alpen vorstelle.
Straßenkarte
23. Tag
Zu Italien fällt mir noch ein, daß es dort wohl kein Wort für Wiener Würstchen gibt. So kann man im Supermarkt Würstel zum Grillen kaufen oder es gibt eine Pizza Würstel (ja mit Umlaut!).
Heute Vormittag bin ich durch die Innenstadt von Klagenfurt gelatscht. Trotz ihrer Größe ist die Stadt ohne jegliche Hektik! Im WienerWald habe ich mir dann ein Schnitzel gegönnt. Und ich habe alles, was ich nicht mehr brauchen werde, als Paket nach Hause geschickt. Nachmittags war ich im Wörthersee schwimmen. Im Strandbad gibt es sehr viele Badestege, auf denen sich die Schönheiten und ihre Anhänger sonnen. Weiter draußen gibt es ein Badefloß, unter das man tauchen kann. Da es dort "vier Zellen" gibt, kann man dann auch wilde Versteck und Verfolgungsspiele starten. Im Strandbad kann man auch ein Badehäuschen mieten, in dem man seine Sachen lassen kann. Tja, und abends habe ich in der Jugendherberge meine Wäsche gewaschen und getümmelt. Jetzt ist sie so duftig locker wie noch nie.
24. Tag
Der Wahnsinn will kein Ende nehmen: Heute bin ich kurz entschlossen nach Wien gedüst; schließlich habe ich noch Urlaub. Waren es anfangs in Klagenfurt noch angenehme 25°C und Sonnenschein (der Wörthersee war trotzdem kühler als die Adria oder die Riviera), so wurde es zusehens bedeckter und kühler. Kurz vor Wien hätte ich mir fast noch eine lange Unterhose aus dem Gepäck geholt. Bei der Wiener Touristenauskunft hatte ich mir gleich einen Stadtplan mit den Jugendherbergen geholt. Diese Touristenpläne sind dermaßen vereinfacht, daß sie mit der Realität nicht allzu viel gemeinsam haben. Bestanden die italienischen Städte aus (einem durchschaubaren, unnötigen System von) Einbahnstraßen, so ist Wien derart extrem, daß selbst viele Einheimische Einbahnstraßen komplett rückwärts durchfahren. Selbst als ich wußte, wo meine Straße liegt, brauchte ich noch 10 Minuten, um dorthin zu gelangen! Bei der Jugendherberge (ein Kolping Haus) angekommen, fing es sogar richtig an zu regnen, was wohl bis zum Einschlafen so weiter geht. In Klagenfurt lag ich alleine in einem Vierbettzimmer mit eigenem Bad/ WC. Hier bin ich leider in einem Raum für zehn Schnarchlappen gelandet. Die Straßen fahren sich hier in österreich für mich sehr gut: Landstraßen, um die österreicher kennen zu lernen; Autobahnen, um von den Hochbrücken das (nebelige) Panorama der Berge zu genießen. Nur Bundesstraßen sind öde, da man alle Orte mit 70km/h durchfährt. Und die Tunnel sind keine schwarzen Löcher mehr.
Straßenkarte
25. Tag
Heute habe ich die 50 wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Wien angeschaut. Die Bauten sind alle sehr gut erhalten und schön. Auch die Kirchen sind hier sehr abwechslungsreich gestaltet, so daß keine Langeweile aufkommt. In einer Kirche war z.B. oben an der Decke über dem Altar das kaiserliche Wappen. Auf der gegenüberliegenden Seite war an gleicher Stelle (d.h. nur für den Pfarrer sichtbar) eine Uhr eingebaut. Einige Kirchen bewahren Eingeweide, andere Herzen und andere ganze Leiber auf, die man jeweils besuchen kann (, was bei den Kindern sehr beliebt ist). Beliebt bei den Kindern ist auch das naturhistorische Museum, denn es läuft gerade eine Dinosaurier Ausstellung. Leider regnet es mitunter und ich habe mir wegen der Bruchgefahr nur den alten Schirm meiner Schwester mitgenommen. Das Teil sieht aus, als hätte ich es aus einem Mülleimer geklaut! Zum Mittagessen gab es ein Schnitzel (15,80DM; in meiner Kantine hätte man daraus wohl fünf Schnitzel gemacht), Bratkartoffeln (2,80DM), 0,5l Cola/ Limonade (2,80DM) und ein gemischtes Eis (2,80DM) und das nur 50m vom Rathaus entfernt! Die Sachertorte des Hotel Sacher habe ich aufgrund der Schnitzelgröße fallen gelassen. Den Rest des Tages bin ich dann U- und Straßenbahn gefahren. Auch eine Art Land und Leute kennen zu lernen. Morgen nehme ich den Rest von Wien in Angriff.
Kein Aussichtsturm, keine Moschee. Nur der Schornstein einer Müllverbrennungsanlage!
26. Tag
Heute habe ich mir ganz entspannt den Rest von Wien angesehen: Zuerst war ich im Schloß Schönbrunn (Park kostenlos, Schloßbesichtigung 8DM) und habe dann vom höchsten Punkt des Gartens aus meinen Blick über Wien schweifen gelassen. Anschließend war ich im Prater, habe eine Fahrt mit dem Riesenrad gemacht, mir die Liliputbahn und den Rest des Vergnügungsparks angesehen. Danach war ich auf der Donauinsel, auf der Prince gestern ein Konzert gegeben hat und habe mir den alten Donauarm angesehen. In der Innenstadt hatte ich gestern eine berühmte Uhr vergessen, was ich heute nachgeholt habe und schon war es nach 16 Uhr und so ging ich zu Hotel Sacher und habe bei Kaffee (5DM) und einem Stück Sachertorte (4,80DM; ein Mittagsmenü in einer Gaststätte kostet 5-8DM!) den Touristen zugeschaut, die zwar alle neugierig schauten, sich aber wegen des vornehmen Personals und des fehlenden Preisaushangs nicht 'reintrauten. Anschließend bin ich zum Zentralfriedhof gefahren und habe mich dort eine gute Stunde herumgetrieben. Der Friedhof ist meist völlig verwildert und die Gräber sind zwar in der Erde, aber als Grabkammer so groß wie ein Sarg in der auch schon einmal ein Dutzend Leute (übereinander) liegen. Zum Abschluß gab es Wien bei Nacht von der Straßenbahn aus.
27. Tag
Heute habe ich österreich zuende durchlängt, die Slowakei über Bratislava durcheckt und bin nun in Budapest gelandet. Ich bin erst 25km falsch aus Wien herausgefahren, um dann auf die richtige Spur zu kommen, denn Ortsangaben auf österreichischen Straßenschildern sind extrem selten (z.B. keine Angaben, wenn man auf einer Bundesstraße landet, also auf Sonnenschein hoffen und Straßenkarte dabei haben). In Bratislava gibt es - bis auf die riesigen Wohnblöcke - nichts zu sehen. Bei der Einreise nach Ungarn gibt es bei PKWs zwei Spuren: Westdeutsch und der Rest. Der Zoll wirft hier tatsächlich einen Blick in den Gepäckraum der Autos. Moderne Tankstellen gibt es reichlich und gegen die Straßen kann man auch nichts sagen. Vor der Autobahn wurden kilometerweit erst Obst und dann Korbwaren aller Art verkauft. Beim Geldwechsel muß man darauf achten, daß man eine Quittung erhält, denn sonst kann man nichts zurück tauschen und man darf nur 500 Forint (<10DM) ausführen. Die Budapester fahren wie die Bekloppten: Ruckartige Spurwechsel ohne Rücksicht auf Andere (im Gegensatz zu den Italienern!). Nach langer Suche und mit Hilfe eines Budapesters habe ich ein Hotel aus dem Jugendherbergsführer gefunden und ein kleines Einzelzimmer mit Waschbecken, Bettwäsche, Handtuch und Seife für 31DM pro Nacht bekommen. Die Rückseite der Herberge geht an den Donaustrand, obwohl dort wohl niemand baden wird (Donau = Betonrinne mit grüngelbem Wasser).
Straßenkarte
28. Tag
Heute habe ich fast alle Sehenswürdigkeiten von Budapest abgeklappert. Da es geregnet hat, bin ich erst um 10 Uhr los. Der Portier meinte, daß man Fahrkarten nur in der Innenstadt kaufen kann, aber nach einer Viertelstunde konnte ich ihm die hier gekauften Fahrkarten vor die Nase halten. U-Bahn und Bus (!) sind hier für jeden Touristen leicht zu benutzen (Buslinien sind im Stadtplan eingezeichnet), ganz im Gegensatz zu Wien, wo U-/ S-/ Straßenbahn manchmal verschiedene Namen für die gleiche Station haben! Die U-Bahn verkehrt sehr zuverlässsig, schnell und häufig und es gibt wieder die langen schnellen, hölzernen Rolltreppen. Auf die Plastikgetränkeflaschen gibt es hier Pfand. Bis auf die Gegend um die Burg, gibt es hier nichts zu sehen, so daß ein Tag eigentlich völlig ausreicht. Aber da die Gegend hier bergig ist, kann man mit der Zahnrad- oder Kleinbahn hinaus fahren und dort wandern. Leider machen diese beiden Bahnen gerade Pause. Außer den Wessis schein hier niemand Urlaub zu machen. Neben der öden Burg gibt es eine sehr schöne Kirche, wo ich dann bei einer katholischen, deutsch-ungarischen Trauung mit Chor und Orchester dabei war. Die Trauung war zweisprachig mit zwei Pfarrern und das vertragliche mit der katholischen Kirche wurde auf lateinisch vorgetragen! Als das große Tor aufging, flutete das Sonnenlicht in die Kirche. Hätten die nicht schon morgens heiraten können? Es war nicht die einzige Hochzeit, auf die ich heute geraten bin. Bei den sehr schönen Frauen hier ist das auch kein Wunder.
29. Tag
Hier ist heute das gleiche Wetter wie gestern: Regen bis 16:15 Uhr. Trotzdem habe ich die Margareteninsel, Das Vergnügungsviertel (Prater von Budapest, auch mit "Riesenrad") und den Ostbahnhof besucht. Die Insel liegt mitten in der Donau und ist ein paar Kilometer lang. Auf ihr befinden sich, wie auch an einigen Stellen am Ufer, bereits von den Römern/ Türken genutzte, Quellen, teils salzig, teils radioaktiv. Man kann davon aber nichts sehen. Man kann sich Zweier- und Vierer-Fahrräder ausleihen und es gibt ein sehr schönes Freibad (heute hier 13-18°C). Alle Bäder haben übrigens das Wort "Strand" im Namen, auch wenn solcher nicht vorhanden ist. Im Vergnügungsviertel sind die Budapester fast unter sich und man muß Eintritt zahlen (fast so teuer wie die Buskarte), um überhaupt auf's Gelände zu kommen. Nebenan steht ein Zirkus und die Karussells sind alle etwas älter (z.B. Achterbahn auf Holzgerüst) und die Farben noch sozialistisch matt (z.B. Saharabeige). Das Popkorn wird hier übrigens gesalzen verkauft und statt auf Dosen wirft man auf kleine Holztonnen. Der Ostbahnhof, in dem alle Züge aus dem Westen ankommen, hat zwar die versprochene Fresken, aber diese sind fast schwarz. Und überall lauern Leute, die Geld wechseln wollen, aber mit meinen Klamotten werde ich nicht als Tourist erkannt und in Ruhe gelassen.
Man kann es bei der Auflösung nicht lesen, aber es gibt eine "Pizza bleifrei"
30. Tag
Nachdem es zum Frühstück schon wieder das gleiche zu Essen gab - die Marmelade ist ungenießbar, die Hähnchenpastete aus Kroatien fünf Monate über dem Verfallsdatum-, habe ich nach drei Brötchen und ohne Falschfahren, mein heutiges Ziel Krakau in der Dunkelheit erreicht. Dazu mußte ich quer durch die Slowakei und das war das Problem. Ich hatte 10DM getauscht, weil ich einmal tanken mußte, aber 50km vor der polnischen Grenze wurde ich gestoppt und zwar von der Polizei, weil ich statt der erlaubten 60 64km/h gefahren bin. Das kostete 300Kronen (15DM) und so mußte ich Geld wechseln. Der Polizist malt einen Plan auf und ich fahre los, finde aber keine Bank. Nach gut einer Stunde hat die Polizei aufgegeben und fährt zur Bank voraus. In der Bank - eine Villa ohne jegliche Beschilderung - sind nicht etwa Schalter, nein, sondern nur eine Treppe und sechs slowakisch beschriftete Türen. Ich bekomme zwar sehr schnell heraus, wo ich hinein muß, aber dank der Bürokratie und mehrerer Schalter, dauert das noch mal eine gute halbe Stunde. Beim Bezahlen treffe ich drei Belgier mit ihren Motorrädern. Sie mußten alle 150km für irgendetwas bezahlen (z.B. Berühren der weißen Außenlinie). In der Slowakei gibt es (fast) keine Traktoren und nur wenig Autos. Die Felder werden wohl nur gemeinsam dorfweise (10 bis 30 Menschen auf einem Feld) bearbeitet. Das Transportmittel ist der Handkarren und das Fahrrad, was sich auf polnischer Seite sofort ändert, obwohl es in Polen sehr viele Pferdefuhrwerke gibt. Einen Roller hat man hier wohl noch nicht gesehen, denn Omas und Opas vergessen ihren Plausch, Jungen grölen, Frauen lassen ihre Einkaufstaschen aus den Händen gleiten, kleine Mädchen vergessen, daß sie auf dem Fahrrad sitzen und große Mädchen winken mir zu (und ich zurück). Noch ein paar Kilometer weiter östlich und ich müßte wohl Autogramme geben. Da man in der Slowakei nur selten schneller als 50km/h fahren darf und wegen der Polizeiaktion, erreiche ich meine Jugendherberge erst mit dem Ende der Dämmerung. Die Jugendherberge in Krakau gehört zu einem Frauenorden (der so oft in seiner Kirche ist, daß ich dort nicht fotografieren kann). Zuerst dachte ich, ich wäre falsch, zumal mich die Nonne am Eingang nicht verstand, aber der aus der Kirche vom Gottesdienst kommende Pfarrer kann etwas deutsch und wies mir den richtigen Weg. Mein Roller wurde im Empfang geparkt und somit die ganze Nacht von einer Nonne bewacht! Männer und Frauen waschen sich und schlafen im selben Raum (20 Betten), d.h. alle Schüler konnten einen Blick auf die schwarzrote Spitzenunterwäsche ihrer Lehrerin werfen! Einen Kondomautomaten gibt es hier natürlich nicht. übrigens gibt es in Ungarn Damenbinden Marke "Pille", was für deutsche Männer wohl nicht ungefährlich ist? Ich war noch mal in der Stadt, aber es war keine Postkarte von Krakau zu kaufen.
Straßenkarte
31. Tag
Heute bin ich dann nach Warschau, meinem wohl östlichsten Ziel, gefahren. Am Morgen hatte es geregnet und so habe ich mir meinen neuen neonorangenen Regenanzug übergezogen. Nach 5km war das Teil verdreckter als nach 3000km der letzten Reise. Man sieht zwar bei Regen die unzähligen Dellen der hiesigen Straßen, aber nicht mehr deren Tiefe, so daß ich vorsichtig, d.h. langsam fahren, muß. Aber da hier Hund, Hühner und Gänse quer selbst über Schnellstraßen laufen und sehr viele Pferdefuhrwerke unterwegs sind, muß ich eh langsam fahren. Gleich hinter dem "Ortsschild von Warschau" (eher ein in Stein gehauenes Monument) dachte ich "Fahre mal am Seitenstreifen ganz an den rechten Rand, damit Du Dir mit der Straßenkarte den Weg in die Innenstadt einprägen kannst". Gesagt, getan. Beimm Einlegen der Karten ins Handschuhfach sah ich im mannshohen Gras plötzlich Fellmützen auf mich zu kommen. Ich streckte mich etwas und sah, daß ich genau vor einer im Gras geparkten Radarfalle stand, die nun dank meiner Anwesenheit nichts messen konnte. Also schnell die Handschuhe übergezogen und nichts wie weg. Die nächste überraschung waren Kreisverkehre mit Ampeln, wo stellenweise auch bei rot weitergefahren wurde. Obwohl ich das an einem Kreisel, wo ich der einzige Verkehrsteilnehmer war, nicht gemacht hatte, wurde ich von einem Polizisten aggressiv angepfiffen. Gang 'rein und wieder nichts wie weg. Ich habe mir später noch einmal einen solchen Kreisverkehr in Ruhe angeschaut. Ich konnte ihn aber noch immer nicht verstehen. Sicher ist nur, daß es dort zwei Polizisten gibt: Einer pickt die Fahrzeuge aus dem laufenden Verkehr und der Andere füllt neben dem im Kreis neben seinem Auto stehenden Fahrer den Strafzettel aus und kassiert. Dennoch erreiche ich rechtzeitig zur öffnung die warschauer Jugendherberge kurz vor 16 Uhr. Meinen Roller parke ich auf einem bewachten Parkplatz des Spielcasinos (gegenüber vom Hauptbahnhof), so daß die Nacht für den Roller teurer ist, als für mich (18DM : 6,50DM). Das lohnt sich wohl trotzdem, denn jedes Auto hat hier eine Alarmanlage; es gibt hier fast keine ausländischen Autos und in der Jugendherberge hängen extra Zettel, daß man sein Auto nicht auf der Straße parken soll. Die Jugendherbergen sind hier alle ohne Frühstück, dafür aber mit einer Küche, die von allen benutzt werden kann (inkl. Kühlschrank). Die Polen sind insbesondere als Autofahrer extrem unhöflich, aber dafür kostet hier der Liter öl statt 10DM nur 2,20DM.
Straßenkarte
32. Tag
Heute habe ich alle Sehenswürdigkeiten von Warschau abgeklappert. Das ist an einem Tag ganz locker zu schaffen. Da hier im 2. Weltkrieg alles zerbombt wurde, ist alles Historische neu, aber dank realsozialistischen Materials und realsozialistischer Arbeitsmethoden sieht alles schon wieder echt alt aus. Da es morgens geregnet hat, habe ich erst alles Unwichtige abgeklappert und richtig, gegen Mittag wurde das Wetter besser. Besondere Höhepunkte gab es nicht zu verzeichnen, aber am Grab des unbekannten Soldaten gibt es noch immer Wachwechsel im Stechschritt und an dem Kriegsdenkmal liegen frische Blumen und leuchten sogar Teelichter. Die vielen Kirchen sind entweder geschlossen oder gefüllt mit Gläubigen, so daß ich dort nicht fotografieren kann. In der Altstadt trifft man schon mittags auf viele Gruppen angetrunkener Jugendlicher. In der Stadt wurden nach dem 2. Weltkrieg zwar große Straßen gebaut, aber die Parkplätze hat man wohl vergessen. Jedenfalls stehen hier überall die kleinen Polski Fiat herum. Die Kaufhäuser sind nicht mehr so sozialistisch wie in Prag, d.h. man darf die Waren ohne Verkäufer anfassen. überall stehen Hamburger Buden und auf den Märkten gibt es nicht wie bei uns, hauptsächlich Obst und Gemüse, sondern wie in Ungarn Haushaltschemikalien (Seife, Weichspüler, Deos), Textilien und Musikkassetten. Ansonsten wirkt alles leicht marode oder hingefuscht/ improvisiert. übrigens: In einer polnischen Jugendherberge muß man das Klopapier selbst mitbringen. Und ich habe es dabei!
33. Tag
Heute habe ich mich von Warschau auf den direkten Weg gen Heimat gemacht. Eigentlich wollte ich in Posen übernachten, aber ich war schon kurz vor 14 Uhr dort und die Jugendherberge macht immer erst um 17 Uhr auf, die Herbergssuche dauert eine knappe Stunde und ich hätte sehr wahrscheinlich keinen bewachten Parkplatz für meinen Roller gefunden. So habe ich den Roller einfach samt Gepäck geschickt geparkt und habe mir dann die Sehenswürdigkeiten angeschaut (alter Marktplatz mit Kirche) und auf Agfachrome gebannt, mein Restgeld, bis auf das Tankgeld, in Mars und Snickers angelegt und dann im später strömenden Regen nix wie weg aus dem 10. Land meines Urlaubs (10 ohne Deutschland und Vatikan!). An den Straßen wurden noch massenhaft Pilze, Korbwaren, Gartenzwerge/ Plüschtiere/ Störche, Aale und Zigaretten angeboten. Die Straßen selbst sind dem Gewicht westlicher LKWs nicht gewachsen, so daß es Spurrillen gibt, daß ich glaube mit meiner Vespa in einer Regenrinne entlang zu fahren. Vor und hinter der Grenze stauen sich die LKWs kilometerweise und das selbe gilt für PKWs Richtung Osten. Die Polen, die gen Westen fahren, werden genauestens überprüft (Kofferraum, Türen abklopfen…). Mich als nassen Rollerfahrer hat man trotz Sporttasche in schwarzem undurchsichtigem Müllbeutel einfach durchgewunken (wie eigentlich überall). Danach bin ich kurz vor Berlin nach Fürstenwalde gefahren, wo ich dann um 20 Uhr bei meiner Tante angekommen bin, um mit ihr und Teilen der Verwandtschaft und Freundinnen an einer Tupper Party teilzunehmen…
Straßenkarte
34. Tag
Heute habe ich nur ausgeschlafen, gut gefrühstückt, eine Abkürzung über die Dörfer genommen und bin dann über die Autobahn ohne besondere Vorkommnisse direkt nach Hause gefahren, wo ich dann glücklich und zufrieden um 15 Uhr eintraf.
Straßenkarte der gesamten Reise!
Wie geht es weiter?
1992 . Mit der Vespa reisen? Ja, von Hamburg bis in die Lüneburger Heide (NL B F L D CZ)
1993 . Vespa Reisen! Tour der Kirchen (CH FL F MC I V RSM A SK H PL) <--> Du befindest dich HIER!
1994 . Vespa Reisen! Iberische Halbinsel: fahren satt (F AND E GBZ P IRL GB)
1995 . Planet Erde- ganz oben (DK FI S N)
1997 . Bei Griechen und Türken (I GR TR)
1998 . Vespa Reisen! Feuchtes Inselhopping (NL GB GBM IRL)
1999 . Vespa Reisen! Links des Stiefels (I F TN M)
2000 . Vespa Reisen! Olé und Tee! (F E GB GBJ GBG B NL)
2001 . Mit der Vespa reisen! Bis irgendwie nach Amerika! (DK N IS FO)
2006/1 Vespa Reisen! Berge, Meer, Stuten, Pizza wie Zuhause! (A SLO HR I)
2006/2 Vespa Reisen! Schlittschuhlaufen im Juni! (LT LV EST)
2009/1 Mit der Vespa reisen? Kurztrip Südskandinavien! (DK N S)
2009/2 Kleine Brückentour! (DK S)
Aber prinzipiell ist die Reihenfolge des Lesens egal.
Kommentare, Fragen, Anregungen bitte HIER.
Bearbeitet von CDI, 6. Dezember 2011 - 23:07,

















