Nachdem meine Mutter das obligatorische Abschiedsfoto gemacht hat, war ich pünktlich in Altona beim Autozug. Mit mir im Abteil sitzt ein dänisches Ehepaar aus Roskilde, das ein wenig deutsch spricht. Wir fahren über Bremen, wo noch eine ältere Frau zusteigt, nach Hannover! Hinter Hannover wird noch einmal rangiert und dann fährt der Zug durch. Die Fahrt ist relativ öde, weil man sich kaum unterhält, gescheige denn (Skat oder ähnliches) spielt. Zwischen Bremen und Hannover wurden wegen der Expo ALLE Bahnhöfe saniert. Und in Hamburg muß wegen altersschwacher Schellen die S-Bahn in Schrittgeschwindigkeit in den Bahnhof fahren!
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2. Tag
Nachdem in Avignon ein paar Anhänger abgekoppelt wurden, erreichen wir 45 Minuten Verspätung (wegen Unwetters) die Südfranzösische Universitätsstadt Narbonne. Um zum Autoterminal zu kommen, muß auch ich samt Gepäck einen Trasfer in einem Reisebus machen. Zuerst wird oben entladen, doch beim 4. Fahrzeug geht es nicht weiter weil der Fahrer fehlt! Die Familie wurde während des Schlafs komplett beklaut und mußte erst einmal zur Polizei, so daß wir alle eine Stunde herumstanden. Anschließend ging es bei heftigem LKW Verkehr (einige drängten mich auf den Seitenstreifen; ab Papignan wurde es ruhiger) nach Barcelona.
Am Abend um kurz nach 17:00 Uhr habe ich mir dann als erstes, nachdem ich die unterirdischen Autobahnen überlebt hatte, ein Fährticket nach Mallorca gekauft und ein Hotelzimmer gegenüber des Aquariums (man kann durch eine Glasrähre zwischen den Fischen spazieren gehen) bekommen. Die Stadt scheint nur aus Stein und Beton zu bestehen und ist bis auf wenige Highlights so ätzend, daß man nicht einmal Postkarten bekommt.
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3. Tag
Im Nieselregen geht es den kurzen Weg zur Fähre, wo außer Fußgängern (unter ihnen ein Ost-Rentner, der sich wundert, daß am Fährschalter niemand deutsch spricht und bei dem das spanische Fährpersonal nicht weiß, ob es umbuchen soll), mir und 8 Autos mit ihren Besitzern, ist die Fähre leer. Doch gibt es keinen Raum ohne Lärmmaschine und draußen regnet es bis zum Nachmittag! Kurz vor 17:00Uhr fahre ich in Palma an Land und gelange mit nur wenig Umweg in Playa/ El Arenal. Das 6. 3-Sterne Hotel nimmt mich auf und ist inkl. Frühstück nicht teurer als die Pension mit Etagenklo in Barcelona!
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4. Tag
Heute habe ich eigentlich nur die nähere Umgebung erkundet, eine Fähre gebucht, eine Fähre zu buchen versucht, etwas zu Essen besorgt und micht entspannt. Die Sonne scheint nicht und es ist recht kühl. Aber wir haben ja auch erst Ende Mai.
5. Tag
Am Vormittag war ich auf der Strandpromenade und Einkaufen, am Nachmattag nur Fernsehen. Am Abend hat es sogar ein klein wenig geregnet.
6. Tag
Heute habe ich ein Fährticket abgeholt und eine weitere Fähre gebucht. Dann bin ich die Strandpromenade auf einer sehr langen Strecke abgelaufen. Gelegentlich scheint die Sonne, aber die Berge sind fest im Nebel.
7. Tag
Endlich Sonnenschein. Zuerst geht es mit einem Bus in ein Kloster und dann über das Gebirge die sehr enge Straße hinunter in eine tolle Bucht. Die Straße ist so eng und führt fast nur an steilen Abhängen hinab, so daß es im Bus immer ruhiger wird und die ca. 20jährigen anfangen Tabletten zu schlucken... Mit dem Boot geht es weiter nach Soller und von dort mit dem "Roten Blitz" eine alte Bahn bis Palma und mit dem Reisebus wieder ins Hotel. Ein solcher Ausflug ist fast so teuer wie eine übernachtung.
8. Tag
Heute habe ich auf eigene Faust eine 200km Rundreise auf Mallorca gemacht. Eines der Ziele war eine Tropfsteinhöhle (Cuevas dels Hams), zu der man auf einer mehrspurigen Straße geleitet wird. Der Eintritt für die gut halbstündige Führung kostet 20DM, aber drei Postkarten und ein Taschenkalender sind im Preis enthalten... In der Tropfsteinhöhle gibt es ein Boot mit Musikern; allein die Musik kommt vom Band... Ansonsten gibt es hier nichts großartiges zu sehen. Manchmal hat man die Straßen für sich, dann kommt wieder ein Touristengebiet mit Großstadtfeeling. Einheimische fahren, als wenn Autofahren eine Kontaktsportart wäre. Aber es gibt viele Gegenden mit mehr Mietwagen (neu, aber trozdem irre Beulen), als einheimische Autos.
Im Innenland werden bis zu viermal pro Jahr Kartoffeln geerntet, aber die Pommes (auch bei Burger King) sind ein echtes Trauerspiel.
9. Tag
Heute bin ich mit dem sehr preisgünstigen Linienbus nach Palma (der "Inselhauptstadt") gefahren. Die wenigen Sehenswürdigkeiten liegen dicht beieinander und alles - inkl. Kirchen - kostet ziemlich viel Eintritt (Hauptkirche 6DM). So war ich dann in drei Stunden durch und bin wieder zum Hotel zurückgefahren, habe mein Hotel bezahl und etwas die Umgebung fotografiert. Auf einem der Fotos kann man eine "Edelstahl Strandimbißkaufbude" mit geschwungenem Dach sehen. Sie sind von eins bis 15 durchnummeriert und stehen so alle 250 Meter. Mein Hotel ist bei 8. Normalerweise sitzen dort Touristen. Nur Nr. 6 ist immer überfüllt, denn das ist Ballermann 6, wo man aus 1, 3 oder 5l Eimern trinken kann. Und zum Land hin sind dort mehrere Straßen mit "bayerischen Theken" und deutscher Stimmungsmusik Tag und Nacht, viel lauer als jedes Fahrgeschäft auf dem DOM in Hamburg.
10. Tag
Heute ging es mit der Fähre von Palma nach Valencia. Minorca und Ibiza habe ich auf Anraten des Reiseführers und der Einheimischen ausgelassen. Obwohl der Wasserweg auf der Landkarte kürzer ist, dauerte die überfahrt doch 2,5 Stunden länger als nach Barcelona und so bin ich erst um 20:30Uhr in Valencia angekommen. Bei der Abfahrt fanden trotz Neustapelns nicht alle LKW Platz und die PKW mußten innerhalb der Fähre wunden, um diese zu verlassen. Auf Deck gibt es kaum Sitzgelegenheiten, aber starken Wind und im Inneren keinen Raum ohne brüllenden Fernseher (wozu auch die Spanische Sprache beiträgt, denn spanisches Liebesgeflüster hört sich ungefähr so an, als wenn sich Deutsche um einen Parkplatz streiten). An einer Stelle, wo der Fernseher keinen Empfang hatte und nur quäkende Laute von sich gab, konnte ich tatsächlich durchsetzen, daß dieser ausgeschaltet wurde! Das wiederrum sorgte für Diskusionen zwischen den Manschaftsmitgliedern. Immer wenn man später die Fernbedienung benutzte, war man vorsichtig einen Blick auf mich.
Ein Hotel hatte ich dann in Valencia nach 7km Stadtrundfahrt gefunden. Ich konnte in dem Zimmer nur für eine Nacht bleiben, aber der Nachtspaziergang zeigte mir, ebenso wie der "Fremdenführer", daß es zwar einiges hübsches, aber nichts wirklich wichtiges zu sehen gibt.
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11 Tag
Erst um 11:00 Uhr ging es weiter bis nach Albacete. Hier gibt es nichts besonderes, aber das Hotel ist sehr gut und die Dame an der Rezeption empfiehlt mir den abentlichen Stierkampf unbedingt zu besuchen. Die Torrreros übernachten übrigens im Nebenzimmer. Also Smarties bei plus gekauft, einen Stadtbummel gemacht, Karten besorgt, etwas erholt und ab zum Stierkampf. Dort gibt es immer das gleiche Spiel: Der Stier kommt mit einem Fähnchen im Nacken in die Arena gerannt und wird von mehreren Hilftorreros, die mit dem Umhang wedeln und die sich hinter einer Bretterwand verstecken etwas müde gemacht. Dann bekommt der Stier dreimal zwei Messer mit langen bunten Enden in das Fett des Nackens gerammt. Dann spielt der Torrero so lange mit dem Stier (Torro), bis dieser fast nicht mehr kann. Dann bekommt der Stier relativ waagerecht einen lange Degen in den Nacken gerammt. Innerhalb einer Minute bricht der Stier dann tot zusammen. Das Publikum freut sich und wedelt mit weißen Tüchern. Währenddessen bekommt der Stier einen Herzstick und ein Ohr abgeschnitten, das der Torrero entlang des Arenarandes stolz zeigt, wofür es dann noch einmal Applaus gibt. Währenddessen werden zwei Pferde in die Arena geführt, die dann den toten Stier aus der Arena schleifen. Der Boden wird eingeebnet und eventuell blutiger Sand aufgesammelt. Ein Torrero arbeitete vom Pferd aus. Kurz bevor der 4. Stier den Dolch bekommen sollte, bin ich einfach gegangen, denn wenn der Stier um Welten besser, als der Azubi-Torrero ist, hätte man ihn leben lassen sollen.
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Es gibt Tickets für die schattige und die sonnige Seite.
Mit Blasmusikkapelle hoch oben.
Die Torreros stellen sich vor.
Torrero und Mannschaft bereiten sich vor.
Der Stier läuft im vollen Galopp in die Arena und hält Ausschau nach Leuten, die ihm nicht passen.
Der Stier wird müde gemacht.
Um den nun ziemlich ausgepauerten Stier wieder etwas zu reaktivieren holst sich der Torrero einen kleinen Speer bei den Hilfstorrerors ab.
Der Stier wird in das Nackenfett (deshalb kaum Blut) des Stieres gerammt.
Man beschäftigt den Stier weiter...
und setzt weitere Nackenspeere.
Der Stier ist so fertig, daß er dem Pferd kaum noch folgen kann...
und bricht mit Kreislaufversagen tot zusammen, um...
dann tot aus der Arena geschleift zu werden, während sich der Torrero von den Zuschauern feiern
läßt.
12. Tag
Heute sind es selbst um 11:00 Uhr nur 21°C und so bin ich entgegen meiner ursprünglichen Planung in einem Rutsch nach Cordoba gefahren. Auf der Fahrt habe ich an einer Tankstelle habe ich einen Ostdeutschen getroffen, der mit seinem italienischen Hündchen seit zwei Jahren durch Südeuropa tourt (Bus, Bahn, zu Fuß). In Cordoba habe ich mir für zwei Nächte eine Unterkunft in einem Parador gegönnt. Er liegt in einem Villenviertel über der Stadt und hat einen Park, Salon, Sportanlagen..., kurz alles, was das Reisen früher für Kaufleute angenehm machte.
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13. Tag
Der Fußweg zu den Sehenswürdigkeiten ist doch weit, zumal hier kanpp 40°C herrschen. Aber bis zum frühen Nachmittag sind alle Sehenswürdigkeiten abgeklappert. Der Besuch der zur Kirche umgebauten Moschee lohnt auf jeden Fall. Stellenweise sehen die Innenräume nur nach Moschee aus, stellenweise denkt man in einer normalen Kirche zu sein. Bei den riesigen Innenräumen muß es damals enorm viele Moslems gegeben haben. Die Medina Azahara ist leider geschlossen. Ansonsten wird in Cordoba viel und luxoriös zwischen Stadt und Berghang gebaut.
14. Tag
Heute habe ich Cordoba wieder verlassen. In Montora habe ich die Schnellstraße verlassen. Montoro sieht zwar aus der Ferne toll aus, aber ich hatte bei der Ortsdurchfahrt keine Tankstelle gesehen und so ging mit gut 1/4 vollem Tank in die Berge. Aufgrund einer 30km langen Baustelle ging es statt auf der N-420 auf der Co510 gelb durch einsamste Berggegenden. Nach wildem rumgekurve, zwei LKW, zwei Bauern und 34km kam ich dann mit kaum noch Benzin und öl in Cardena an und konnte dort unter den Augen der witzelnden Jugend, wieder nachfüllen. Vollsynthetisches öl kostete dort nur 3DM und so machte machte ich gleich einen drei Liter Großeinkauf, der mit einem Schlüsselanhänger belohnt wurde. Auf neuen bis guten Straßen ging es dann bis nach Toledo. Wie vorgestern schon gab es einige sehr lange schnurgerade Streckenabschnitte, so daß schon bei einem Hauch von Biegung das Schild "Achtung Kurve!" stand. Bei Orgaz gab es übrigens (und ein bißchen noch immer) Kohleförderung.
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15. Tag
Nachdem ich mir gestern gleich beim Autobahnzubringer ein Zimmer genommen hatte, ging es heute hoch in die Altstadt. Sie ist sehr eng und kaum mit dem Auto befahrbar. Die Sehenswürdigkeiten sind nicht nennenswert ausgeschildert und so laufen selbst Leute mit einer Straßenkarte vom Tourismusbüro suchend durch die Gassen. Die Kathedrale ist von innen extrem reich bestückt und der Eintritt war am Vormiitag wegen Himmelfahrt sogar kostenlos! Ein Witz war die berühmte Synagoge Santa Maria la Blanca: Ein leerer Ballsaal mit 1/4 Altar und den berühmten Säulen. Diese durfte man nicht fotografieren, weil wohl sonst der frische weiße Anstrich verblichen wäre... In kurzer Zeit ist das Thema Kultur abgehakt und erst als der Supermarkt abends immer noch geschlossen ist, fällt mir ein, daß wir Himmelfahrt haben. Ein Riesendonut mit Puddingfüllung und zwei Postkarten kann ich dennoch auftreiben.
16. Tag
Heute ging es auf kurzem Weg nach Madrid. Die Stadtmitte mußte ich ein wenig suchen, aber sie fand sich doch. Vor sechs Jahren gab es hier kaum (bezahlbare) Hotels; jetzt gibt es massig, jedoch sind fast alle ausgebucht, so daß ich erst um 14:30 Uhr auf meinem Zimmer war. Mein Hotel von vor sechs Jahren liegt in der übernächsten Parallelschtraße; es gibt dort immer noch das Fischgeschäft im Erdgeschoß. Zum Abkühlen bin ich in das selbe Kaufhaus wie damals gelaufen. Neben dem Hotel ist McDonalds (in Spanien immer ohne McChicken) und somit ist das Abendbrot gesichert. Am Abend gab es noch ein sehr kräftiges Gewitter, das die Straßen kräftig unter Wasser setzte, aber der Roller ist wieder sauber. Und ich habe jetzt Zeit die Socken zu spülen und Morgen vorzuplanen.
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17. Tag
Da es außer in Touristenhotels kein Frühstück gibt und ich mir gestern bereits einen Schlachtplan zurecht gelegt hatte, besuche ich heute ganz locker alle Sehenswürdigkeiten. Es hat sich nichts geändert, außer daß alle Gehwege und Straßen fertig sind. Zu Schaffen macht mir die Hitze bei knapp 40°C, aber selbst im R. Park funktioniert dieses mal der Trinkwasserspender. Die Erde in den Parks ist vom gestrigen Gewitterregen noch feucht.
Mein Hotel kostet übrigens nur 40DM pro Nacht (DZ, Bad, TV, ohne Frühstück); man kann das Gleiche auch für 200DM bekommen. Manchmal ist hier jede Etage ein anderes Hotel!
18. Tag
Die Ausfahrt aus Madrid war übrigens sehr gut (es gibt auch hier eine ca. 20km schnurgerade Streke), aber um 8:45 Uhr waren noch nicht viele Spanier unterwegs.
Heute bin ich nach Burogs gefahren. Ich hatte vergessen, daß es hier nur zwei Sehenswürdigkeiten gibt. Hoffentlich muß ich deshalb morgen nicht im Regen fahren. Die eine Sehenswürdigkeit ist das Stadttor, die andere eine kathedrale. Die Kathedrale wurde von außen fast komplett gereinigt; umso dicker ist der Dreck innen. Trotzdem finden dort heute reihenweise Trauungen (ohne Orgelmusik) statt. So wurden wenigstens eine Kirchenteile beleuchtet. Trotzdem sind viele Touristen hier; vielleicht wegen der angenehmen 27°C?
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19. Tag
Wie befürchtet hat sich der Himmel über Nacht zugezogen und so fahre ich in ziemlich dichtem nebel los, der nach 20km etwas schwächer wird. Die Landschaft ist zuerst kärglich wie in Lappland (nur Büsche, Gras, Moos, kleinste Bäume), dann kurze Berge mit Bäumen und anschließend ein großer "Canyon" mit etwas Bewuchs, kurz nackter Fels und dann der Harz. 70km vor dem Ziel, bei Escudo, dem höchsten Punkt, wurden die Straßen sehr kurvig und die Sichtweite lag nur noch bei 10m! Aber ich bin durch diese 15km heil hindurchgekommen. 10km vor Santander fing es dann an zu regnen. Also schnell ein Zimmer genommen (ohne Dusche, WC TV für 24DM) und weil es mit dem Regen nicht aufhörte, bis 22:00 Uhr komplett den in Madrid gekauften Focus durchgelesen. Das Zimmerfenster ist übrigens vergittert und beginnt in Schulterhöhe; ideal für Knastfeeling!
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20. Tag
Eigentlich wollte ich heute zu den Höhlen(malereien) von Altamira (man kommt dort nicht mehr in die Höhlen, sondern nur in das Museum), aber entgegen dem gestrigen Wetterbericht regnet es heute bis 15:00 Uhr. Bus und Bahn fahren nicht nach Altamira und meine Rollerjacke ist nicht regenfest und so laufe ich bis zum Abend durch die Stadt, um die Zeit tot zu schlagen. Die andere Seite der Bucht ist im nebel verschwunden und es sind wie gestern nur gut 10°C (im Juni in Spanien!). Die Stadt hat auch einen sehr schönen Sandstrand, doch leider ist die Kläranlage noch nicht fertig... Abgesehen von der Strandpromenade ist die Stadt genauso häßlich wie jede andere südeurop+ische (Industrie-) Stadt. Als ich dann auf dem Rückweg zu meinem Hotel kurz ab meinem Roller anhalte, werde ich von einer Polizistin angesprochen, ob das mein Roller (auf dem Bürgerstei zwischen zwei Bäumen) sei und sehr unfreundlich angewiesen ihn doch auf einem 2-Rad Parkplatz (war bisher immer voll) abzustellen. Nur mit Mühe kann ich ihr erklären, daß ich erst den Schlüssel und meinen Helm holen muß. Auf der Fahrt zum und auf den Parkplatz stellte ich dann fest, daß der vordere Kotflügel stark verbogen und die linke Backe ganz leicht eingedrückt sind. Aber das läßt sich zu gut 90% kurz per Hand beheben; der Roller kennt das schon!
21. Tag
Heute und die ganze Nacht über ging es mit der Fähre ganz locker von Santander nach Plymouth (England). Auf der Fähre waren praktisch nur Engländer, eine Hand voll Spanier und ich. Bei den Zweirädern waren es gut drei Dutzend Harleys, eine Handvoll Motorräder der 1Liter Klasse und meine Vespa! Die Fähre von Britanny Ferries lief lustigerweise unter französicher Flagge. Das Wetter war sonnig bis teilweise bewölkt (wie auch in Santander).
Es war interessant zu sehen, wie Spanien fast überall und in allen Bereichen zu GB, F, I innerhalb von sechs Jahren aufgeschlossen hat. Nur der private Kleinmüll wird noch immer bei jeder Gelegenheit einfach fallen gelassen. Dementsprechend sieht es zB in den Bars (Frühstück!) aus. Gott sei dank sind die ganzen rußenden LKW/ PKW mittlerweile von der Straße!
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22. Tag
Heute bin ich bei leicht bewölktem Himmel mit der Fähre in Plymouth (GB) angekommen. Im Harley Pulk ging es durch die Paßkontrolle und anschließend im Linksverkehr über Exeter, Dorchester auf Kraftfahrstraßen, Autobahnen und Landstraßen bis nach Weymouth. Für LKW scheint es hier (immer noch) keine Tempolimits zu geben! Im Hafen habe ich mir gleich die Tickets für die nächsten beiden Inseln besorgt. Strand und Kai grenzen aneinander und dort liegt mein Hotel mit entsprechender Aussicht. Hinter dem Hotel ist der alte Hafen, d.h. bei der geringen Gebäudetiefe: ALLE Zimmer mit Blick auf das Wasser! Am Strand ist einiges los (inkl. Trampolin und Kasperletheater), aber das Leben ist hier immer noch sehr teuer: 1l billiger Orangensaft 3DM, Geldwechselgebühr (wären) 9DM...
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23. Tag
Heute Morgen ging es mit deinem Schnellkatemaran auf eine der Kanalinseln, Guernsey. Obwohl dort schon um 9:30 Uhr angekommen, war ich erst um 13:30 Uhr im Hotel; jemand hatte für einen Konvent auf der 60000 Einwohner Insel 2000 Betten gebucht und somit praktisch die komplette Insel. Besonderes gibt es hier nicht. Die Leute scheinen hier viel Geld zu haben, die Häuser sind eingeschossig. überall werden Kartoffeln verkauft, dis Straßen sind eng, die Fahrzeugkennzeichen bestehen nur aus einer maximal fünfstelligen Nummer, es gibt hier spezielle Verkehrsregeln und es gibt hier eigenes Geld und Briefmarken. Trotz Sonnenscheins und vieler Sandbuchten gehen auch hier relativ wenig Leute baden. Die Straßennamen sind fast immer französisch. Und praktisch jedes Haus hat einen Namen.
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24. Tag
Nachdem es heute Morgen auf das heftigste regnete, bin ich doch trocken zum Fährhafen gekommen, wo ich dann mit dem Regenschirm in der Hand auf die Fähre gewartet hatte und die mich dann nach Jersey gebracht hat. Dort fielen dann zwar kurz ein paar Tropfen, aber es schien den ganzen Tag über die Sonne. Ein B&B war diesmal schnell gefunden und die Insel ist genauso wie Guernsey (inkl. der Kartoffeln), nur die Autokennzeichen haben vor der4 bis 5stelligen Nummer ein "J" und zusätzlich ein weißes "H" auf rotem Grund bei Mietwagen. Wie schon auf Guernsey oder Mallorca verstopfen die Mietwagen die ganze Insel; Radfahren würde ich auch hier niemandem ernsthaft empfehlen. Abgesehen von den Engländern und Franzosen, die wegen des warmen Golfstroms hier sind, gibt es viele deutsche Gäste, so daß sogar ein wenig Deutsch gesprochen wird.
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25. Tag
Da die 9:00 Uhr Fähre heuts schon ausgebucht war, mußte ich die 17:45 Uhr Fähre nehmen. Den Vormittag habe ich im Hotel verbracht, den Nachmittag am Fährterminal, was auch nicht uninteressant war. In das Sonnabend- Verkehrsgewimmel wollte ich mich nicht stürzen. Die Fähre fuhr mit einer Stunde Verspätung ab und kam dann um 20:00 Uhr in St. Marlo in Frankreich an. Dort war wegen des langen Wochenendes kein Zimmer im Hotel oder der Jugendherberge (s.1994) zu bekommen, so daß ich ein wenig die "Autobahn" Richtung Rennes gefahren bin, wo ich dann - nach einer erfolglosen Nachfrage bei einem wegen Hochzeit ausgebuchtem Hotel - eine echt französische Unterkunft gefunden habe. Hinter dem Haus fährt manchmal eine Vorort- Bahn und der Wachlabrador ist dauernd am kläffen. Aber das stört um 22:00 Uhr nicht und ich habe ein Doppelbett und einen Videorekorder, neben vollem Familienanschluß (zB gemeinsames Bad und Küche) bei der jungen Familie, die wohl gerade ihr frisch gekauftes Haus renoviert.
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26. Tag
Nach Frühstück, Sprit und Geldversorgung (in einem Supermarkt an einem Sonntag!) ging es über Rennes und Le Mans nach Chartres. Während ich die Autobahn für mich alleine hatte, war die Gegenrichtung richtig voll. Unterwegs finde ich sogar eine Tankstelle mit Luft(prüfer), was den Roller wieder um einiges agiler macht und eine deutsche Reisegesellschaft, die mich bis Chartres nicht mehr einholt. Ein Hotel war schnell gefunden und los ging es zum Stadtbummel. Den Dom kann ich erst im dritten Anlauf besichtigen, weil die Gläubigen hier ein großes Treffen haben, so daß die Veranstaltung nach außen auf eine "Leinwand" übertragen wurde. Den Dom kann man von außen, wie auch von innen getrost vergessen, vielleicht abgesehen von den Glasfenstern. Ansonsten außen dreckiger Stein und innen total finster und ein unfreundlicher Geistlicher.
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27. Tag
Aufgrund eines LKW freien Feiertages bin ich heute sehr schnell und entspannt nach Versailles gekommen und ich habe auch gleich ein gutes und preiswertes Hotel erwischt. Das Schloß steht mit seinen Parkanlagen übrigens vor dem ortsschild, obwohl alle drei ineinander übergehen. Das Schloß ist heute natürlich geschlossen und andere Sehenswertes gib es hier nicht. Und auf Paris habe ich keine Lust, also verbringe ich den Nachmittag im Schloßpark, der so wie der Hamburger Stadtpark genutzt wird. Der Park ist größtenteils verwildert und die Schäden vom letzten großen Sturm sind noch lange nicht beseitigt. Das Schloß werde ich mir morgen wohl nicht ansehen, weil ich sonst zu spät loskomme. Seit Einführung des TüVs in Frankreich gibt es hier praktisch keine Schrottautos mehr auf den Straßen.
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28. Tag
Auf den Stadtautobahnen (3 bis 6 spurig, inkl. berüchtigtem Pariser Ring im Berufsverkehr am Montag Morgen!) mit vielen Tunneln ging es heute an Disney Land und Asterix und Obelix vorbei, über lille nach Brügge in Belgien. Ein gutes Hotel war überraschender Weise schnell gefunden und los ging es zum abendlichen Stadtrundgang. Nicht alles ist zur Euro 2000 fertig geworden. Hier ist vieles auf die (meist englischen) Touristen eingestellt und so sind die Geschäfte gefüllt mit Auslagen von belgischen Waffeln, Brüsseler Spitze und besonders oft Schokolade. Und selbstverständlich wird hier viel Fahrrad gefahren und so konnte ich mir endlich günstig ein Fahrradschloß besorgen (nicht wie in Deutschland, wo man Preis und Gewicht mit diesem Zubehör verdoppeln kann). Das Wetter ist - wie schon seit England - morgens stark bewölkt und ab Mittag/ Abend sonnig und warm. Eine Autobahntankstelle war komplett ausgefallen, und das stellte nicht gerade wenige Reisende vor Probleme. Ich selbst hatte bei der nächsten Autobahnabfahrt prompt eine Tankstelle gefunden.
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29. Tag
Eigentlich wollte ich mir Gent und Antwerpen ansehen, aber in Gent gibt es nur eine alte originale Kirche und Antwerpen ist nicht mit Sehenswürdigkeiten, sondern wegen seines Hafens mit LKWs und reichlich Autobahnkreuzen gesegnet, so daß ich an beiden einfach vorbei gefahren bin! Für die gestrige Postkarte habe ich den letzten belgischen Briefkasten erwischt und ohne Tankstop ging es durch die Niederlande Richtung Ruhrgebiet. Eigentlich wollte ich nur bis Münster fahren. Weil eine Regenfront (spätestens) morgen aus dem Norden kommen sollte, der Himmel zwar wolkenverhangen, aber die Straßen noch trocken waren, bin ich einfach weiter gefahren. Hin- und wieder - insbesondere bei Bremen - gab es etwas Sprühregen, aber durch den Fahrwind war nach kurzer Zeit wieder alles trocken. Bei den Elbbrücken bekann es zu regnen und an der Stelle, wo die B5 auf die Autobahn kommt, gab es den einzigen Stau, weil eine Tagesbaustelle abgebaut wurde! So bin ich dann im Regen Zuhause angekommen.
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Wie geht es weiter?
1992 . Mit der Vespa reisen? Ja, von Hamburg bis in die Lüneburger Heide (NL B F L D CZ)
1993 . Vespa Reisen! Tour der Kirchen (CH FL F MC I V RSM A SK H PL)
1994 . Vespa Reisen! Iberische Halbinsel; fahren satt (F AND E GBZ P IRL GB)
1995 . Planet Erde- ganz oben (DK FI S N)
1997 . Bei Griechen und Türken (I GR TR)
1998 . Vespa Reisen! Feuchtes Inselhopping (NL GB GBM IRL)
1999 . Vespa Reisen! Links des Stiefels (I F TN M)
2000 . Vespa Reisen! Olé und Tee! (F E GB GBJ GBG B NL) <--> Du befindest dich HIER!
2001 . Mit der Vespa reisen! Bis irgendwie nach Amerika! (DK N IS FO)
2006/1 Vespa Reisen! Berge, Meer, Stuten, Pizza wie Zuhause! (A SLO HR I)
2006/2 Vespa Reisen! Schlittschuhlaufen im Juni! (LT LV EST)
2009/1 Mit der Vespa reisen? Kurztrip Südskandinavien! (DK N S)
2009/2 Kleine Brückentour! (DK S)
Aber prinzipiell ist die Reihenfolge des Lesens egal.
Kommentare, Fragen, Anregungen bitte HIER.
Bearbeitet von CDI, 7. Dezember 2011 - 13:00,

















